Steinigte Börnel

Was hat es mit dem seltsamen Namen „Steinigte Börnel“ im Titel auf sich? Vorab: Zum Essen ist es nichts. Und selbst wenn es so wäre, klänge der Name nicht besonders „zahnfreundlich“. 🙂 Viele werden bisher diesen Namen weder gehört noch gelesen haben. Genau so ging es mir, bis ich im Frühjahr 2018 nach einer Winterstein-Tour mit meiner Familie den Rückweg durch den Kleinen Zschand nahm. Zu Hause bei der „Nachbereitung“ der Tour las ich auf der Karte den Namen „Steinigte Börnel“. Das ist ein kleines Seitental auf der Westseite des Kleinen Zschands, das zwischen Ferkelschlüchte und Zeughausstraße einmündet. Auf der Böhm-Karte „Kleiner Zschand“ ist es mit Namen und als Pfad eingezeichnet. Das musste natürlich untersucht werden! Die Gelegenheit ergab sich im Juni 2019 bei einer Erkundungstour von der Neumannmühle „quer durch“ zum Alten Wildenstein und zurück. Da lag die Steinigte Börnel am Weg und schien zu rufen: „Erkunde mich!“ Also los:

Auf dem Rückweg vom Alten Wildenstein folgte ich dem rot markierten Wanderweg südlich vom Neuen Wildenstein, querte den Fremdenweg und bog dann nach rechts in den unmarkierten Forstweg ein, der durch das Reinhardshau führt. hier geradeausWo die Forststraße nach rechts abknickt, ging ich einfach geradeaus weiter und erreichte die Steinigte Börnel. Auf dem Messtischblatt von 1921 ist ein Pfad eingezeichnet, also wurde das Tälchen auch in früheren Zeiten schon begangen. Heute ist es im oberen Teil ein sanftes Waldtal, auf dem Grund teilweise mit Gras bewachsen. oberer Teil Die Forst-Nummer 47 laut Rolf Böhms Karte fand ich nicht, vielleicht bin ich zu direkt zur Talsohle hinuntergegangen. Weiter unten erscheinen an den Seiten Felsblöcke und niedrige Felswände. Hier gibt es noch eine weitere Forst-Nummer, die aber in der Böhm-Karte nicht enthalten ist. Die Farbmarkierung war schon vorhanden, die stammt nicht von mir! AbzweigAn dieser Stelle schwenkt das Tal ganz leicht nach links und vereinigt sich mit einer weiteren leichten Einsenkung, die von rechts einmündet. Wenn man von unten kommt, muss man sich also an dieser Stelle leicht rechts halten. Ein paar Meter weiter unten wurde es deutlich wilder: Viele umgestürzte Bäume lagen auf dem Weg und auf den Felsen, die hier ganz nah zusammentreten. Dieser mittlere Teil ist am schönsten, saftig grün und dicht bewachsen.


mittlerer Teil mittlerer Teil mittlerer Teil mittlerer Teil, Rückblick

Der unterste Teil des Grundes führt wieder durch halbwüchsigen Fichtenwald, wo bei meiner Begehung viele Äste und dünne Stämme Beginn am Kleinen Zschandherumlagen. Einen Teil davon konnte ich zur Seite räumen, aber nicht alles. Der Wanderweg im Kleinen Zschand ist nun schon zu sehen. Wenn man vom Wanderweg in das kleine Tal zurückblickt, ist schwer zu erkennen, dass man dort entlang gehen kann. Ich habe es auf dem Hinweg auch nicht erkannt und deshalb erst auf dem Rückweg von oben her erkundet.

Leider scheint dieses kleine Seitental heute kaum noch begangen zu werden, Pfadspuren sind nur an einigen Stellen zu erkennen. Schade, denn es ist eine interessante Alternative, gelegen zwischen den markierten Wanderwegen Haussteig/Ferkelschlüchte bzw. Fremdenweg. Aber vielleicht konnte ich ja einige Wanderfreunde neugierig machen. Durch häufigeres Begehen könnte sich wieder ein stabiler Pfad bilden.

Der IG Stiegenkalender 2020 ist da

Das folgende Angebot ist kein Bestandteil des Inhalts der Website sandsteinwandern.de. Der Kalender wird durch ein Mitglied der IG Stiegen- und Wanderfreunde auf eigene Rechnung vertrieben. Der Erlös kommt der Arbeit der IG zugute.

