Neue Harvestereinsätze im Nationalpark

Seit Anfang November finden im Nationalpark wieder umfangreiche Waldarbeiten statt. Betroffen sind derzeit Gebiete am Großen Zschand. Am Dienstag dieser Woche konnte ich mir ein eigenes Bild von den Arbeiten machen, im Waldgebiet zwischen Lorenzsteinen und Großem Zschand.

100_5120An den Hauptzugangswegen Lorenzweg (am Abzweig Kl. Zschand) und Spitzsteinschlüchte waren Absperrbänder angebracht, am Abzweig Knorreweg gab es keine Absperrung, nur die übliche Infotafel zu Waldarbeiten im Nationalpark. Alle anderen Nebenwege (auch Kletterzugänge) waren ohne Absperrung. Der Harvester hatte seine Arbeit anscheinend schon erledigt und war weitergezogen; er schickte Sägegeräusche von der gegenüberliegenden Hangseite des Großen Zschands aus dem Bereich E-Flügel / Buschmüllers Räumicht über das Tal. Am Lorenzstein war an diesem Tag nur noch der Forwarder unterwegs.

100_5107 100_5246

Wie sah es nun im Gebiet aus? Der Lorenz-/Knorreweg war beidseitig der Einmündung des Spitzsteinschlüchtewegs durch gefällte Bäume blockiert, die ein mühsames Umgehen erforderlich machten. Auch der halboffizielle alternative Ausstieg aus den Schlüchten war blockiert.

100_5263 100_5262

Beidseitig des Knorreweges führten die unvermeidlichen Rückewege tief in den Forst. Nur zum Teil und meist am Anfang des Weges waren diese durch Reisig ausgepolstert, wie es durch die Nationalparkmitarbeiter immer beschrieben wird. An vielen Stellen waren recht tiefe Spuren in den Waldboden gefahren worden – den Erklärungen der Nationalparkverwaltung (NPV), dass nur bei festem Untergrund (Trockenheit, Frost) gearbeitet wird, spricht das Hohn. Zudem sah ich eine Waldameisenwohnstatt, die nur ganz knapp den Rädern der Erntemaschinen entkommen ist.  

100_5240 100_5111 100_5110 100_5113 100_5249100_5250  100_5257

Entnommen wurden meiner Meinung nach auch nicht nur Weymouthskiefern, wie auf der Tafel angegeben, sondern hauptsächlich Fichten – hier teils auch sehr alte Exemplare – und auch die eigentlich als selten angegebene Kiefer, zudem noch einzelne Douglasien.

100_5116 100_5242 100_5117

Das im Gegenzug zu dieser Waldzerstörung am Flößersteig wieder neue Sperrkreuze angebracht worden sind, um naturliebende Wanderer von diesem schönen Weg fernzuhalten, setzte dem Ganzen dann noch die Krone auf.

 


5 Gedanken zu “Neue Harvestereinsätze im Nationalpark

  1. Von dem zuletzt ach so propagierten „Wir arbeiten nur während der Frostperiode, wenn der Boden fest ist“ kann hier keine Rede sein. Durch das Wetter der letzten Tage war der Boden „schön“ vorgeweicht. Die in die Fahrspuren verlegten Zweige sehen an manchen Stellen eher wie ein kleines Alibi aus. Der Boden wurde teilweise sehr tief aufgerissen und entsprechend geschädigt, z.B. am Abzweig zum Reibetöpfel.

Schreibe einen Kommentar