Der vergrabene Sandsteinblogger …

… oder: Da guckst du!

Wie zuletzt erwähnt, sollten die Poplätzschwände erkundet werden und dabei ein gut erhaltenes Heft des letzten Sandsteinbloggers versteckt werden – für jemand, der es sich von da wegholen will. Im Fachgeschäft immerhin 7,50 € hier für nur ein verschwitztes Unterhemd und ein paar dreckige Finger, denn ohne diese wird es den doch etwas steilen Aufstieg vielleicht nicht hinaufgehen (zumindest bei feuchtem Boden wie heute).

Wer also Lust hat kommt irgendwie auf den Weg in der Karte, der in einer Spitzkurve der Winterbergstraße beginnt, zweimal linkshaltend steil hinauf und jeweils auf einem Band nach links weiter geht. Ich zeige im Bild auf das Loch zwischen den Wurzeln, da liegt gut verpackt der Lesestoff. Ein Stück weiter steht dann der hübsche alte Baum vom oberen Bild und oben auf der anderen Seite steht der Sommerturm, an dem ich mir anschauen wollte, ob ich da hinüberspringen möchte und nein, ich möchte das nicht. Könnte zwar sein, dass meine Beine es über die Spalte schaffen würden, aber da müsste ich Herz und Verstand zurücklassen und ohne beides … wie weiter?

Ich hatte schon ein gelindes Schockerlebnis, als ich hinunterschaute, um zu sehen wo die Klettergruppe anfangen wollte den “Luftweg” zu begehen. Aha, da unten, ca. 20m tiefer, steht einer, na gut – noch ein halber Schritt nach vorn um besser über die Kante gucken zu können – ALTER! Wo steht denn der? Der steht auf einem 40tonner-Klemmblock, der seinerseits in einer Höhe von geschätzten 40m in der Spalte hängt. Luftweg eben.

Nix für uns, wir verkrümeln uns in Richtung Weiberfähre, wo wir den immer noch steilen Hang auf den Rudimenten eines sehr alten aufgesetzten Serpentinenweges erklimmen.

Fazit: Besuchenswerte Felsengruppe mit wenig Leuten aber schöner Aussicht mit einer richtigen Sonnenterrasse. Aber Achtung, die Kletterfelsen sind für den Horstschutz von 15.02. bis 15.07. gesperrt – für mich verbietet sich dadurch auch das Begehen auf und zwischen den Gipfeln. Wir haben ja gelernt, dass die Eltern ihr Nest eventuell nicht anfliegen, solange Menschen darüber herumlaufen und die dann zu lange ungeschützten Eier im Nest auskühlen – tot.

 


7 Gedanken zu “Der vergrabene Sandsteinblogger …

    • In der Schulz-Störzner sind die Serpentinen zu sehen und der untere Teil ist auch in der Natur gut zu erkennen. Aber Laub und umgestürzte Bäume arbeiten natürlich langsam am Verschwinden. Im oberen Teil glaube ich aber eher, dass der Weg regelrecht verschüttet wurde, als der Weiberfährenweg ausgebaut wurde. Denn von oben bis gute 100m den Hang hinab findet sich Granitschotter, der nach oben immer mehr wird.

  1. @TR und @M…….Ihr habt die eindeutig tolleren Bilder und auch das bessere Wetter erwischt als wir am Sonnabend.
    Aber gefrorene Tropfen an den Kiefernadeln hatten wir auch. ……aber keine Eiszapfen. 🙁

  2. Wunderbare Erkundung mein Lieber.. wir waren heute ungeplant in der selben Ecke unterwegs, ohne das ich den Beitrag hier vorher gelesen habe. Aber M. aus BGH klärte mich auf und wir haben das Versteck gefunden. Und das Heft liegenlassen, für den nächsten…
    Das Wetter war heute deutlich besser für Bilder. https://photos.app.goo.gl/YYVjdYSI5VB8uRlq1
    Den Sprung haben wir uns auch angeschaut, ist speziell…
    Der Block ist cool…der alte Serpentinenweg auch.
    Schöne Ecke, immer wieder.

    • Na hoffentlich nimmt’s mal einer mit und gibt hier Bescheid, sonst muss ich es ja wieder einsammeln, damit es nicht zum Müll wird. Denn ich hab’s ja in Plastik gewickelt.

      • Der liegt dort gut vergraben… netter Einfall von dir, Andreas! Bin mir sicher du findest schon noch einen Abnehmer. Die Beschreibung ist gut und eindeutig.
        Da ich dieses Felsareal noch nicht kannte, war neben den Aussichten auch der Serpentinenweg beeindruckend, den hätte ich dort niemals vermutet. Leider großteils im Humus versunken.

  3. Hast Du wieder schön geschrieben, Tatsache ist: In der Natur ist wirklich besser.
    Und wenn der Puls nach dem steilen Aufstieg wieder auf normal puckert, sieht die Landschaft wieder richtig schön aus. Der “Einsersprung” auf den Sommerturm relativiert sich auch weil auf einmal, wenn klar wird , daß 120kg über 1,4m Luft gehopst doch eine mächtige Wucht auf ca.2qm Landefläche ohne Griff und Geländer mit viel frischem Wind herum ist. Respekt wer es trotzdem macht.
    Und viel Spaß beim Finden von Landgrafs Heftchen. Lohnt sich 🙂 🙂

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