Bürgergespräch im Nationalpark

Wegen der viel kritisierten Roteichen – Fällaktion am Elbleitenweg bei Schmilka lädt der Nationalpark zu einem Bürgergespräch vor Ort ein.

Treff ist am kommenden Samstag, 14.12., 10 Uhr, an der Nationalpark-Infostelle in Schmilka.

So ein Bürgergespräch ist natürlich zu begrüßen. Es macht aber wenig Sinn, wenn die Bürger dabei nur von der Auffassung der NPV überzeugt werden sollen und die Eichen danach doch gefällt werden. So ein Gespräch muss ergebnisoffen geführt werden und sollte dann auch dazu führen, dass Entscheidungen auch mal zurückgenommen werden.

Wir sind also gespannt.

Hier der Link zur Einladung.

Steinschlucht zum 2. Advent

Zum zweiten Advent nun der angekündigte Hinweis auf das Buch von Deutschlands bekanntestem Förster. „Das Geheime Leben der Bäume“ ist wirklich interessant, viele Zusammenhänge sind überraschend und man fürchtet nach dem Lesen, wenn die Erkenntnisse über Pflanzen weiter zunehmen, das Veganer in arge Gewissenskonflikte geraten könnten … Bäume sind nicht einfach Pflanzen, sondern Lebewesen und es deutet sich vielleicht sogar Individualität an. Lesenswert jedenfalls und zu empfehlen. Man sollte einige Exemplare als Geschenke in die Sachsenforstetagen schicken.

Zuerst gibt’s aber nur das eine Exemplar und zwar links am Weg in der Steinschlucht, mit etwas Altholz getarnt auf einem Absatz in Kopfhöhe.

Und wer nun schon so weit hinein gegangen ist, der sollte nun auch den schönen Schluchtweg komplett bis oben hin durch gehen und damit helfen, dass der Weg lebendig bleibt. Und zwar ohne Sorgen, gegen irgendwelche Vorschriften zu verstoßen. Wir haben hier keine Kernzone, aber einen gut erkennbaren Weg, der auch nicht ausgeixelt ist. Auf markiertem Weg dann wieder oben am Käferwald beim Ausstieg des Lattengrundes.

Spoiler:
Wer nun schon in der Richtung unterwegs ist, kann versuchen im Mittleren Schrammtor schon das 3. Wichtel zu finden – Griebens Reiseführer von 1910/11 Karlsbad und Umgebung – im Aufstieg rechts vom Weg.

Internetzensur und Boofenverbot durch die Hintertür?

Copyright giphy.comEigentlich wollte ich ja an dieser Stelle noch etwas zur Roteiche schreiben, aber die Ereignisse überrollen mich und machen zunächst zwei andere Themen brandaktuell: Wie ich gestern zuerst bei Markus gelesen hatte, hat die NPV eine Stellenausschreibung für einen Referenten veröffentlicht. Dessen Hauptaufgabe soll es sein, das Internet nach NPV-unliebsamen Webseiten zu durchforsten und gegen die Betreiber rechtlich vorzugehen – egal ob Privatpersonen oder Online-Kartendienste. Die Stellenbeschreibung nebst eines ausführlichen und gepfefferten Kommentars könnt ihr derzeit bereits hier nachlesen.

Für mich stellt sich dies als (geplanter) staatlicher Eingriff in die Freiheit des Internets dar, also dass, was unsere vielgeliebte Regierung in China, Iran und anderswo immer anprangert. Copyright giphy.comBezahlt zudem von unseren Steuergeldern – vermutlich ein sechsstelliger Betrag -, die dann wieder in der Wegeinstandhaltung in der Sächsischen Schweiz fehlen werden und durch Holzverkäufe kompensiert werden müssen. Sinnvoller wäre es m.E., dieses Geld in die Umweltbildung der Bevölkerung zu stecken, um z.B. Waldbrände und das Müllproblem zu reduzieren.

Das andere angesprochene Thema ist der Plan, für Übernachtungen in den Boofen der Sächsischen Schweiz vorab Tickets verkaufen zu wollen, natürlich mit Angabe von Name, Adresse und Haftpflichtversicherungsnachweis (oh geliebtes Deutschland!!!). Da werden wegen dreier schwarzer Schafe wieder Tausende “ordentlicher” Boofer von vornherein zu Kriminellen gestempelt. Und durch die Hintertür das Boofen so restriktiv eingeschränkt, dass am Ende wohl kaum noch jemand dort übernachten will (“Mission accomplished”).

Meine persönliche Schlussfolgerung: Bisher habe ich immer eine Lanze FÜR den Nationalpark gebrochen, der trotz seiner Schwächen eine willkommene Schutzfunktion der Region vor Bebauung oder anderweitiger intensiver Nutzung gewährt. Aber heute ist der Rubikon für mich überschritten – ab sofort plädiere ich für eine Abschaffung des Nationalparks in seiner derzeitigen Form, vor allem seiner Verwaltung, und die Schaffung einer neuen Art von Schutzgebiet (und keines Disneylands nach den Vorstellungen einiger NP-Oberer), welches auch weiterhin jegliche Bebauung, jedoch auch seine kommerzielle Nutzung als Reservoir für Nutzholz verbietet – also das, was die NPV seit Jahren dort betreibt. Dazu das Betretungsrecht aller in der Natur vorhandener Wege sowie freies Boofen an den bisher dafür vorgesehenen Stellen.

Steinschluchtwichtel

Die Adventszeit beginnt, wir warten auf Geschenke, trinken mehr warme Getränke und das Wetter ist öfters zweideutig ist. Wir sollten aber trotzdem eindeutig auch raus an die Luft. Und so will zu jedem Advent wieder eine Gelegenheit schaffen, Draußensein und Geschenkidee zu verknüpfen und zusätzlich etwas Neues oder Altes zum Lesen zu haben.

Gleich zum 1. Advent, damit mehr Zeit zum Finden bleibt … (weil sich die Interessenten vielleicht doch nicht so drängeln, weil leider etwas aus der Mode oder aus den Augen verloren) … wieder, wie letztes Jahr, einen bewährten Karl May. Diesmal „Winnetou 1 – 3“ und wieder in der schönen Bertelsmannausgabe mit den Originaltexten.

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Erfolgreiche Premiere: die IG–Stiegen auf dem Bergsichten-Festival

“Bergsichten” ist eines der wichtigsten Ereignisse für den sächsischen Klettersport im Verlauf des Jahres. Auf dem Festival dreht es sich vor allem um Filme über alles, was hoch oben liegt und bezwungen werden kann.

Aber auch für Nichtkletterer sind diese drei Tage in Dresden immer wieder ein Anziehungspunkt. Die IG Stiegen- und Wanderfreunde war in diesem Jahr erstmals mit einem Stand beim Rahmenprogramm des Festivals vertreten.

Das Fazit fällt dabei ausgesprochen positiv aus: gefühlte hundert Gespräche mit interessierten Besuchern, die sich dabei oft als große Kenner der Region entpuppten. Wobei wir immer wieder – und fast unisono – in unseren beiden Hauptanliegen bestärkt wurden: gebt erstens die herrlichen historischen Wege endlich frei, und verbannt zweitens die tonnenschweren und zerstörerischen Forstmaschinen aus dem Nationalpark.

Übrigens hatten wir ganztägig einen Dauerbesucher. Der gehörte eigentlich zum benachbarten Stand, fühlte sich aber unter unserem Tisch sichtlich wohl. Er war natürlich willkommen.