Nochmal Burg Wehlen, … (10.07. fehlende Bilder ergänzt)

… oder Burg Wylin, wie sie im Bergpfadebuch Band 1 von A. M. genannt wird.

 Der letzte Unterstützereinsatz von Stiegenfreunden in Wehlen ist zwar schon etwas länger her, aber ich habe leider jetzt erst ein paar interessante historische Bilder bekommen und als Sommerlochfüller will ich sie hier mal einschieben. Unsere IG war am 10. Juni (ich hoffe, niemanden zu unterschlagen) mit Lauffrosch, Spreewolf, mir selbst und dem inzwischen zu medialer Bekanntheit gelangten Hasso vertreten. Insgesamt waren bei ordentlichem Sonnenbrandwetter ca. 30 Helfer zusammengekommen, was im Bild gar nicht so zur Geltung kommt, weil doch das Gelände und die zu streichenden Geländer recht weitläufig sind. Da an den Geländern schon genügend Pinselschwinger aktiv waren, durfte ich Hasso helfen die Reste der Turmmauern freizulegen.

Die Überwucherungen aus Efeu entfernen war die leichtere Übung und nur Hasso hangelte dabei mit dem A… überm Abgrund an der Mauer lang. Aber die tiefer verschütteten Mauerreste auszugraben – uijuijui, das war anstrengend. Denn der Schuttberg besteht ja hauptsächlich aus den abgebrochenen Steinen. Da musste jeder Brocken einzeln herausgehackt werden.

 Als Belohnung durfte dabei der Fund der beiden schön verzierten Sandsteine (einer beide) angesehen werden, die möglicherweise einmal, wie im Bild markiert, Bestandteil eines Tür- oder Fensterbogens im Turm waren. Das durch den Fund ausgelöste Schatzfieber förderte leider keine weiteren Schmuckstücke zu tage, von ein paar handgestrichenen Dachziegelscherben mal abgesehen, aber die Bergjugend verdoppelte ihren Eifer, als beim tiefergraben schließlich ein Durchbruch in das darunter liegende Gewölbe gelang, wo der Obelisk des Kriegerdenkmals vermutet wird. Aber bis der wieder ans Tageslicht kommt, sind noch einige Tröge Schutt wegzuräumen.
Bei anhaltender Einsatzbereitschaft dürfte das aber nur eine Zeitfrage sein. Bei der großartigen Zusammenarbeit und gemeindlichen Unterstützung, hier auch gleich nochmal ein Dank für die gute Verpflegung, darf man da guter Hoffnung sein.

Die Pläne sind jedenfalls, über die schon laufenden Pflege- und Sicherungsarbeiten hinaus, beachtlich:
– Stabilisierung und Wiederherstellung der Turmmauerreste
– Darauf eine Bodenplatte betonieren
– Darauf (vorerst als Traum) den Turm in Stein wieder aufbauen
– Aber erstmal aus Holz ein Turmgerüst mit Dach
– eventuell sogar begehbar als Aussichtsplattform
– hauptsächlich aber um die Silhouette des Schlossberges wieder herzustellen
– längerfristig wird auch an die Freilegung der Gewölberäume gedacht
– und die Renovierung des noch komplett erhaltenen Gebäudes an der Nordseite, der Trommel, dürfte noch etwas länger dauern, zumindest, bis darin Konzerte und Ausstellungen stattfinden können. Erstmal gilt es im August die neue Wehlenfahne am neu errichteten Fahnenmast auf dem Schlossberg zu hissen und die bisherigen Erfolge zu feiern.

Termine für künftige Burgeinsätze werden hilfsbereite Stiegenfreunde sicher im Forum finden, um sich dann in großen Schaaren nach Wehlen zu begeben. Denn wie zitiert doch Axel Mothes als Nachwort zur Burgruine im o.g. Stiegenbuch den Historiker A. Meiche?

„Eine historisch so bedeutsame Stätte liebevoll zu bewahren, ist zweifelsohne eine Ehrenpflicht, nicht nur des derzeitigen Besitzers, sondern aller Freunde vaterländischer Geschichte.“


4 Gedanken zu “Nochmal Burg Wehlen, … (10.07. fehlende Bilder ergänzt)

  1. Danke für den schönen Beitrag! Und für die Bilder. Das mit dem Obelisken is ja grandios. Ich war ebenso dabei. Bin nur noch kein “richtiges“ IG-Mitglied und hab mich nich als solches erkenntlich gemacht. Ich hab 1-2 Bilder von den Bogensteinen gemacht und könnte die zur Verfügung stellen.

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