Ein Stück neuer Weg

Obwohl – ob man unser Werk schon Weg nennen darf?

der Anfang

Wie bekannt waren am 2. Oktober sechs Stiegenfreunde zusammen gekommen, um die Entstehung des neuen Trekking-Weges „Forststeig“ tatkräftig zu unterstützen. In dem Zusammenhang mögen einige meinen Zweifel teilen, ob das politisch richtig ist. Entlasten wir den Sachsenforst damit etwa so, dass deren eigene Mitarbeiter dann anderswo alte Stiegen wegmachen oder Wege verhauen? Nein, hab ich mir schließlich gesagt. Das wären Aktivitäten unter Leitung der Nationalparkverwaltung.
Hier haben wir es aber mit der innovativen Verwaltung aus dem Neustädter Forstrevier zu tun und da muss ich inzwischen zugeben, dass die Idee mit den alten Forsthütten und nun sogar den neuen Biwaks besser funktioniert, als ich mir angesichts
des doch recht bürokratischen Ticketsystems gedacht habe. Offensichtlich ist die Zielgruppe größer als erwartet und hat weniger Bürokratieumgangsprobleme als ich.

ein bequemes Stück

Und nun kommt zu der unterstützenswerten Erschließungsidee im linkselbischen Großraum noch dieser ca. 90 km lange Weg dazu. Eine freundliche Mitarbeiterin war zur Begrüßung extra aus Neustadt gekommen und hat uns über die bisherige Entwicklung des Projektes ein paar Informationen gegeben. Ich hab mir die Zahlen sicher nicht richtig gemerkt, aber ich glaube es waren an die 400 (?) Testlaufteams (oder Läufer?) unterwegs, aus deren Erfahrungen und Hinweisen noch Änderungen im Streckenverlauf vorgenommen wurden. Und eine dieser Änderungen ist das kleine Wegstück (etwa 250m und ca. 60 Höhenmeter) an der Nordwestseite des Quirl-Tafelberges, wo es eine unnötige vorherige Verlängerung vermeidet und eine Lücke zwischen einem bereits vorhandenen unteren und oberen Wegstückes schließt. Das Stück war schon mit orangen Sprühpunkten vormarkiert und ein „Forst-Bufdi“ führte uns in das dichte Gestrüpp.

eine „Kunst-Stufe“

Unsere Arbeit bestand im Wesentlichen aus dem Entfernen von Ästen und Zweigen und einiger Stämmchen. Ziel war dabei in erster Linie, einen begehbaren Pfad optisch erkennbar zu machen, was wir hauptsächlich durch etwas „Laubfegen“ und Bodenaufkratzen zu erreichen versuchten. An den steileren Stellen haben wir auch versucht ein paar Auftrittsflächen durch tieferes Hacken zu erreichen. Mit der Einbeziehung von manchem Stein, einigen Wurzeln und einer „echten Kunst-Stufe“ sind sogar ein paar bescheidene „Mini-Treppchen“ entstanden. Ansonsten dienten nur mehrere Totholzstämmchen als seitliche Begrenzungen um das Wegrutschen des lockeren Bodens zu verhindern.

die bedenklich wacklige Stelle

Ob sich die erklärte Absicht, den Weg bewusst spartanisch, ohne Einbauten und sehr naturbelassen zu halten, in Zukunft bewährt, bleibt abzuwarten. Zumindest an 1-2 Stellen (wie im Bild mit der wackeligen Stelle) müssten aus  meiner Sicht noch etwas längere Stämme als seitliche Rutschbremsen eingelegt werden. Ob an den durchaus wirklich steilen Stellen auch mal wirkliche Stufen eingebaut werden müssen wird wohl von der Zahl der Begeher abhängen. Wenn es wirklich wenige sind wird unser Trampelpfad wohl reichen und dadurch etwas erkennbarer werden. Sollte der Weg aber von mehr Leuten entdeckt werden (und die Chance besteht, da er eine schöne Abkürzung darstellt), dann könnte die Erosion ein paar Trittschwellen erforderlich machen.

Warten wirs mal ab und, Leute, geht mal hoch und runter. Dieser Weg muss begangen werden um zum Weg zu werden.

Markus hat noch zur besseren Orientierung einen Kartenausschnitt gefertigt und die Bezeichnung „Bufdi-Steig“ ist auch von Markus :-).

OpenStreet Map Kartenausschnitt – Copyright: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0 + eigene Ergänzung „Bufdi-Steig“


2 Gedanken zu “Ein Stück neuer Weg

  1. Es haben sich über 200 Teams beworben, entspricht >400 Personen. Letzlich wurden 20 Testteams zu je 2 Personen ausgelost.
    Der Quirl ist aufgrund seiner Höhlen durchaus gut besucht, und der „Bufdi-Steig“ endet direkt auf dem Malerweg. Spätestens wenn der Weg dann mal bei OSM und Böhm erscheint, wird er auch gut begangen sein. Zudem kommen ja noch ordentliche Forststeig-Markierungen dran. Und als dauerhaftes Projekt sollte der Weg auch langen Bestand haben. Nachbesserungen müssen ja nicht ausgeschlossen sein.

Schreibe einen Kommentar