Bericht des Stiegenpaten

Bärenfangwände-Stiege: Stiegenpate Arndt Noack
Begehung: 26.08.2012

Bildergalerie August 2012

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Kurze Zusammenfassung: Der als Bergpfad ausgewiesene Weg ist keine Stiege im eigentlichen Sinne, weil künstliche Steighilfen hier weitgehend fehlen. Lediglich einige wenige alte Treppenstufen und Ausschlägelungen im Fels deuten darauf hin, dass der Weg früher deutlich stärker ausgebaut gewesen sein muss. Heute ist er mehr oder weniger nur noch ein recht steiler Pfad, der wenig technische Ansprüche stellt, aber konditionell nicht unterschätzt werden sollte. Ein Mindestmaß an Trittsicherheit ist dennoch erforderlich. An vielen Stellen des Pfades kann man eine ausgeprägte Bodenerosion feststellen, oft hängen Wurzeln nur noch in der Luft. Eine grundhafte Sanierung oder gar ein Ausbau des Weges wäre deshalb zwar wünschenswert, scheint aber derzeit weder gewünscht noch praktisch umsetzbar zu sein.

Im Einzelnen: Man erreicht die Stiege am besten, vom Großen Zschand kommend, über die Raubsteinschlüchte (Markierung roter Strich). Kurz vor Erreichen des Wintersteins, auch „Hinteres Raubschloß“ genannt, biegt der Bergpfad an einem Kernzonenschild links ab. Die Markierung „grünes Dreieck auf grauem Grund“ befindet sich erst seit Kurzem direkt am Abzweig. Früher war sie deutlich versteckter angebracht, um „Zufallstouristen“ nicht allzu sehr anzulocken. Zunächst führt der Weg, noch recht breit und bequem, bis zum Fuß der Bärenfangwände. Ab hier beginnt das Steilstück, der Pfad windet sich jetzt im Zickzack steil den Berg hoch. Immer wieder fällt hier die starke Erosion des Bodens auf, oft hängen ganze Bündel von Wurzeln nur noch in der Luft. Einerseits eigenen sich diese Wurzeln natürlich gut zum Festhalten, andererseits ist es an vielen Stellen deutlich, dass hier demnächst der ganze Hang abrutschen könnte. Da auf den Bergpfaden aber keine grundhaften Wegesicherungen stattfinden, wird es hier auch keine Sanierung geben. Eine solche dürfte auch ganz praktisch nicht möglich sein, da neu eingebrachtes Erdreich in der steilen Hanglage recht schnell wieder weggespült oder abgetreten wird. Der Pfad ist also eine „Stiege auf Zeit“, die sicher noch einige Jahre, aber nicht ewig halten wird.

An ganz wenigen Stellen des Aufstiegs finden wir noch Reste alter Steighilfen, ein paar uralte Treppenstufen oder einige Tritte im Fels. Man wird während des Aufstiegs mit Sicherheit an der einen oder anderen Stelle die Hände zu Hilfe nehmen müssen. Alles in allem ist der Weg aber vor allem konditionell herausfordernd. Grob geschätzt überwindet er auf 50 Metern Luftlinie einen Höhenunterschied von 100 Metern. Bei feuchter Witterung ist ein Aufstieg nicht zu empfehlen, dann wird der Hang deutlich rutschiger und auch die vielen Wurzeln sind bei Feuchtigkeit sehr glatt.

Am Ende des Aufstiegs teilt sich der Bergpfad. Nach rechts geht es in eine Sackgasse, der Abstecher ist aber dennoch zu empfehlen: über eine recht gewagte Brücke geht es hier zu einer sehr schönen Aussicht, man schaut direkt auf das Hintere Raubschloß. Nach links beginnt der „Gehackte Weg“, der bequem und sehr idyllisch über das Plateau der Bärenfangwände führt. Der „Gehackte Weg“ endet auf dem Roßsteig, von hier kann man weiter Richtung Großer Winterberg oder zum Zeughaus im Großen Zschand wandern.

2 Gedanken zu “Bericht des Stiegenpaten

  1. Wir sind die Stiege am 21.10.2014 vom Goldsteig kommend in umgekehrter Richtung gegangen. Die beschriebene „recht gewagte Brücke“ gibt es nicht mehr. Dafür wurden zwei Tritte und ein Griff angebracht. Das war eine schöne Tour!

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