PER ASPERA AD ASTRA

Also wirklich.
Einen so schöner Winterwandertag wie am kürzlichen 2. Adventsonntag erlebt man nicht oft. grosser-baerenstein

Wir wollten nochmal zu den Sternen aufsteigen, durch die Steine sowieso und mal von wo anders starten. Von Westen – Schöne Höhe Naundorf – den Weg nach Pötzscha hinunter – vor der zweiten Stufenreihe nach rechts – an den dortigen überraschend großen Felswänden bleibend – auf schön strukturierten Weg nach Osten – unvermittelt sandabbau-vielleicht-1wo-ist-dasbefinden wir uns auf einem schmalen Band – links ein 15m tiefer Grund – rechts 10m hohe Felsen und ein weiteres Band auf dem sich auffällige Ausschlegelungen finden. Da an der Stelle weder Platz für einen Weg noch für eine Sitzbank benötigt werden könnte, die Stelle aber vom Dorf aus gut erreichbar ist, vermuteten wir eine Scheuersand-Abbaustelle. Der Fels wirkte auch weich und feinkörnig.
Aber weiter – auf die andere Seite der kleinen Schlucht – Felsband sehr schmal – dann zu schmal – etwas höher ausweichend an Bärensteinnadel und -Turm vorbei – durch ein windbruchverhauenes Waldstück – direkt in den Riegelhof. Kleine Eiszapfen in der Eingangshöhle zur Stiege verursachen Bangigkeit. Aber außer etwas flüssigem Wasser auf den Höhlenstufen gabs keinerlei Nässe oder Glätte. Da war es im Herbst mit den widerlich glitschig veralgten Wänden weniger schön.
winterschmuck wind-von-rechtsAber so war alles trocken gefroren und im Ausstieg wurde der Latein-Spruch vom Einstieg sinnlich erlebbar – aus der kalten, schattig-düsteren Spalte stiegen wir nun mit himmelwerts gerichtetem Blick durch das sich weitende Stiegenende hinauf, wo vor dem strahlend blauen Himmel die mit großen glitzernden Rauhreifkristallen geschmückten Zweige der Bäume wie Kristalllüster in einem Kronleuchtersaal funkelten und das Herz mit Frohsinn und Leichtigkeit füllten. Oder kürzer ausgedrückt: Einfach großartig! Und ja, da oben stehen keine Hagebutten, die standen unten am Dorfrand, aber sie sind doch so hübsch.

Nach kurzer Gipfelrast der immer liliensteinblickwieder kurzweilige Abstieg über den flachen Bärenrücken – hinüber zum kleinen Bär – auf dem Weg die schon anderswo erwähnte Begegnung mit der „Gruppe Polenztaler“ – die übrigens nur ein kleiner Teil der überraschend großen Wandergemeinde war, die an diesem Tag, mehr als zur Hauptsaison, die Wege um die Bären belebte.

Wir verlassen nun am Wasserbehälter diese schon fast aufdringlich belebten Wege wieder. Wir wollen dem Gipfel aus West näherkommen – an Rhombus und Bärensteinklotz vorbei – noch ein Stück – diese Kerbe hoch? – nein – aber hier – oder doch nicht? – der kleine Kessel schein hinten zu zu sein – doch mal etwas näher rangehen – und ja – da rechts geht es um einige Ecken in sehr hübscher Wegführung hinauf. Und ja, wir sind oben, aber noch bestehen Zweifel – der Blick fällt gegenüber der Kuppe gleich wieder in einen ordentlichen Abgrund – der eigentliche Gipfel noch deutlich dahinter – ist das begehbar? – ja, wir kommen auf schlängelnden Pfaden hinüber.

Aber wir sind doch zu früh aufgestiegen. Wir wollten eigentlich unmittelbar zwischen Drei Bären und dem Gipfelmassiv herauskommen – so stoßen wir in halber Höhe auf den normalen Aufstieg – auch schön. Glühwein kochen – Nüsse knabbern – Aussicht zum Großen genießen – und plötzlich – was ist das denn? Was machen die da? was-machen-die-daGegenüber an der Süd-Ost-Ecke bewegen sich zwei Menschen (hellblauer Rucksack) in ca. 15m Höhe in der Wand – klettern nach links in die Spalte der glatten Rampe – bleiben 5 Minuten drin – kommen wieder raus – klettern schräg nach rechts hoch – verschwinden in den Büschen – kommen nach 10 Minuten wieder raus – und wieder runter – wieder in die Spalte – unser Glühwein ist alle – uns wird kalt – wir packen ein – es kommt niemand wieder raus.
Was machen die da? Da sind doch keine Klettergipfel? Wohnen die da oder waren die auf der Suche nach der Riegelhofstiege?

Hätten wir Hilfe holen müssen? Das schauen wir uns vielleicht beim nächsten Mal aus der Nähe an.


3 Gedanken zu “PER ASPERA AD ASTRA

    • Ach ja, das kann natürlich sein. Suchend haben die gewirkt und Cacher sind auch verrückt genug (man denke an die Fichte im KT). Und wer weiß, vielleicht ist es da ja gar nicht so steil wie es aussieht, das kann man im Draufblick nicht beurteilen. Ääh, aber wieso Rauenstein? Da hätten sie sich aber doch etwas verlaufen …

  1. Schöne Stimmung, schöner Bericht! Und was die Typen da im Fels treiben – keine Ahnung. Was zum Klettern gibt’s da (offiziell) jedenfalls nicht. Frage mich, wie die überhaupt dahin gekommen sind …

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