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Werbung - IG StiegenkalenderDer IG-Stiegen-Kalender 2020. Format A3 mit allerlei verstecken Wegen. Und, als besonderes Schmankerl: im Kalender finden sich QR-Codes, welche die beschriebenen Wege auf einer digitalen Karte zeigen.

Preis 15,00 Euro inklusive Versandkosten.

Bestellung nur per Mail unter maklim@t-online.de

Die Motive:
Bärenfangwände (Titelbild) – Klettersteig Porschdorf – Adlerlochstiege – Heulenberg – Quelle Gutes Bier – Luchsstein – Steinbruchpfad – Rosenkamm – Schwarzberggrund – Winterbergkehren (Kleiner Winterberg) – Neuwegkanzel – Raumberg – Silberwände


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Der auf dem jeweiligen Monatsblatt aufgedruckte QR-Code führt zum Kartenausschnitt auf der Website mapy.cz mit dem abgebildeten Motivstandort. Eine Wanderung wird dadurch deutlich erleichtert.

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Kirnitzschtalfest 2019 – Nachlese

Am letzten Wochenende (27.+28.07.19) fand das traditionelle Kirnitzschtalfest statt mit vielen Veranstaltungen im K-tal und Sonderfahrten der Kirnitzschtalbahn. Auch die IG war wieder an beiden Tagen mit ihrem Stand vor Ort – im Gegensatz zur Nationalparkverwaltung, die am Sonntag durch Abwesenheit glänzte.

Viele Besucher machten an unserem Stand Halt, es ergaben sich eine Reihe guter Gespräche. Anklang fanden vor allem unser “Stiegenkalender 2020” sowie die von Rolf Böhm zur Ansicht bereitgestellte neue Wanderkarte “Balzhütte”, die im August dann zum Erwerb stehen wird.

Für alle Rätselfreunde hier noch unser diesjähriges Preisrätsel – bitte herunterladen, ausfüllen und Lösungswort an uns senden! Als Gewinn winkt ein Stiegenkalender! Einsendeschluss ist der 11. August 2019!

Zum Burg-Geburtstag

Blick vom Burgberg auf den Markt

Von 1269 stammt die heute bekannte erst urkundliche Erwähnung der Burganlage Wylin und nach 750 Jahren soll dieses Datum Anlass zum Feiern sein.

Die Feierlichkeiten zum  Burggeburtstag werden am Freitag, dem 28. Juni im linkselbischen Stadtteil Pötzscha eröffnet. Ein Höhepunkt wird sicherlich die Lasershow werden, mit der die heute fehlende Burganlage wohl annähernd in Originalgröße über die Elbe hinweg auf den Burgberg gezaubert werden soll. Mit dem Auferstehen des Bauwerkes verwirklichen sich die Burgfreunde ihren größten Traum zumindest virtuell, um ihn zum Abschluss in einem Feuerwerk wieder in der Realität aufzulösen. Samstag und Sonntag beleben sich dann weitere Stadtteile mit einem bunten Mittelaltermarkttreiben. FLYER mit Programm

Also auf nach Wehlen, oder, korrekter Weise, nach Stadt Wehlen, oder in das, wie es auf einem Schild am Aufstieg zum Burgberg, der eigentlich Schlossberg heißt, viel einladender benannt wird … schöne Wehlstädtchen.

… der Borkenkäfer und seine Folgen – Teil 3

Der Borkenkäfer ist durch das Dürrejahr 2018 im Nationalpark sehr verbreitet. Neben den schon bekannten Stellen z.B. am Reitsteig, an der Lehne und Nähe Winterstein, welche sich deutlich vergrößert haben, sind kahle braune Fichten in der Hinteren Sächsischen Schweiz inzwischen schon fast Standard. Um nur einige von mir gefundene Plätze aufzuzählen: Heringsgrund und Rauschengrund, Großer Zschand beidseitig, Kirnitzschtal beidseitig, …

Steigschlüchte

Rapinzenberg

Vorderer Thorwaldweg

K-Tal, Westseite

K-tal, Ostseite

Was macht man da? Ich meine: Zuschauen und „Natur Natur sein lassen“ – außer in den Randzonen des Nationalparks. An den genannten Stellen ist die Grenze eigentlich weit genug entfernt.

