Holzeinschlag im Zschirnsteingebiet

Wer momentan im Gebiet der Zschirnsteine wandern möchte, der muss sich auf einige Einschränkungen gefasst machen. Doch was kann der Grund dafür sein, dass der Wanderer nicht mehr zur schönen Aussicht auf dem Großen Zschirnstein vordringen kann?

Zschirnsteine

Zschirnsteine

Absperrbänder und Hinweisschilder weisen laut Sächsischer Zeitung darauf hin, dass momentan rund um den Großen Zschirnstein massiv Holz aus dem Wald geholt wird. Ein 60 Hektar großes Gebiet soll betroffen sein, schwere Forstmaschinen sind im Einsatz. Deswegen ist der Weg auf den höchsten Berg der Sächsischen Schweiz, aber auch der Zugang zum Klettergipfel an der Südseite gesperrt und im ganzen Gebiet muss mit Behinderungen gerechnet werden. Die Maßnahmen sollen noch bis Mitte November andauern, selbst an Wochenenden bleiben die Wege gesperrt.

Der erfahrene Wanderer weiß aber auch jetzt schon, auf was er sich bei seiner nächsten Wanderung im Gebiet einstellen muss: massive Wegeschäden und mal wieder den Erkenntnisgewinn, dass im Naturschutzgebiet selbst die Natur nicht heilig ist.

(Christian Helfricht, Der Glasperlenspieler)

Statistik

Anstehen an der Häntzschelstiege

Anstehen an der Häntzschelstiege

Von Januar bis August 2011 kamen knapp 260.000 Übernachtungsgäste in die Sächsische Schweiz. Sie buchten mehr als 900.000 Übernachtungen und blieben damit im Durchschnitt 3,5 Tage hier. Die Gastgeber der Sächsischen Schweiz stellen rund 25.000 Gästebetten zur Verfügung (das sind nur die offiziell statistisch erfassten Meldedaten).

Die Anzahl der Tagestouristen ist nicht erfasst und mit Sicherheit um ein Mehrfaches höher. Viele Menschen in einem kleinen Gebiet mit einem Nationalpark.

Wanderautobahn im Bielatal

Wanderautobahn im Bielatal

Zum Vergleich:
Im gesamten Erzgebirge wurden im gleichen Zeitraum 650.000 Gäste registriert, die knapp 2 Millionen Übernachtungen buchten.

Das ist nur etwas mehr als das Doppelte im Vergleich zur Sächsischen Schweiz. Man betrachte dazu die räumliche Ausdehnung beider Gebiete auf einer Karte.

Die Zahlen beruhen auf offiziellen Angaben des Statistischen Landesamtes und wurden gerundet, was mir die genaue Quellenangabe ersparen soll.

Es gibt sie noch…

die Stiege, die erst 2010 erbaut wurde und aus tiefem Grund in luftige Höhe führt. Zwar nur kurz, aber knackig und im oberen Teil leicht überhängend ist sie eine kleine Herausforderung für jeden Stiegenfreund. Obwohl ihr kein langes Leben beschieden scheint, lässt sie sich derzeit noch erklimmen.

Der Videoclip wurde Ende März aufgenommen.

 

Na wunderbar – E-Bikes für die NPV

Klar, dass man im Nationalpark mit der Zeit gehen muss. Alles andere wäre ja auch irgendwie … anders. Nun hat man sich entschieden, mal etwas symbolisch zu werden und zwei E-Bikes angeschafft. Laut Sächsischer Zeitung (Lokalausgabe Pirna) sähe es nicht gut aus, wenn der Nationalpark mit schwerem Gerät durchs Gelände kurvt. NPV-Chef Butter gesteht ein: „Wir wissen, dass wir mit unseren Fahrzeugen nicht nur Freude erzeugen.“ Wohl wahr. Man denke nur an den neuesten Fauxpas zurück, den sich der Nationalpark geleistet hat (siehe unten).

Wegweiser im Nationalpark

Offenbar möchte man mit den Fahrrädern nun in die gegenteilige Richtung steuern. Die ersten zwei Bikes sollen nur der Anfang sein. Wenn sich die Lösung als praktikabel erweist, soll aufgerüstet und der Fahrradeinsatz zum Standard werden. Ich kann mir nun aber schon gut vorstellen, wie der ein oder andere Ranger in seinem Bettchen ins Grübeln kommt. Bei Wind und Wetter auf dem Fahrrad raus und ganz ohne kurbeln geht es ja nun auch nicht. Im Auto wars doch so gemütlich …

Aber Spaß beiseite, denn die Sache hat ja auch einen ernsten Hintergrund. Wenn man die Nationalparkpolitik nicht schon seit Jahren verfolgen würde, so könnte man sagen: eine feine Sache. Aber vor dem Hintergrund von so manchem Frevel (Einsatz mit schwerem Gerät, Wegesperrung, Schilderstreit, etc.), bleibt der Pedelec-Einsatz nicht mehr als reine Symbolik, getreu dem Motto: wenn wir da was für die Natur tun, können wir an anderer Stelle auch mal was Böses anrichten. Schade drum!

Quelle: Blog Der Glasperlenspieler (Christian Helfricht)

Licht und Schatten

Unser gemeinsames Webprojekt Sandsteinwandern.de steckt zwar noch in den Startlöchern – die Mitglieder der Interessengemeinschaft werden sich demächst vorstellen – einer der Initiatoren war aber eben medial werbewirksam unterwegs. Das Bergsportmagazin Biwak berichtete am Ende der halbstündigen Sendung vom 05.10.2011 von einer Wanderung mit Kindern, die Arndt durchführte. Derzeit lässt sich der Beitrag in der Mediathek des mdr ansehen.

durch Harvester 'umgepflügter' Wald

durch Harvester 'umgepflügter' Wald

Weniger erfreulich sind die Einsätze mit schwerer Technik, die in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz ihre Spuren hinterließen. Das erste Bild stammt aus dem Gebiet um den Bockstein bei Porschdorf. Interessant: dort verläuft haarscharf die Grenze des Nationalparks.

In der Böhmischen Schweiz, am Weg zwischen dem Rudolfstein und Hoheinleipa, habe ich mich kürzlich auch durch total zerfahrenes Gelände kämpfen müssen.

Kaputter Weg bei Hohenleipa.

Kaputter Weg bei Hohenleipa.

Und hier ging es nicht haarscharf am Nationalpark vorbei, sondern mitten durch. Ich bin mir relativ sicher, dass der Einsatz so schwerer Technik im besonders geschützten Gebiet dank der Gummiparagraphen in den Nationalparkverordnungen absolut legal ist. Wobei es hier aber völlig fehlt, das ist das Fingerspitzengefühl. Wenn ich es dem Wanderer verbiete, mit seinen mitteleuropäischen 80 Kilo auch nur den Weg zu verlassen, dann sollte ich auch nicht gleichzeitig tonnenschwere Maschinen in denselben schicken.

Quelle: Blog Wandern-Kinder.de (Arndt Noack)