Waldzerstörungen im Nationalpark Sächsische Schweiz – IG Stiegen- und Wanderfreunde fordert personelle Konsequenzen

Bei Waldarbeiten in der hinteren Sächsischen Schweiz ist das Tal des Goldbaches zwischen Saupsdorf und dem Kirnitzschtal praktisch zerstört worden. So hinterließen die Forstmaschinen bis zu 1,70 Meter tiefe Furchen, der dadurch ausgespülte Schlamm zerstörte das Bett des Goldbaches. Wurzeln gesunder Bäume wurden irreversibel geschädigt. Einheimische und schützenswerte Arten wie etwa die Weißbuche wurden gefällt, um Platz für die Forstmaschinen zu schaffen. Auf Teilen wurde der Weg mit gebietsfremden Granitschotter befestigt.



Die verantwortliche Nationalparkverwaltung hat damit – zum wiederholten Male – gegen ihre eigenen Bestimmungen in eklatanter Weise verstoßen. Denn in der Nationalparkverordnung heißt es eindeutig: „Im Nationalpark sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung, nachteiligen Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile oder zu einer sonstigen erheblichen Störung führen.“ Explizit verboten ist es danach auch, Pflanzen oder den Boden zu beschädigen sowie Wege wesentlich zu verändern.



Verbote, die scheinbar nur für die Besucher, nicht aber für die Verwalter des Nationalparks gelten. Die jährlich gebetsmühlenartig wiederholten Versprechen des Nationalparkchefs, Waldarbeiten mit Fingerspitzengefühl und nur bei festen Bodenverhältnissen durchzuführen, haben sich einmal mehr als hohle Phrasen erwiesen.



Als IG Stiegen- und Wanderfreunde fordern wir hier personelle Konsequenzen. Die Verantwortlichen, so scheint es, begreifen den Nationalpark als Nutzholzplantage, die ohne Rücksicht auf Verluste ausgebeutet werden darf. Sie sind hier fehl am Platz.


21 Gedanken zu “Waldzerstörungen im Nationalpark Sächsische Schweiz – IG Stiegen- und Wanderfreunde fordert personelle Konsequenzen

  1. Ich war selbst am 24.04. am Arnstein und Kleinstein unterwegs und habe die Wald- und Wegzerstörungen gesehen. Es war deutlich zu erkennen, daß mit voller Absicht von Anfang an mit dem Bagger Wege verbreitert wurden und dabei Hänge und ganze Bäume beschädigt wurden, um die Abfuhr des Holzes zu ermöglichen. Den Schaden, den die Nationalparkverwaltung dabei angerichtet hat, könnte man doch mal hochrechnen, unter Zugrundelegung des Bußgeldbescheides an Axel über 450 Euro, da müßte doch ne Million dabei rauskommen. Und wer schickt der NPV diesen Bußgeldbescheid? Man müßte mal so frei sein. Wenn die NPV wenigstens etwas Ehre im Leib hätte, würde sie den Bußgeldbescheid an Axel zurückziehen.

  2. Am 9.5. bekommt Dr. Butter Besuch vom Ministerium und vom Staatsbetrieb Sachsenforst.
    Mit Hochdruck wurde an der Beseitigung der entstandenen Schäden am Goldbach gearbeitet um alles zu vertuschen um den hohen Besuch eine Scheinwelt vorzugaukeln.
    Am neu angelegten Weg wurden auch wieder Wurzeln beschädigt.
    Das Fazit wird wohl sein: Man ist sich einig mit den Worten „So schlimm war`s ja nicht.“

  3. Ist eine ziemliche Sauerei, was da veranstaltet wurde. Auf der Webseite der Nationalparkverwaltung klingt das alles zu niedlich, wie geplant das da so etwas passiert ist. Kein Wort was da abging!
    Mittlerweile habe ich den Eindruck, das der Waldabbau (ja das ist es ja wirklich) immer aggressiver wird. Ich denke nur an Gegenden (um nur Beispiele zu nennen) wie rund um den Quirl, unterhalb vom Auerhanstein, unterhalb vom Bloßstock (grobe Richtung) …
    Wege kaputt, Wald sieht aus wie nach einem Bombenangriff, viel Zeugs bleibt liegen. Und damit verbunden wird dieses Holz zum Feuermachen genutzt (Beispiel Quirl, siehe mein Video dazu), Müll abgelagert, viele neue Trampelpfade … Ist ja eh kein Baum da, also latscht man quer übers „Stoppelfeld“. Und von einem Naturschutzgebiet ist eigentlich nichts mehr zu sehen, das Wort „Plantage“ sagt alles aus. Da hilft auch nicht die Aussage „in 20 Jahren sieht das keiner mehr“.
    Das bezeichne ich, und ich sage das gerne öffentlich, als Raubbau mit finanziellem Anreiz. LG Sel

