Legal auf verbotenen Wegen

 

100_8711Es sollte ein kleines Protestevent werden, die Begehung, oder zumindest Besichtigung, der Kehren am Kleinen Winterberg.Was aber letztlich zu verblüffen wusste, war weniger die grimmige Kampfentschlossenheit der IG, als die ungewohnte Flexibilität der Nationalparkverwaltung.

Denn zunächst erwarteten uns zwei Ranger, flankiert von zwei Polizisten, was nichts Gutes erahnen ließ.
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Weit gefehlt! Denn die Ranger hatten eine Kiste Forstarbeiterhelme im Gepäck und meinten, wir wären jetzt (aus Sicherheitsgründen gut behelmt) eingeladen zu einer kulturhistorischen Exkursion auf den Winterbergkehren. Verhört? Man hätte es glatt glauben können, nach den vielen Jahren der einseitigen Verbote.100_8713Aber mitnichten, flankiert von den beiden Rangern konnten wir in aller Ruhe den historischen und sonst gesperrten Weg begehen. Die Sache mit den Helmen war dabei natürlich ein besonderer Gag, unterstrich sie doch den offiziellen Anlass für die Wegsperrung: Gefahr von Holzbruch von oben.

100_8706Selbst Axel, sonst ein rotes Tuch in der Nationalparkverwaltung, konnte in aller Ruhe eine geplanten Schilder “Kulturdenkmal” aufstellen.

100_8715Wie lange die stehen bleiben, sein einmal dahingestellt.

Dennoch: ein Maß an Flexibilität und Entgegenkommen, welches für diese Behörde völlig neu ist. Sollte hier Umdenken stattfinden? Solle man kulturgeschichtlich Interessierten demnächst zumindest partiell die gesperrten Wege öffnen? Wir werden sehen.

Alle Bilder: Karsten


7 Gedanken zu “Legal auf verbotenen Wegen

  1. Eieiei, da fehlen mir fast die Worte. Ich bin oder war ja zwiespältiger Meinung zur gesamten Aktion. Einerseits ist der erwartete und schon entstandene öffentliche Aufmerksamkeitszugewinn toll, andererseits finde ich die deutliche Provokation nicht so gut. Die Angst vor horrenden Strafen ist dabei nicht der Hauptgrund für die Ablehnung, soll aber auch nicht verschwiegen werden. Anerkennung an alle, die trotzdem anwesend waren.

    Aber jetzt? Leute, das sieht aus, als hätte man sich in der NPV richtig fachliche Beratung zur Eskalationsvermeidung besorgt und jedenfalls die richtigen Entscheidungen getroffen. Das ist an sich bemerkenswert und als positiv zu bewerten. Man könnte fast schon begeistert sein. Zumindest muss man den Hut ziehen. Falls dies aber nun nicht nur einmalig bliebe, so wären daraus für unsere Bemühungen ganz unerwartete Hürden zu erwarten. Denn das bisherige schlechte Image der Verwaltung basiert ja zu einem großen, fast schon übergroßen Teil nur auf extrem ungeschicktem Agieren, falschem Reagieren oder Überreagieren. Mal sehen was sich nun entwickelt und ob es wenigstens noch einmal etwas Öffentlichkeit gibt in der dann zumindest die NPV mal sehr gut dastehen würde. Ärgerlich wäre dann nur, wenn das der Hauptinhalt einer Pressemeldung wäre und das Weg-Problem hinter der wahrhaft gekonnten Reaktion der Verwaltung verblasst.

    • Solange noch Jahr für Jahr irgendwo Waldarbeiten stattfinden, sehe ich keine Probleme, dass uns die Themen ausgehen. Dort hält sich die Lernfähigkeit von NPV/Sachsenforst ja deutlich in Grenzen.

  2. Ja es waren interessante 2 Stunden mit der geführten Wanderung. Standpunkte wurden ausgetauscht, wenn auch letztlich keine grundlegenden Veränderungen der Grundsituation zu erwarten sind. Auch ich war natürlich ob der verblüffenden Wendung erstaunt.

    Weniger erstaunt war ich allerdings, auch auf dem Zuweg im Kleinen Zschand wieder deutliche Spuren von Waldarbeiten zu finden mit großflächig verschlammten Flächen und einigen „gut ausgefahrenen“ Rückewegen in die angrenzenden Waldstücke.

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