Drei Tage im Zentralmassiv (1/3)

Naja, aber die Überschrift muss doch etwas hermachen. Es ist natürlich nicht das Alpine  Tante über unsgemeint und wir waren auch keine drei Tage am Stück unterwegs.

Aber fangen wir mal am Anfang an: Am Anfang war das Wort – eigentlich ein Bild von Karsten – vom alten Aufstieg zum Carolafels. Das hat mich daran erinnert, dass ich da auch mal lang und überhaupt mal so ein paar „Nebenschauplätze“ beschnuppern wollte.

Los gings Anfang März, kühl, Schneereste, scharfer Wind. Die Beschreibung des Weges aus dem Schießgrund lass ich mal links liegen, wie wir den ersten Nebenschauplatz rechts liegen lassen haben. Denn 1. gesperrt und 2. immer so nass, dass es kaum so richtig Spaß machen dürfte.

unschönAm Abzweig zur Elbaussicht dann ein unangenehmer Anblick. Natürlich, man will die Stelle nicht einladend gestalten, die Menge soll nur zur Hauptaussicht gehen. Aber muss es deshalb so aussehen? Man könnte es sicher auch irgendwie ordentlicher und trotzdem nicht so ganz einfach begehbar gestalten.

Auf der Elbaussicht wars dann wirklich windig – und auch stürmische Elbaussichtnicht. Direkt über die Aussicht pfiff zwar ein scharfern kalter Märzwind, aber 3m daneben war es im Windschatten in der Vorfrühlingssomme so richtig schön warm. Bemerkenswerter Effekt. Bei den überraschend wenigen Menschen konnten wir auch mal wieder die Hauptaussicht besuchen und dann zum Müllerstein. Rolf hat da so eine Punktreihe und ich wollte schon lange wissen, ob man da kann und Aussicht hat. Ja, man kann und hat, das darf man sagen. Sehr schöne ruhige „Hinterhofstimmung“, wo man gut dem großen Strom entkommen kann. Man sollte nur schnell um die Ecke hinter den Bänke verschwinden, damit nicht gleich noch Gruppen scharfe Ecke am Müllerstein unser erster Gipfel Tante vom Müllersteinhinterherkommen. Um die scharfe Ecke haben wir uns dann doch nicht getraut – nur von zwei Seiten rumgeguckt – egal. Ärgerlicher war, dass wir den Rückweg auf dem offiziellen Kletterzugang zum Ausstieg vom Mittelwinkel nicht geschafft haben – das wurmt doch etwas. Wir hätten vielleicht noch etwas genauer suchen sollen, aber das sah dort eigentlich schon aus wie der richtige Weg. Nur in der „Ecke der Entscheidung“ war es einfach gleichzeitig zu duster, zu feucht, zu kalt und zu zugig. Und auf dem schlüpfrig-grünen Fels hätten wir, auf rundgelutschten Buckelchen 3m hoch steigen müssen – nee danke. Aber auf der Alternativensuche haben wir dann wenigstens noch unseren „Jahresersten“ bestiegen. Da waren wir dann immerhin höher als der Müllerstein, aber auch weit über dem Gratweg und ohne erkennbaren Abstieg. Also zurück und auf dem normalen Gratweg weiter. Weiterlesen

Wegewiederherstellung?

Letzte Woche war ich wieder mal am Seibt-Weg zwischen Nikolsdorf und Königstein unterwegs. Hier war ich vor 2 Jahren schon einmal gewesen und hatte über Holzarbeiten am Spanghorn und Seibtweg berichtet. Diese sind inzwischen schon länger abgeschlossen und der Wald beginnt sich etwas zu erholen. Was ich aber heute zeigen möchte, ist die (zumindest im Nationalpark) immer versprochene „Wiederherstellung der Wege nach Abschluss der Forstarbeiten“. Die Realität nun in einigen Bildern:

Seibtweg original nahe bei Nikolsdorf

Seibtweg original nahe bei Nikolsdorf

Seibtweg nahe Eselsweg / Königstein

Seibtweg nahe Eselsweg / Königstein

Immer noch viele Reisigreste am Weg

Immer noch viele Reisigreste am Weg

Statt Wanderweg breite Fahrschneise

Statt Wanderweg breite Fahrschneise

Seitliche Rückegasse mit tiefen Fahrrillen

Seitliche Rückegasse mit tiefen Fahrrillen

Wie zu sehen ist, statt des romantischen Wanderweges eine breite Fahrtrasse, stellenweise schlammig-feucht und am Rande unschön mit den Resten der gefällten Bäume verziert. Lieber Sachsenforst, Note: mangelhaft!

Projekt Zahnradbahn am Neuen Wildenstein wird Wirklichkeit

Nachdem nun endlich auch der Naturschutz zugestimmt hat, ist der Auftrag zum Projekt „Neuer Wildenstein – Kuhstall“ an ein weltweit rennomiertes Architekturbüro (Sitz in Kapstadt) freigegeben worden. Die Finanzierung des Projektes ist über eine Spendenaktion schon 2014 gesichert gewesen, außerdem werden EU-Fördermittel zur touristischen Erschließung naturnaher Gebiete bereitgestellt.

kuhstall

Die kleine Zahnradbahn (Zugmaschine und zwei Beförderungswagen für maximal 25 Personen) soll vom Haltepunkt Neumannmühle auf gerader Linie bis kurz vor den Aufstieg am Kuhstall verlaufen. Vom Haltepunkt Kuhstall sind es dann noch 100 Meter bis zur Aussichtsplattform. Die Bahn ist umweltneutral mit einem regenerativen elektrischen Antrieb ausgestattet, der mittels Solarenergie von einer Anlage auf dem Dach des neuen Kuhstallhotels versorgt wird. Dieses Hotel wird auf dem Platz der derzeitigen Gaststätte stehen und mit nur 110 Betten dem Schutz der empfindlichen Natur des Wildensteins gerecht. Das Hotel wird in der 4-Sterne-Kategorie ausgestattet, damit auch zahlungskräftige Touristen die Schönheiten des Elbsandsteingebirges auf gehobenem Niveau genießen können. Die touristische Erschließung des Felsens ist natürlich auch zu Fuß auf den jetzt schon vorhandenen Wanderwegen weiter möglich. Eine im Hotel integrierte Gaststätte mit Außenanlage sichert dem hungrigen Wanderer sein „Überleben“. Das Preisniveau für Speisen und Getränke wird sich auf ortsüblichem Niveau bewegen.

Der Bau wird im März 2017 beginnen und Dank der gesicherten Finanzierung ist die Einweihung der Anlage schon für Mai 2019 festgelegt.