Expedition Forststeig Elbsandstein – in 4 Tagen um die Steine

In den Medien wurde schon vielfach über die geplante Linkselbische Trekking-Route „Forststeig Elbsandstein“ berichtet. Der Sachsenforst hat im April Testwanderer gesucht, und so haben sich vom 25.05.2017-28.05.2017 auch 3 Wanderfreunde der IG aufgemacht, diesen Forststeig zusammenhängend zu erwandern. Einerseits sollte die Tauglichkeit der Route getestet werden. Und zum anderen wurde die eigene Fitness und Ausdauer auf eine harte Probe gestellt. Man läuft schließlich nicht jeden Tag mit 13 -18 Kg Gepäck auf dem Rücken von Frühs bis Abends über Stock und Stein.

Grobe Routenführung Forststeig (Quelle: Sachsenforst)

Dankenswerterweise hat uns Herr Borrmeister vom Sachsenforst die Detailkarten des Wegverlaufs zur Verfügung gestellt. Denn die frei verfügbaren Karten zeigen lediglich die grobe Route an und nicht die einzelnen Pfade.

Einige Fakten zur Route:
– Länge ca. 95 Km (ohne Abstecher)
– Höhenmeter im Aufstieg: ca. 3000
– Routenziele: Großer Zschirnstein, Hoher Schneeberg, Ostrov, Zeisigstein, Bielatal, Rotstein, Katzstein, Spitzer Stein, Langenhennersdorfer Labyrinth, Nikolsdorfer Wände, Quirl, Gohrisch, Papststein, Kleinhennersdorfer Stein
– Grobe Routenführung und weiterführende Informationen: https://www.smul.sachsen.de/sbs/55197.htm

Ein Großteil der geplanten Route führt über unmarkierte Waldwege- und Pfade. Manchmal Rückegassen und Forstschneisen, teilweise auch auf der Landesgrenze (D/CZ). In einigen Fällen wurde der Weg mit grünen bzw. orangen Punkten an den Bäumen markiert. Darauf war aber keinesfalls Verlass. Sobald es knifflig wurde – Fehlanzeige.

Oranger Punkt – provisorische Wegemarke

Der endgültige Wegverlauf wird nach Abschluss und Auswertung der Testwanderungen vom Sachsenforst ausmarkiert und ggf. freigeschnitten. April 2018 soll der Steig offiziell eröffnet werden.

Auch wenn wir einiges an Erfahrung in der heimischen Sächsischen Schweiz besaßen, waren wir nicht vor Fehlgängen gefeit. So hat sich auch der ein oder andere Mehrkilometer ergeben. Trotz Detailkarten und GPS-Navigation. Auf die Verwendung eines bereits veröffentlichten Tracks haben wir bewusst verzichtet.

Das hätte zwar die Tour deutlich vereinfacht und sicherlich zeitliche Vorteile geschaffen, aber deswegen auch verzerrt. So haben wir uns selbst durchgekämpft – mitunter wirkte es wie Pfadfinder im Orientierungslauf.

Nach genauer Planung unserer Tages- und Etappenziele war schnell klar, dass wir die Trekkinghütten und Biwakmöglichkeiten des Sachsenforst nicht nutzen konnten. Also haben wir Drei mal biwakiert. Trockene, windgeschützte Felsüberhänge gibt es zur Genüge. Das Wetter meinte es gut mit uns:

Kein Regen, Tagestemperaturen von 17 C° bis 28 C°.

Biwak unter einem geeigneten Felsüberhang

Ständiges Hauptproblem beim Trekking: Die Wasserversorgung. Mit Essen hatten wir uns für 4 Tage gut eingedeckt. Bei Wasser ist nun mal bei 3-4 Litern Schluss, mehr buckelt man nicht mit. Also hieß es ab dem 2. Tag Ausschau halten um Flüssigkeit nachzutanken.

