Altendorfer Dorfbachklamm

Dorfklamm unten

Altendörfer gibts es viele. Unseres liegt kurz vor den Toren von Schandau rechts über dem unteren Kirnitzschtal und gute 100 Meter höher. Das ist auch der Grund dafür, dass sich der Dorfbach auf dem Weg zur größeren Schwester recht ordentlich in die Landschaft eingeschnitten hat. Ob man diese Scharte nun zu Recht als Klamm bezeichnet kann strittig sein, zumindest wenn man an die Stille oder Wilde Klamm im Böhmischen denkt, oder gar an gleichnamige Gebilde im Alpenraum. Das ist aber alles Nebensache, denn tatsächlich ist die kleine Landschaftsstruktur durchaus ansehens- und besuchenswert. Immerhin führt auch der vielbeworbene Malerweg da hindurch.

Steinbrecherstiege unten

Ein Besuch lohnt sich aber auch wenn man nicht auf so langen Routen unterwegs ist. Durch die ebenda befindliche sogenannte Steinbrecherstiege lässt sich eine schöne kleine Kaffeerunde abwandern. Starten könnte man unmittelbar an der Mündung der beiden Wässer, aber dann hätte man nur 200 Meter zu laufen, was nicht nur etwas arg kurz wäre, sondern man müsste ja auch erstmal da hin gelangen. Wählt man dafür die Bahn, so bietet sich die Haltestelle am Depot zum Aussteigen an und in der Nähe findet man auch ein Plätzchen für’s Auto.

Steinbrecherstiege oben

So von mir im letzten Herbst probiert, als wir uns vor der Heimfahrt bei schönem Nieselwetter mal noch ein wenig die Füße vertreten wollten. Direkt vor dem Depot gelangt man auf den Flößersteig, der hier mal rechts der Kirnitzsch verläuft und sehr bequem aber gestaltarm bis zum Dorfbach führt. Dort wird’s gleich viel hübscher und man steigt auf gehauenen und gesetzten Stufen gleich ein steiles Stück hinauf um bald schon nach dem Abzweig nach der besagten Stiege zu suchen, die man nach Kartenlage rechts vermuten muss. Ist es wirklich dieser unscheinbare Pfad? Ja, jetzt kommen Holzstufen und schließlich ausgehauene Kerben über eine Felsenplatte, alles immer recht steil, bis zum malerischen Ausstieg durch ein kleines Felsentor am Löwenkopf. Hier haben wir dann auch bald das obere Ende der eigentlichen Dorfbachklamm erreicht und steigen zunächst auf einer gut erhaltenen Treppe zum Dorfbach hinab. Der hier befindliche obere Mittelteil der Klamm wurde durch zurücklie

Steinbrecher Ausstieg

gende Starkregenereignisse, wie das die Wetterfrösche nennen, in Mitleidenschaft genommen. Der Weg liegt hier genau im Bett des Baches, wo man einzelne Stufen, den eigentlichen Weg aber kaum noch zu erkennen kann. Mit der nötigen Aufmerksamkeit ist der Teil aber noch begehbar. Der untere Mittelteil wird durch zwei lange Eisentreppen gebildet, welche in recht guten Zustand erscheinen. Die Wassermassen sind hier wohl drum herum bzw. darunter hinweg geflossen. Der untere Teil liegt dann wieder über dem Dorfbachniveau und ist ebenfalls sehr gut erhalten und ebenso begehbar. So weit, so schön.

Dorfklamm oben

Ende 2016 kamen dann Gerüchte auf, wonach aufgrund der bestehenden Schäden der Weg durch die Klamm gesperrt werden sollte/könnte. Dass ein solches Gerücht gleich für glaubwürdig gehalten wird könnte wohl an ähnlichem Verhalten der Nationalparkverwaltung in der Vergangenheit liegen. Selbst die inzwischen aufgetauchte Information, dass es im Zusammenhang mit der Dorfbachklamm nur darum gegangen sei, die danebenliegende Steinbrecherstiege zu „reaktivieren“ kann die Befürchtungen nicht beseitigen – nein – sogar eher noch verstärken. Warum? Nun, nach dem Verständnis der NPV existiert der Weg über die Steinbrecherstiege ja gar nicht, weil er nicht markiert oder beschildert ist. Wenn nun der Weg mit Zeichen und Schildern ausgewiesen würde, so würde eine neuer, ein zweiter Weg quasi neu geschaffen. Nach allen Erfahrungen schafft die NPV

der kaputte Teil

aber neue Wege nur nach dem Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Es müsste also ein anderer Weg aufgegeben werden. Nach erklärter Meinung der NPV (man denke an den „Alten Flößersteig“ im Großen Zschand) sind ja auch zwei Wege zu ein und demselben Ziel vollkommen unnötig. Da sich hier nun ein recht gut erhaltener Weg, ohne große Baumaßnahmen, schaffen lassen würde und andererseits die aufwändigen Arbeiten an einem beschädigten Weg einzusparen wären … Wer käme da nicht auf so naheliegende Gedanken?

die Treppen

Der Weg durch die Klamm wäre aus meiner Sicht auf jeden Fall erhaltenswert – der beschädigte Teil müsste zwar für ein Malerweg-Niveau unbedingt etwas repariert werden – der Aufwand scheint aber angemessen und realisierbar – der überwiegende Teil des Weges ist in gutem Zustand – besonders die teuren Eisentreppen scheinen problemlos noch viele Jahre zu halten – und vielleicht könnten ja auch Teile des ursprünglichen Wegverlaufes wieder begehbar gemacht werden.

Die Steinbrecherstiege darf natürlich ruhig ausgeschildert werden, aber der Weg durch die Klamm sollte erhalten werden – wäre schade drum.

Oder wie seht ihr das?


Ein Gedanke zu “Altendorfer Dorfbachklamm

  1. Bin die Wege auch schon gegangen. Auch meine Enkel waren davon angetan. Bedeutet, auf jeden Fall erstrebenswert nachfolgenden Wandergenerationen die Schönheiten in unserer ,, Schweiz,, zu erhalten. Daran sollten auch mal die Verantwortlichen in der NPV denken. Verantwortung nicht nur für die Natur, sondern auch für die nächsten Generationen, die diese erfahren/erwandern möchten.
    B.F.

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