  4. Der MDR war zum Drehen da und wollte es eigentlich am Freitag, 28.04.17, im Sachsenspiegel senden. Das ist nicht passiert, auch am Samstag und (höchstwahrscheinlich) Sonntag nicht. Keine Zeit oder politisch nicht gewollt?

  5. Dazu schreibt der NP aktuell auf seiner Wegeinfoseite:
    „Der Wanderweg vom Parkplatz Helfrichts Wiese am Kleinstein vorbei zum Arnstein wurde wieder begehfähig gemacht. Der Weg im Goldbachgrund ist aktuell technisch nicht passierbar, aber nicht gesperrt, weil keine forstlichen Maßnahmen mehr stattfinden.“
    Bitte die Gummistiefel nicht vergessen!

  6. Ich halt mich mit Blick auf mein schwebendes Verfahren hier mal bissel zurück. Wer mich jedoch bissel kennt, kennt auch meine Meinung.
    Hatte lange Zeit gedacht, dass der NP eine richtige und wichtige Sache ist.
    Wie man seine Meinung doch ändern kann (muss).

  7. Die Nationalparkverwaltung hat wieder mal ihr wahres Gesicht gezeigt. Einfach nur abartig. Man könnte sie ja glatt als Ökoterroristen bezeichnen – vielleicht reagiert der Herr Trump auf diesen Wink! 😉

  8. Sehr sehr schade, in welcher Art und Weise die von unseren Steuergeldern bezahlten Institutionen mit den von uns bezahlten Steuergeldern umgehen und insbesondere natürlich mit unser aller Natur! Unverantwortlich!
    Und ich pass sogar noch auf, dass ich beim Wandern kein einzig klein Tännchen zertrampele!
    Mir kommt die Galle hoch!

  9. Also ich finde, ihr müsst mehr Geduld haben, denn Zitat: „Die Nationalparkverwaltung weist darauf hin, dass die neue Pfadspur bis auf weiteres noch nicht begehbar ist, da die Wegearbeiten hierzu noch andauern und der Boden noch abtrocknen muss.“

    Der komplette Beitrag von heute 🙂 http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/aktuelles/news/maschinenweg-wird-zu-wanderpfad/

    Im Ernst: Was mich in dem Fall besonders ärgert ist der Umstand (sofern ich das recht erinnere), dass die Obere Schleuse langsam verlandet und die Kahnfahrten vielleicht bald nicht mehr möglich sein werden, weil ja im Winter die Ablagerungen nicht mehr „rausgespült“ werden dürfen. Soweit ich das verstanden habe ist die Begründung dafür, dass die (natürlichen) Ablagerungen weiter unten die Bachflora und -Fauna schädigen könnten oder würden.

    Nun werden aber hier durch die massiven Erdbewegungen bei ungünstigen Wetterverhältnissen Unmengen von (natürlicherweise nicht entstehenden) Schlamm in den Bach gespült – der kleistert wirklich alles zu und erstickt die Grundlebewesen im Bach und selbst Pflanzen die unter cm-dicken Schlamm liegen dürften erledigt sein.
    Und in die Kirnitzsch gelangt der Dreck schließlich auch noch, wo ja der ohnehin schon im Bach befindliche und in der Schleuse nur zwischengelagerte und hauptsächlich eher sandige Dreck ja hochamtlich verboten ist.
    Die Doppelzüngigkeit ist wirklich zum k…….

    • Völlig recht du hast.

      Sauferei!
      – wäre wahrscheinlich besser gewesen, da hat man wenigstens einen Rausch davon, vielleicht sogar einen Filmriss. Da könnte man vergessen. So allerdings gibt es ein böses Erwachen.

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