Frühlingswanderung – Durch das Schwarze Loch und die Hölle

Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass ich im Frühjahr und im Herbst eine Wanderung für meine Kollegen, deren Freunde, Angehörigen und Kinder organisiere. Da der Leistungsunterschied nicht nur aufgrund des Alters doch schon recht beachtlich ist, gibt es im Frühjahr die schwere und im Herbst die leichte Wanderung. Etwa drei Monate vorher bekommen alle aus meinem Wandermailverteiler eine Mail mit Routenbeschreibung und Terminvorschlägen. Den Termin mit den meisten Zusagen lege ich dann drei Wochen später als Wandertermin fest. Jeder darf so viele Mitwanderer mitbringen, wie er will. Für alle gelten aber zwei Reglen

  • Essen und Trinken hat jeder selber im Rucksack mitzubringen.
  • Die Route habe ich vorher festgelegt, ich diskutiere nicht an jedem Wegabzweig, wie’s weitergeht.

Bisher hat es damit keine Probleme gegeben. Dieses Jahr war am 25. April eine Runde mit Start und Ziel Schmilka auf der Tagesordnung. Weiterlesen

Wieder etwas Sandsteinstatistik

Jaaahahahaa! Sowas mag Graf Zahl. 🙂

1 2 3 4 Enten

1, 2, 3, 4 Enten, ja!

In der SZ gabs jetzt einen Artikel, wonach an der Oberen Schleuse ein staatlicher Vororttermin stattfand, bei dem über die drohende Versandung beraten wurde. Der Sachverhalt: Jedes Fliesgewässer transportiert andauernd Sande und Gerölle auf dem Grund. Jedes Stauwerk bremst das Wasser, sodass der Sand zum Stillstand kommt und der Boden im Staubereich immer mehr nach oben wächst. Im flachen Einlaufbereich des Staubereiches sitzen dann die Kähne auf Grund. Unschön, aber leicht zu beheben. Über das Kuriosum, dass nun der Kirnitzschsand in dem Moment, wo er aus dem Wasser gebaggert würde, zum kontaminierten Sondermüllproblem mit all seinen Entsorgungssorgen werden könnte, während er, mitten in der Nationalparkkernzone, im Wasser liegend ein unberührbares schützenswertes Naturelement bliebe – – – ach, da wollen wir nur drüber schmunzeln. Mit leichter Verbitterung allerdings.

Viel unterhaltsamer sind die Zahaahlen im Artikel: Weiterlesen

Eisenklammern en masse – Ochelsteig

Durch die Aufregung in einer Facebook-Gruppe, welche den Besitzer der Ochelbaude (und Kanu-Aktiv-Tours) für seine neueste Idee, einen Klettersteig an derselben zu errichten, schalten, wurden wir auf diese neue Entwicklung aufmerksam. Zudem waren wir am vergangenen Wochenende im Ochelgebiet wandern und sahen beim Warten auf den Zug in Porschdorf plötzlich Menschen in der Wand hinter der Ochelbaude. Sollte der Klettersteig schon offen sein? Auf der Homepage keine Informationen, aber ein Anruf in der Baude brachte Gewissheit: man darf (gegen einen kleinen Obulus) Losklettern! Heute morgen standen wir vor der Wand:01 - FrontalansichtWir haben uns dann in der Baude gemeldet, etwas für den Aufbau gespendet (Empfehlung 1€ pro Nase) und den Code für das Zahlenschloss erfahren, welches am Tor den Zugang verwehrt. Um dahin zu kommen, geht man gegenüber der Ochelbaude 50m den Hang hoch und wendet sich nach rechts:
02 - Linke Seite mit Zugangstor
Also ab durchs Tor und schon sieht man die ersten Meter. Das Sicherungsseil läuft zumeist oberhalb und man steht mit den Füßen auf Klammern, seltener auf Stiften oder Fels.

03 - erstes Stueck

Wendet man sich um die erste Ecke, muss man sich entscheiden. Gerade die Wand hoch zu Leiter ist es leichter und kürzer, nach rechts zur nächsten Ecke schwieriger und länger.

04 - Abzweig rechts schwierig oben leichter

Hier sieht man den leichteren Weg:

05 - leichter Weg

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Sturmschäden am Fritzschenstein

Rund um den Fritzschenstein hat ein Sturm gewütet und zahlreiche Bäume entwurzelt. Was zunächst wie ein unabwendbares Naturereignis erscheint, hätte aber nicht sein müssen. Denn die meisten Bäume sind gekippt, weil sie einfach ganz allein standen – nicht mehr geschützt vom umgebenden Wald. Selbiger wurde nämlich vor einigen Jahren bereits im Zuge des mehr als umstrittenen “Waldumbaus” derart gelichtet, dass nun der Sturm ungebremst da hineinfahren konnte.

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Besonders pikant: erst vor wenigen Wochen wurden in diesem Bereich junge Weißtannen gepflanzt. Die haben nun, ungeschützt von umgebender Vegetation, keine Chance mehr, älter zu werden. Entweder werden sie vom Wild verbissen, oder aber bei der Aufarbeitung des Sturmholzes von Forstmaschinen zerstört.

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Und schließlich: auch die Wege werden so doppelt beansprucht. Denn beim jetzt notwendigen Einsatz von Forstmaschinen werden sie wieder kaputt gefahren, was eine neuerliche Instandsetzung erforderlich macht.

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Fazit: die derzeitige Politik des Staatsbetriebes Sachsenforst, aus dem Nationalpark unter dem Label “Waldumbau” alles herauszuholen, was die momentan hohen Holzpreise hergeben, schlägt zurück. Die Sturmschäden hätten nicht sein müssen, hätte man den Wald nicht so stark “durchforstet”. Und dann hätten wohl auch die frisch gepflanzten Weißtannen eine Chance gehabt. Von den Wanderwegen ganz zu schweigen.

Nachträgliches zum Triebtal

Während der Osterfeiertage weilte ich im Vogtland und hatte die Möglichkeit, einen wenn auch nur kurzen Blick ins „Durchforstungsgebiet“ im NSG Triebtal zu werfen (siehe dazu meinen Blogbeitrag vom 22. Januar dieses Jahres). Da der Winter bekanntermaßen eher mild war und damit der Boden nicht gefroren, sind hier durch die Erntemaschinen natürlich „schöne Wege“ in den Wald gefahren worden – zu Lasten des Bodens und der Wanderwege. Doch seht selbst:

Wanderweg von Sperrmauer zum Bronzezeitwall (links)

Wanderweg von Sperrmauer zum Bronzezeitwall (links)

Wanderweg von Sperrmauer zum Bronzezeitwall (rechts)

Wanderweg von Sperrmauer zum Bronzezeitwall (rechts)

Eine von vielen Fahrspuren am Eisenberg

Eine von vielen Fahrspuren am Eisenberg

Der nächste Jahresüberschuss von Sachsenforst?

Der nächste Jahresüberschuss von Sachsenforst?

Der oben genannte bronzezeitliche Wall soll auch durch die Erntemaschinen teilweise beschädigt worden sein, leider konnte ich diese Stelle nicht selbst in Augenschein nehmen. Freude an der Natur macht eine Wanderung durch das betroffene Gebiet natürlich nicht mehr.