Da wir keine Gewaltwanderer sind, sondern auch Spaß und Freude am Draußensein verspüren wollen, haben wir die Gaststätten am Weg selbstverständlich eingebaut. So, wie es uns gepasst hat. Wir hatten zwar genügend zu Essen eingepackt, aber während so einer Großen Tour ist unsereins doch über jedes offene Gasthaus froh. 2x konnten wir auch unsere Trinkwasservorräte direkt auffüllen (Campingplatz Ostrov und Katzsteinbaude Cunnersdorf). Wer sich freundlich verhält, bekommt auch etwas. So unsere Erfahrung. Die Alternative wäre ein guter Wasserfilter, wo man je nach Güte des Filters aus einem Bach oder einer Quelle Wasser entnehmen kann. Wir haben davon am letzten Tag profitiert. Wer so ein Ding besitzt, hat definitiv eine Sorge weniger.

Das wichtigste beim Trekking: Wasser

Bevor ich die einzelnen Etappen näher beschreibe, schon mal ein Fazit:
Zu einem großen Teil werden Hochinteressante mehr oder weniger bekannte Felsentäler und Aussichtspunkte verbunden. Auch Stammgäste der Sächsisch-Böhmischen Schweiz werden 100%ig  Neue Eindrücke sammeln! Insofern ist der Forststeig insgesamt empfehlenswert. An manchen Passagen läuft man auch mal eine Stunde durch den Wald ohne große Highlights. Das gehört dazu.

Wer den Steig komplett am Stück begehen möchte, sollte 5 Tage einplanen. Bei 4 Tagen darf man sich nur wenig Fehler erlauben. Und mitunter fühlte man sich etwas gehetzt und hatte für Aussichten wenig Zeit. Es geht ja auch um Naturgenuss, und wer den Großteil der Strecke noch nicht kennt sollte genügend Muse für ausgedehnte Pausen auf Aussichten oder an Felsen haben. Abkürzen kann man in vielen Fällen – ist aber nicht im Sinne des Erfinders.

Total verwachsener Weg bei Rosenthal

An einigen Stellen sollte unbedingt noch an der Wegführung gefeilt werden. Bekanntermaßen lieben wir ja eben die kleinen Pfade. Aber manchmal ging es wirklich durch meterhohes Gebüsch oder steile Rückegassen entlang. Oder an anderer Stelle war nicht mal Ansatzweise ein Weg sichtbar.
Das wird man wohl kaum so durchziehen können. Ich hoffe auf ein gesundes Augenmaß bei den Verantwortlichen im Sachsenforst. Kilometerweite Fehlgänge wären nicht ganz ungefährlich bei den Voraussetzungen…

Der geplante Steig spricht eine „neue“ Zielgruppe an. Während der Malerweg viele touristische Attraktionen der Sächsischen Schweiz verbindet und auf Hauptwegen verläuft wo verhältnismäßig viele Menschen unterwegs sind, führt der Forststeig prozentual auf wenig frequentierten Pfaden entlang. Man schafft somit ein stärkeres Naturerlebnis. Städte und Dörfer werden bewusst ausgenommen. Der Wanderer ist deutlich stärker auf sich allein gestellt. Übernachtungsmöglichkeiten sind rar. Und genau diese Faktoren sprechen eine andere Zielgruppe an. Trekking ist international im Aufschwung begriffen, der Forststeig könnte sich also erfolgreich etablieren.

Biwakhütte am Großen Zschirnstein – wäre für uns deutlich zu früh gekommen

Kaiserwetter auf dem hohen Schneeberg

Eher Ausnahme als Regel – oranger Punkt am Abstieg am Oberlauf des Krippenbaches

Legal auf verbotenen Wegen

 

100_8711Es sollte ein kleines Protestevent werden, die Begehung, oder zumindest Besichtigung, der Kehren am Kleinen Winterberg.Was aber letztlich zu verblüffen wusste, war weniger die grimmige Kampfentschlossenheit der IG, als die ungewohnte Flexibilität der Nationalparkverwaltung.

Denn zunächst erwarteten uns zwei Ranger, flankiert von zwei Polizisten, was nichts Gutes erahnen ließ.
100_8709

Weit gefehlt! Denn die Ranger hatten eine Kiste Forstarbeiterhelme im Gepäck und meinten, wir wären jetzt (aus Sicherheitsgründen gut behelmt) eingeladen zu einer kulturhistorischen Exkursion auf den Winterbergkehren. Verhört? Man hätte es glatt glauben können, nach den vielen Jahren der einseitigen Verbote.100_8713Aber mitnichten, flankiert von den beiden Rangern konnten wir in aller Ruhe den historischen und sonst gesperrten Weg begehen. Die Sache mit den Helmen war dabei natürlich ein besonderer Gag, unterstrich sie doch den offiziellen Anlass für die Wegsperrung: Gefahr von Holzbruch von oben.

