Waldzerstörungen im Nationalpark Sächsische Schweiz – IG Stiegen- und Wanderfreunde fordert personelle Konsequenzen

Bei Waldarbeiten in der hinteren Sächsischen Schweiz ist das Tal des Goldbaches zwischen Saupsdorf und dem Kirnitzschtal praktisch zerstört worden. So hinterließen die Forstmaschinen bis zu 1,70 Meter tiefe Furchen, der dadurch ausgespülte Schlamm zerstörte das Bett des Goldbaches. Wurzeln gesunder Bäume wurden irreversibel geschädigt. Einheimische und schützenswerte Arten wie etwa die Weißbuche wurden gefällt, um Platz für die Forstmaschinen zu schaffen. Auf Teilen wurde der Weg mit gebietsfremden Granitschotter befestigt.



Die verantwortliche Nationalparkverwaltung hat damit – zum wiederholten Male – gegen ihre eigenen Bestimmungen in eklatanter Weise verstoßen. Denn in der Nationalparkverordnung heißt es eindeutig: „Im Nationalpark sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung, nachteiligen Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile oder zu einer sonstigen erheblichen Störung führen.“ Explizit verboten ist es danach auch, Pflanzen oder den Boden zu beschädigen sowie Wege wesentlich zu verändern.



Verbote, die scheinbar nur für die Besucher, nicht aber für die Verwalter des Nationalparks gelten. Die jährlich gebetsmühlenartig wiederholten Versprechen des Nationalparkchefs, Waldarbeiten mit Fingerspitzengefühl und nur bei festen Bodenverhältnissen durchzuführen, haben sich einmal mehr als hohle Phrasen erwiesen.



Als IG Stiegen- und Wanderfreunde fordern wir hier personelle Konsequenzen. Die Verantwortlichen, so scheint es, begreifen den Nationalpark als Nutzholzplantage, die ohne Rücksicht auf Verluste ausgebeutet werden darf. Sie sind hier fehl am Platz.


7 Gedanken zu “Waldzerstörungen im Nationalpark Sächsische Schweiz – IG Stiegen- und Wanderfreunde fordert personelle Konsequenzen

  1. Ich halt mich mit Blick auf mein schwebendes Verfahren hier mal bissel zurück. Wer mich jedoch bissel kennt, kennt auch meine Meinung.
    Hatte lange Zeit gedacht, dass der NP eine richtige und wichtige Sache ist.
    Wie man seine Meinung doch ändern kann (muss).

  2. Die Nationalparkverwaltung hat wieder mal ihr wahres Gesicht gezeigt. Einfach nur abartig. Man könnte sie ja glatt als Ökoterroristen bezeichnen – vielleicht reagiert der Herr Trump auf diesen Wink! 😉

  3. Sehr sehr schade, in welcher Art und Weise die von unseren Steuergeldern bezahlten Institutionen mit den von uns bezahlten Steuergeldern umgehen und insbesondere natürlich mit unser aller Natur! Unverantwortlich!
    Und ich pass sogar noch auf, dass ich beim Wandern kein einzig klein Tännchen zertrampele!
    Mir kommt die Galle hoch!

  4. Also ich finde, ihr müsst mehr Geduld haben, denn Zitat: „Die Nationalparkverwaltung weist darauf hin, dass die neue Pfadspur bis auf weiteres noch nicht begehbar ist, da die Wegearbeiten hierzu noch andauern und der Boden noch abtrocknen muss.“

    Der komplette Beitrag von heute 🙂 http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/aktuelles/news/maschinenweg-wird-zu-wanderpfad/

    Im Ernst: Was mich in dem Fall besonders ärgert ist der Umstand (sofern ich das recht erinnere), dass die Obere Schleuse langsam verlandet und die Kahnfahrten vielleicht bald nicht mehr möglich sein werden, weil ja im Winter die Ablagerungen nicht mehr „rausgespült“ werden dürfen. Soweit ich das verstanden habe ist die Begründung dafür, dass die (natürlichen) Ablagerungen weiter unten die Bachflora und -Fauna schädigen könnten oder würden.

    Nun werden aber hier durch die massiven Erdbewegungen bei ungünstigen Wetterverhältnissen Unmengen von (natürlicherweise nicht entstehenden) Schlamm in den Bach gespült – der kleistert wirklich alles zu und erstickt die Grundlebewesen im Bach und selbst Pflanzen die unter cm-dicken Schlamm liegen dürften erledigt sein.
    Und in die Kirnitzsch gelangt der Dreck schließlich auch noch, wo ja der ohnehin schon im Bach befindliche und in der Schleuse nur zwischengelagerte und hauptsächlich eher sandige Dreck ja hochamtlich verboten ist.
    Die Doppelzüngigkeit ist wirklich zum k…….

    • Völlig recht du hast.

      Sauferei!
      – wäre wahrscheinlich besser gewesen, da hat man wenigstens einen Rausch davon, vielleicht sogar einen Filmriss. Da könnte man vergessen. So allerdings gibt es ein böses Erwachen.

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