Auch wenn wieder die „Wegsicherungspflicht“ vorgeschoben wird – im größten Notfall die wegnahen Bäume fällen und liegenlassen – Totholz bringt Leben und Artenvielfalt! Womit wir beim letzten leidigen Thema wären:

Die Wegsicherungspflicht / heimliche Stillegung

Fakt ist: Natur und Wald haben ein gewisses Gefährdungspotenzial auf den, der sich dort bewegt (wie Autostraßen auch …), und bei uns in der Sächsischen Schweiz kommt da noch das Risiko „abbröckelnder“ Felsen dazu. Dies sollte eigentlich jeder wissen, der hierher kommt, und oft wird er ja auch noch durch die Tafeln des Nationalparkes am Waldrand daran erinnert. Wie ein bekannter Geologe immer sagt: Unser Gebirge gibt es nur, weil ab und zu mal was abbröckelt und runterfällt :-).

Insofern ist es immer wieder kurios bis sehr ärgerlich, zu sehen, wie an alten Sandsteinbrücken Metallgeländer auf die Brüstung installiert werden, da diese Brüstungen nicht die DIN-Normhöhe erreichen und man 2 Meter tief in die Kirnitzsch fallen könnte. Oder an der Winterbergstraße in unregelmäßigen Abständen ein Metallgeländer an die Straße gesetzt wird, wenn der seitliche Wassergraben eine bestimmte Tiefenmarke unterschreitet. Dafür dürfen dann sogar historische Sandsteinsäulen mal eben so abgesägt werden.

Woanders, sprich außerhalb des NP, baut man dann wieder Stege, die sogar nur ein Geländer haben … und es funktioniert auch!

Im Bielatal

Die nächste Stufe sind dann Wegsperungen wegen „Felssturzgefahr“. Ja, die besteht aber großflächig im Elbsandsteingebirge, und nicht nur da, wo Schilder aufgestellt wurden (z.B. Haldenweg bei Wehlen). Wenn man ganz konsequent wäre, müsste man wohl 80% aller Wege im Nationalpark sperren und ein paar Straßen gleich noch dazu (praktisch alle Talstraßen inklusive der B172 – bei Königsstein hat es in letzter Zeit auch öfters mal „gebröckelt“ …). Von den Bahnstrecken ganz zu schweigen. Neuerdings werden auch noch Gaststätten Opfer des Sperrungswahns – ich sage nur Amselfall und Rathewalder Mühle. Am Ende passiert es dann sowieso woanders, wo keiner damit gerechnet hat (z.B an der Bastei, wo sich vor einigen Jahren eine Platte löste und eine Passantin verletzte.)

Stellt sich die Frage, woher dieser ganze Unsinn kommt – und die Antwort lautet wohl: vom großen Bruder USA. Wenn nur noch die Anwälte regieren und der gesunde Menschenverstand zu kurz kommt, dann ist dem Wahnsinn Tür und Tor geöffnet – ich sage nur „Vorsicht – Kaffee kann heiß sein!“

Und der Nationalpark kann natürlich auch anders als „offiziell“, wenn es darum geht, ungeliebte Wege stillzulegen: Lange bekannt ist ja schon die Tatsache, dass gerne mal ein paar Bäume gefällt werden und diese „ganz zufällig“ quer über Wege fallen, die nicht mehr begangen werden sollen. Was aber in der Regel nur bedingt hilft, da auf wenige Wegmeter vom Abzweig begrenzt. Inzwischen bekommt der NP da Unterstützung von Petrus: Ein kleiner Sturm, der schon mal einen oder zwei Bäume umlegt, und dann schnell noch mit der Säge ein paar weitere dazugelegt im Mikadomodus – schon ist der ungeliebte Weg verschwunden. Aktuelle Beispiele gefällig? Die kleine „Abkürzung“ an der Thorwaldbrücke (mit historischen Steinstufen!) oder der alte Flößersteig zwischen Reibetöpfel und E-Flügel.

An der Thorwaldbrücke – hier ist ein Weg versteckt

An der Thorwaldbrücke – Weg verschwunden, Mission erfüllt!

 

Zum Schluss noch ein Nachtrag zu Teil 1: Die Wegesperrungsseite vom NP wurde nach dem 12.04. erst am 30.05.19 wieder “aktualisiert” … d.h., eine Änderung! Kein Kommentar.