IG-Treffen und Wanderung

Am 31.03. fand ein Treffen von 13 IG-Mitglieder in Cunnersdorf statt. Einen Bericht und die Ergebnisse der Diskussion wird es sicher bald an dieser Stelle und/oder im Forum geben. Vorab schon ein kleiner Clip unserer Wanderung zum Katzstein bei sehr ‚interessantem‘ Wetter. Vielen Dank an die Betreiber der Katzsteinbaude, die ihre Gaststätte extra für uns öffneten.

Einen Bericht unseres Mitglieds bernd_heinzzz mit vielen Bildern findet ihr auf seiner Website, weitere Beiträge im Blog von ‚Wandern mit Kindern‘, auf Karstens Heimatseite sowie in Christians Blog.

Waitzdorfer Sonnenaufgang

Ein Bericht unserer Stiegenfreunde Polenztaler und Wanderfreak.

Am 24.3.2012 tafen wir uns 5.20 Uhr zu einer gemeinsamen Wanderung. Das Ziel: Sonnenaufgang auf der Waitzdorfer Höhe. Mit dem Blick nach Osten in Richtung Gickelsberg kam der Feuerball zum Vorschein. Ein Naturerlebnis. Weiter ging es in Richtung Waitzdorfer Aussicht, danach auf dem oberen Ochelweg zur Kreuzung Mühlweg-Waldtorweg und über den Waitzdorfer Berg zurück zum Ausgangspunkt.
Länge der Wanderung: 6 km.

Sonnenaufgang Sonnenaufgang Bildergalerie

 

Mail aus der Zukunft – Teil 3

Wer die beiden ersten Teile noch nicht kennt, sollte zunächst den Beginn der Geschichte lesen: Teil 1Teil 2.

25. April 2062: Wir sind jetzt seit 2 Tagen da. Für Ende April ist es nachts noch ganz schön kalt, früh war dünnes Eis im Teekessel. Zum Glück haben wir „Shaun“ dabei.

Oban Distillery

Oban - 2062 letzte Distillery für Shaun

„Shaun“ ist der neue schottische Wärmeschild für unterwegs. Das Ding hält wirklich schön warm, ärgerlich ist nur, dass „Shaun“ mit 10jährigem Singlemalt betrieben werden muss. Das ist schon komisch, da hat man einen teuren Tropfen dabei, den man in die Heizung kippt und selber muss man den billigen Rotwein trinken. Aber wir sind ja auch nicht zum Saufen hier und haben inzwischen auch einiges geschafft.

Auf größeren Teilstrecken haben wir den oberen Flößersteig wieder neu gespurt, weil wir glauben, dass das so sein sollte und die Büffel ganz sicher nicht stören wird. Zwei Verhaue in der Richterschlüchte haben wir beiseite geräumt, mehrere verschüttete oder zugewucherte Original-Sandsteinstufen freigeräumt und verrutschte Stufen wieder richtig unterfüttert. Da wir glauben, bemerkt zu haben, dass die Ranger bei ihren Kontrollen in der Kernzone gar nicht mehr so aufmerksam sind. Sie scheinen hier weniger häufig durchzufahren und bleiben auch nicht so lange im Wald und schauen nur vom Auto aus.

Sie scheinen Angst vor den großen Luchsen zu haben, mit denen sich der Kormoran dann doch nicht angelegt hat. Jedenfalls sind wir bei den Verhauen jetzt dazu übergegangen, die Bäume nicht mehr komplett wegzuräumen, sondern nur die Begehbarkeit wiederherzustellen, aber so, dass der freie Durchgang verwinkelt hinten rum geht. Damit ist der Verhau – von weitem gesehen – immer noch vorhanden. Die Methode hat jetzt schon mehrmals recht langanhaltenden Erfolg gehabt. Um die zugewucherten Stufen wieder freizulegen, haben wir uns Ersatzspaten aus kräftigem Sperrholz gebaut. Damit lässt sich die mit Wurzeln verfilzte Decke aus Moos und Nadeln sehr gut von den Stufen schieben. Metallspaten und Machete haben einfach zu viel Krach gemacht. Auch zwei Aussichten haben wir vom Birkenwildwuchs befreit und mehrere kleine Inschriften vorsichtig nachgeschnitten, damit sie lesbar bleiben.

Webergrotte

Legendäres Schild vom Anfang des 21. Jahrhunderts

Das über 50 Jahre alte Schild an der Webergrotte, das der NNPV vor 10 Jahren wieder aufgestellt hat, lassen wir mal lieber stehen. Dafür haben wir erneut den Brückensteg vom Stufenstein vor der Webergrotte erneuert. Das muss natürlich jedesmal sein – auch wenn es meist nicht so lange Bestand hat.

Hat aber nicht so lange gedauert, die Burschen hatten die Balken nur heruntergestoßen und vor Ort liegen lassen.

