Finderlohn versprochen!

Nachdem wir aus dem vorderen Tümpelgrund aufgestiegen waren, haben wir erstmal eine Rast eingelegt. Zum einen musste ich über meinen Fehler (siehe Blogbeitrag vorher) nachdenken, zum  anderen bietet die kleine Riffspitze über der Karl-Stein-Hütte nicht nur schöne halbschattige Sitzmöglichkeiten, sondern auch noch einen herrlichen Blick auf die Elbe in beide Richtungen. Ein romantisches Plätzchen sozusagen. Eine ideale Rast und das passende Buch hatte ich auch dabei: „Das romantische Gebirge – Auf alten Wegen durch die Sächsische Schweiz“ von Werner Liersch. (Verlagstext im Link weiter unten) Weiterlesen

Nein, nicht alles ist verboten!

Wir steigen soeben aus dem vorderen Tümpelgrund auf, von oben kommt uns eine lärmende Gruppe entgegen, vom Gruppenführer lautstark belehrt, dass der hintere Tümpelgrund bis Mitte September gesperrt wäre. Depp! Denk ich. Ruhe stören und falsche Parolen verbreiten, das passt…, da sehe ich gleich rechts am Weg einen schönen jungen Birkenporling … ooh, den nehme ich mit, der kommt in meine Magentropfen.

Da blökt mich der Depp von oben an, ob das ein Pilz wäre und, dass ich hier aus der Kernzone nichts mitnehmen usw. dürfte. Ich war von der groben Ansprache gleich so eingeschüchtert, dass ich nur was von „ach ja, hab‘ ich vergessen“ stammeln konnte. Als Dank für die Belehrung hab‘ ich ihm nur die Erkenntnis angeboten, dass der Tümpelgrund seit 16. August wieder frei ist. Bedankt hat er sich nicht … sie wollten da sowieso nicht hin. Ich hätte ihm besser erklären sollen, was mir nicht gleich eingefallen ist, dass Pilze keine Pflanzen sind, weshalb Punkt 9 in § 6 der Nationalparkverordnung, welcher besagt, dass es verboten sei „ … Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören sowie die Lebensstätten wildwachsender Pflanzen zu beeinträchtigen…“ nicht greift.

Das ärgert mich nun insbesondere auch deshalb, weil ich doch selbst ein erklärter Besserwisser bin und deshalb werde ich in meine Wanderausrüstung künftig eine Nationalparkverordnung einfügen und die betreffenden praxistauglichen Abschnitte vorsorglich markieren.

Da würde ich so einem Großmaul nächstes Mal gleich noch nachweisen können, dass die Mitnahme von Pilzen nicht nur nicht verboten, sondern sogar erlaubt, bzw. zulässig ist, wie es in Punkt 13 in § 8 genannt wird. Demnach ist: „ … eine nach Art und Menge schonende Entnahme von Pilzen und Beeren für den persönlichen Bedarf;…“ zulässig und nur „… die Verbote nach § 6 Abs. 2 Nr. 16 und 17 bleiben unberührt …“. Der Nachsatz bezieht sich auf das Verlassen der Wege – man darf also nur vom Weg aus erreichbare Pilze sammeln. Mein Pirkenporling stand zugegebener Maßen zwar 1m neben dem Weg, aber soweit musste ich ohnehin beiseitetreten, um den Gruppenführer vorübergehen zu lassen – zum Glück war diese Begegnung vorübergehend.

Corona bremst Burg (update 15.07.: bessere Bilder)

Bild: H.G. Wehlen

Ja die viralen Einschränkungen bremsen auch in Wehlen den Aufbau der Burg. Nach dem letzten allgemeinen Arbeitseinsatz hätte nicht nur ein Fest auf dem Plan gestanden, sondern sicher auch noch ein Kampftag gegen die Grüne Unkrautfront. Leider wuchert aber nun das Unkraut und wenn im Jahr noch ein gemeinsamer Einsatz zustande kommt, dann wird das viel Arbeit bedeuten.

Bild: H.G. Wehlen

Aber trotz der Einschränkungen und der Coronabremse gibt es auch Fortschritte durch verbissene, enthusiastische Einzelkämpfer. Der letztens noch im Bau befindliche Torbogen ist fertig und hat einen feinen Schlussstein erhalten, dem nur noch die Inschrift fehlt. Eine schöne Steinbank ist entstanden und ein … naja … sagen wir mal künstlerischer … Spendentopf ist auch schon fast fertig. Mir sieht er ja ein wenig zu modern aus, aber auf jeden Fall steht er direkt vor der Bank, was gut ist, denn da kann der Besucher in Ruhe nachdenken ob und wieviel er spenden will. Aber Spaß beiseite, so ein Spendentopf ist natürlich schon sinnvoll und nützlich, denn jeder Groschen wird gebraucht für die noch ausstehenden Arbeiten.

Bild: H.G. Wehlen

Eine kleine Spende meinerseits hat in stiegenfreundlicher Unterstützung eine einfache Holztür für ein kleines Kellerverlies entstehen lassen.

Wer übrigens über den nördlichen Aufstieg die Burg besucht, könnte ja mal über dieser Mauer in eine Spalte schauen. Dort liegt hinter dem Steinchen ein Pappröhrchen mit dem letzten SSI-Heft. Ist nicht mehr ganz neu, aber immer noch aktuell und interessant zu lesen, über Boofenproblematik, Käfer und Brutausfälle trotz Horstbewachungen.

Kauft Gutscheine!

Der Brandbaudenwirt muss, wie alle anderen Gastronomen, sein Haus ebenfalls geschlossen halten und macht also jetzt keinerlei Umsatz. Grad jetzt, wo die Saison mit bestem Klimawandelwetter und spitzenmäßigen Besucherzahlen so richtig losgehen könnte. Das ist hart und wir alle befürchten, dass die seit Jahren zu beobachtende (Schank-)Wirtschaftskrise in diesem Jahr durch die Ausgangsbeschränkungen nochmal richtig zulegen könnte. Nicht alle Wirtschaften werden genügend Reserven haben, um trotz dieses Umsatzverlustes im Restjahr noch genügend Winterspeck aufzubauen.

Da hat der besagte Brandwirt das sinnvoll erscheinende Angebot auf seiner Webseite: Jetzt Gutscheine kaufen und einlösen wenn die Baude wieder geöffnet hat. Den überängstlichen Gedanken, dass ich Gutscheine gekauft haben könnte und die Baude dann nie wieder öffnet … den verdränge ich einfach mal aus Hilfsbereitschaft. Statt dessen denke ich lieber an die 10 % Rabatt, mit dem ich die Gutscheine erwerbe.
Und es muss ja auch nicht nur einer sein. Die Brandbaude ist mir selbst zur Einkehr nicht unsympatisch und ich habe einige Bekannte, die in den nächsten Wochen und Monaten Geburtstag haben … einfacher und nützlicher geht’s ja kaum noch 🙂

Und irgendwann sitzen wir vielleicht gemeinsam auf der Terrasse, verprassen die Gutscheine und lassen den Blick über die Aussicht schweifen. Wer weiß, ob wir da noch der Lärche lauschen, oder dem Herbstwindrauschen …