100_8706Selbst Axel, sonst ein rotes Tuch in der Nationalparkverwaltung, konnte in aller Ruhe eine geplanten Schilder “Kulturdenkmal” aufstellen.

100_8715Wie lange die stehen bleiben, sein einmal dahingestellt.

Dennoch: ein Maß an Flexibilität und Entgegenkommen, welches für diese Behörde völlig neu ist. Sollte hier Umdenken stattfinden? Solle man kulturgeschichtlich Interessierten demnächst zumindest partiell die gesperrten Wege öffnen? Wir werden sehen.

Alle Bilder: Karsten

Hausgemachter Ärger

Hier der eingebettete Beitrag aus der MDR-Mediathek, auf den im Blogartikel „Waldzerstörungen im Nationalpark Sächsische Schweiz – IG Stiegen- und Wanderfreunde fordert personelle Konsequenzen“ hingewiesen wurde.

Der Beitrag wurde aus der MDR-Mediathek bereits wieder entfernt, liegt aber bei mir archiviert als Videoclip vor. In einigen Tagen werde ich diesen Blogeintrag entfernen.

Immerhin 4 …

… von den Stiegen- und Wanderfreunden haben beim Erhalt von altem Kulturgut und der Instandsetzung der Steiganlagen auf dem Schlossberg in Stadt Wehlen mitgeholfen.

Das Wetter war prima, wir haben ein schönes Stück geschafft, Geländer abschleifen, eine Scheißarbeit, aber nützlich und hat Spaß gemacht. Sehr gut organisiert war der Einsatz, ohne gezählt zu haben, könnten 20 Leute da gewesen sein. Kaffee gab’s und Wiener und Gulaschsuppe. Und einen schönen Blick rund rum und auf das Wehlstädtchen hat man von da oben. Im Mai soll vielleicht schon eine Wehlen-Fahne oben wehen und im Sommer ein Bergfinken-Konzert stattfinden.


Aber ganz schön viel Arbeit ist da noch – Geländer – Treppen – Mauern – Gewölbe – und wer weiß was noch … Da können wir sicher nochmal helfen.

Waldzerstörungen im Nationalpark Sächsische Schweiz – IG Stiegen- und Wanderfreunde fordert personelle Konsequenzen

Bei Waldarbeiten in der hinteren Sächsischen Schweiz ist das Tal des Goldbaches zwischen Saupsdorf und dem Kirnitzschtal praktisch zerstört worden. So hinterließen die Forstmaschinen bis zu 1,70 Meter tiefe Furchen, der dadurch ausgespülte Schlamm zerstörte das Bett des Goldbaches. Wurzeln gesunder Bäume wurden irreversibel geschädigt. Einheimische und schützenswerte Arten wie etwa die Weißbuche wurden gefällt, um Platz für die Forstmaschinen zu schaffen. Auf Teilen wurde der Weg mit gebietsfremden Granitschotter befestigt.



Die verantwortliche Nationalparkverwaltung hat damit – zum wiederholten Male – gegen ihre eigenen Bestimmungen in eklatanter Weise verstoßen. Denn in der Nationalparkverordnung heißt es eindeutig: „Im Nationalpark sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung, nachteiligen Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile oder zu einer sonstigen erheblichen Störung führen.“ Explizit verboten ist es danach auch, Pflanzen oder den Boden zu beschädigen sowie Wege wesentlich zu verändern.



Verbote, die scheinbar nur für die Besucher, nicht aber für die Verwalter des Nationalparks gelten. Die jährlich gebetsmühlenartig wiederholten Versprechen des Nationalparkchefs, Waldarbeiten mit Fingerspitzengefühl und nur bei festen Bodenverhältnissen durchzuführen, haben sich einmal mehr als hohle Phrasen erwiesen.



Als IG Stiegen- und Wanderfreunde fordern wir hier personelle Konsequenzen. Die Verantwortlichen, so scheint es, begreifen den Nationalpark als Nutzholzplantage, die ohne Rücksicht auf Verluste ausgebeutet werden darf. Sie sind hier fehl am Platz.