Webergrotte

Aufstieg an der Webergrotte

So klappt die Zusammenarbeit. Zur Belohnung sind wir am Abend nochmal hochgestiegen, um die Sonne über dem Elbtal zu sehen. „Wie sie in den Westen abhaut“, wie Opa es nannte. Wie wir da so stehen, da entdeckten wir auf dem Rauschenstein, zwischen den Pfeilern des Schramm-Rapid zwei Personen. Die liefen  so unschlüssig hin und her, blieben mal stehen und guckten unten. Und sehr dick schienen die zu sein, „ha`m die etwa so`n altes FBI an?“, fragte Pinky. Sehr seltsam…

Wer da rumläuft und warum, das lesen wir in der Fortsetzung.

(Text Andreas P., Bilder und Ergänzung by Zwillingsstiege)

Protokoll vom Treffen und Gespräch mit der NPV

Mit dem ausdrücklichen Einverständnis unserer drei “Abgeordneten” beim ersten Treffen und Gespräch mit der NPV am 29.2.2012 stelle ich hier mal das Protokoll des Abends ein. Zum Nachlesen, zum Nachdenken, und hoffentlich zum ausgiebigen Diskutieren.

1. Treffen der IG mit der Nationalparkverwaltung

Ort: Sächsischer Bergsteigerbund, Könneritzstraße 33, Dresden

Zeit: 29.02.2012 18-21 Uhr

Teilnehmer:
Dr. Dietrich Butter (nachfolgend Bu) und Andreas Knaak (nachfolgend Kn) (NPV)
Klaus Kallweit (SBB) (nachfolgend Ka); Dr. Peter Rölke (nachfolgend ), Dr. Ulrich Vogt (SBB & AG Wege)
Dietmar Schubert (nachfolgend Schu), Mario Hennig (nachfolgend He), Karsten Krasselt (IG)

1. Einleitende Worte des Ehrenmitgliedes des SBB, Herrn Vogt, zur Geschichte der AG Wege

2. persönliche Vorstellung der Gesprächsteilnehmer

3. einleitende Worte von Herrn Butter zum bisherigen Kontakt
(Gespräch A. Mothes und Briefverkehr)

Bu: „Der Nationalpark Sächs. Schweiz ist nicht mein Nationalpark …“.
Bu (zur politischen Situation): NP ist einziger in Sachsen, für den Umweltminister ein Aushängeschild für den Naturschutz, dass nicht unter die Räder kommen darf. Er will ihn aber mit dem Menschen und wirbt für Akzeptanz. Der NP ist eine politische Entscheidung.

4. Diskussion zu den Themen „Ziele der IG“ und zum „Forderungskatalog“
–> sinngemäß: Wir sind kein Axel-Mothes-Fanclub, sondern ein „bunter Haufen“ mit ähnlichen, aber nicht immer gleichen Interessen

5.Thema „Wanderer und Natur“:
kein Widerspruch zwischen Natur und Mensch, Mensch ist Teil der Natur;
Natur bewahren für den Menschen;
zunehmende Nachfrage von Kinder- und Bildungseinrichtungen nach Natur-Erleben;
Ausgleich zwischen begehbaren Wegen und Ruheräumen für die Natur;

Bu: Naturschutz im NP: Artenschutz und Prozessschutz, heißt ungestörte Naturabläufe;
Verweis auf Nationalparkprogramm, insgesamt 40 Jahre zum Waldumbau

6.Thema „Kernzone, gesperrte Wege und Grenzübergänge“:
Änderung der rechtlichen Grundlagen für Veränderungen erforderlich;
NPV ist gebunden an den Nationalparkrat (Landrat + Bürgermeister der anliegenden Gemeinden) und an die Arbeit der AG Wege;

NPV ist an politische Interessen gebunden, besonders bzgl. der Grenzübergänge (Tschechen wollen definitiv keine weiteren Grenzübergänge)

Schu: Vorschlag zum Wiederöffnen des Grenzübergangs im Gr. Zschand (gut begründet), Sperrung ist nicht vermittelbar. Dafür Lob für den Erhalt des Zustands der Weberschlüchte nach dem Hochwasser. Wünschenswert wäre aber ein Übergang zum Gr. Zschand

Bu: Grenzgebiet im Zschand ist größtes zusammenhängendes Gebiet und grenzt an die 5km² Kernzone im Böhmischen = starker Widerstand auf böhmischer Seite;
Diskussion über einzelne Wege aber durchaus möglich, „Genehmigung“ dann durch AG

Bu: Nationalparkrat als Instanz entscheidet, u.a. vertreten Bürgermeister die kommunalen Belange AG Wege entscheidet über Wegekonzeption (Verordnung von 2003), hier R. Böhm als kommunaler Vertreter dabei. Keine Änderung am eingeschränkten Wegegebot in der Kernzone möglich, ohne dass gesetzliche Grundlagen geändert werden.

Weitere Diskussion:
Schu: „Der Naturgenuss wird versperrt.“ Sächs. Schweiz ist Naturraum, kein Museum. Wünscht sich Rückzug tief in die Natur. Zeitliche Sperrungen werden akzeptiert (von ihm bzw. der IG, Wanderer allgemein). Die Nachvollziehbarkeit der einzelnen Maßnahmen ist nicht gegeben.

Rö: Im Rahmen der Konzeption Finden von Kompromissen / Ausgleich, z.B. Bärenfangwände begehbar, Försterloch gesperrt; Nationalpark wollte zunächst gar keine Wege im Gebiet. Auch „Kulturschutz“ seitens der NPV, so das Schweizer Haus auf der Bastei.

Kn: befürchtet „Vermarktung“ seitens der Stiegenfreunde, sobald Wege freigegeben wären. Auf Nachfrage zur Zahl der Wanderer: zu Pfingsten wurden 130 Leute im Zschand / Hickelschlüchte (Grenze Zschand?) gezählt

Diskussion auch um Veröffentlichungen (Bücher, Websites, …) von „kleinen“ Wegen

Bu: Datenbank kulturhistorischer Landschaftselemente ist in Arbeit (großes Interesse Schu), dabei Zusammenarbeit mit Heimatvereinen usw.

Bu: Verweis auf Qualitätsstandards für Schutzgebiete / Nationalparks, großes Interesse der Politik, hier gut dazustehen. Evaluierung zeigt zu starke Besucherlast und eine sehr dichte Erschließung (im Vgl. zu anderen NPs). Zahlen: 360km² LSG Sächs. Schweiz, 95km² NP, 25km² Kernzone

7. Thema „Domstiege“ & co:
Freistaat ist Grundeigentümer, für Stiegenbau ist Genehmigung des Eigentümers als auch der Naturschutzbehörde erforderlich gesetzliche Wegesicherungspflicht für Erbauer

Rö: Die Domstiege (nicht in jetziger Form) kann in AG Wege eingebracht werden.

Bu: Reaktion auf Stiegenbau im Dom – erstmal beruhigen, obwohl bzgl. Haftung gehandelt werden muss. Rechtlich ist Eigenbau nicht zu rechtfertigen (Grundeigentum, Naturschutz). Abbau hat keine Alternative, allerdings kann offizieller Wegebau beantragt werden. Anfrage zu weiteren konkreten Änderungswünschen

Schu: Verweis auf Engstelle Gratweg Schrammsteine (Erosionsschäden) mit der gesperrten Alternative zum Mittelwinkel

He: Verweis auf Pavillonweg Kl. Winterberg

Schu: Weg am Krienitzgrad ist „ausgelatscht“, erneute Wegführung zum Grenzweg vorgeschlagen

8.Thema „Teufelsbrücke“ u.a. „Probleme mit der NPV“
Kommunikation und konstruktive Kritik ist besser als „Draufhauen“;
Geländer war gründlich geplant und mit Denkmalbehörde abgestimmt

He: Verweis auf schlechte Öffentlichkeitsarbeit der NPV, um Maßnahmen zu vermitteln

Bu: Details zur Teufelsbrücke, Denkmalschutzbelange wurden berücksichtigt, Vorgaben vom TÜV mussten eingehalten werden. Man hat es sich nicht leicht gemacht.

Ka / andere: Harsche Kritik und Verleumdungen gegen NPV zum Thema waren überzogen. Generell auch Beleidigungen im Internet.

Kn: Verlegung des Aufstiegs zum Kl. Winterberg war durch Gefahr durch umfallende Buchen erforderlich, Alternativen wären Abholzen oder Sperrung gewesen. Deshalb Weg entlang der Felsen.

9. IG hat derzeit keine Chance auf Platz in AG Wege, sollte mit SBB kooperieren oder über NPV;
Zusammenarbeit mit NP: Pflanzaktionen, Wegeinstandsetzung und Erosionsschutz sind denkbare Arbeiten der IG; Meldung von notwendigen Arbeiten (Wegebau, Aussichten freischneiden) sind direkt an Herrn Knaack möglich (andreas.knaak@smul.sachsen.de)

: IG sollte eine Liste mit Wünschen / Ideen usw. formulieren.
Entscheidungsstrukturen in der IG sind unklar, Aufklärung gewünscht.

Bu: Chancen für Aufnahme als Mitglied in AG Wege nicht gut, aber Jedermann kann Vorschläge an SBB oder auch NPV einreichen.

Schu / Bu: Gespräch über Arbeitseinsätze und mögl. Patenschaften – wird von NPV gern gesehen

Schu: Verweis auf unser Forum, Möglichkeit der Beteiligung für andere Parteien

He: Verweis auf andere Themen der IG, wie Waldschutz und Denkmalschutz

: IG sollte konkrete Liste mit gewünschten Veränderungen vorlegen. Der Gr. Dom wird in die AG Wege eingebracht, damit legaler Weg gebaut wird.

Kn: Viele Möglichkeiten für kleine Schritte vorhanden. Anträge zum Freischneiden von Aussichten auch direkt per Mail an ihn.

: Wer ist verantwortlich bei der IG, Ansprechpartner usw.?

Zusammenfassend: Konstruktives Gespräch, weitere Gesprächsbereitschaft vorhanden. Dr. Butter ist ein auf Ausgleich & Kommunikation bedachter NP-Chef.

Bu: „Interessen müssen auch artikuliert werden!“, wünscht sich Gesprächsfaden der nicht abreißt. Unser Schreiben hat eine positive Resonanz erfahren.

Kn: … bitte keinen Partisanenkrieg …