Zum Burg-Geburtstag

Blick vom Burgberg auf den Markt

Von 1269 stammt die heute bekannte erst urkundliche Erwähnung der Burganlage Wylin und nach 750 Jahren soll dieses Datum Anlass zum Feiern sein.

Die Feierlichkeiten zum  Burggeburtstag werden am Freitag, dem 28. Juni im linkselbischen Stadtteil Pötzscha eröffnet. Ein Höhepunkt wird sicherlich die Lasershow werden, mit der die heute fehlende Burganlage wohl annähernd in Originalgröße über die Elbe hinweg auf den Burgberg gezaubert werden soll. Mit dem Auferstehen des Bauwerkes verwirklichen sich die Burgfreunde ihren größten Traum zumindest virtuell, um ihn zum Abschluss in einem Feuerwerk wieder in der Realität aufzulösen. Samstag und Sonntag beleben sich dann weitere Stadtteile mit einem bunten Mittelaltermarkttreiben. FLYER mit Programm

Also auf nach Wehlen, oder, korrekter Weise, nach Stadt Wehlen, oder in das, wie es auf einem Schild am Aufstieg zum Burgberg, der eigentlich Schlossberg heißt, viel einladender benannt wird … schöne Wehlstädtchen.

… der Borkenkäfer und seine Folgen – Teil 3

Der Borkenkäfer ist durch das Dürrejahr 2018 im Nationalpark sehr verbreitet. Neben den schon bekannten Stellen z.B. am Reitsteig, an der Lehne und Nähe Winterstein, welche sich deutlich vergrößert haben, sind kahle braune Fichten in der Hinteren Sächsischen Schweiz inzwischen schon fast Standard. Um nur einige von mir gefundene Plätze aufzuzählen: Heringsgrund und Rauschengrund, Großer Zschand beidseitig, Kirnitzschtal beidseitig, …

Steigschlüchte

Rapinzenberg

Vorderer Thorwaldweg

K-Tal, Westseite

K-tal, Ostseite

Was macht man da? Ich meine: Zuschauen und „Natur Natur sein lassen“ – außer in den Randzonen des Nationalparks. An den genannten Stellen ist die Grenze eigentlich weit genug entfernt.

Auch wenn wieder die „Wegsicherungspflicht“ vorgeschoben wird – im größten Notfall die wegnahen Bäume fällen und liegenlassen – Totholz bringt Leben und Artenvielfalt! Womit wir beim letzten leidigen Thema wären:

Die Wegsicherungspflicht / heimliche Stillegung

Fakt ist: Natur und Wald haben ein gewisses Gefährdungspotenzial auf den, der sich dort bewegt (wie Autostraßen auch …), und bei uns in der Sächsischen Schweiz kommt da noch das Risiko „abbröckelnder“ Felsen dazu. Dies sollte eigentlich jeder wissen, der hierher kommt, und oft wird er ja auch noch durch die Tafeln des Nationalparkes am Waldrand daran erinnert. Wie ein bekannter Geologe immer sagt: Unser Gebirge gibt es nur, weil ab und zu mal was abbröckelt und runterfällt :-).

Insofern ist es immer wieder kurios bis sehr ärgerlich, zu sehen, wie an alten Sandsteinbrücken Metallgeländer auf die Brüstung installiert werden, da diese Brüstungen nicht die DIN-Normhöhe erreichen und man 2 Meter tief in die Kirnitzsch fallen könnte. Oder an der Winterbergstraße in unregelmäßigen Abständen ein Metallgeländer an die Straße gesetzt wird, wenn der seitliche Wassergraben eine bestimmte Tiefenmarke unterschreitet. Dafür dürfen dann sogar historische Sandsteinsäulen mal eben so abgesägt werden.

Woanders, sprich außerhalb des NP, baut man dann wieder Stege, die sogar nur ein Geländer haben … und es funktioniert auch!

Im Bielatal

Die nächste Stufe sind dann Wegsperungen wegen „Felssturzgefahr“. Ja, die besteht aber großflächig im Elbsandsteingebirge, und nicht nur da, wo Schilder aufgestellt wurden (z.B. Haldenweg bei Wehlen). Wenn man ganz konsequent wäre, müsste man wohl 80% aller Wege im Nationalpark sperren und ein paar Straßen gleich noch dazu (praktisch alle Talstraßen inklusive der B172 – bei Königsstein hat es in letzter Zeit auch öfters mal „gebröckelt“ …). Von den Bahnstrecken ganz zu schweigen. Neuerdings werden auch noch Gaststätten Opfer des Sperrungswahns – ich sage nur Amselfall und Rathewalder Mühle. Am Ende passiert es dann sowieso woanders, wo keiner damit gerechnet hat (z.B an der Bastei, wo sich vor einigen Jahren eine Platte löste und eine Passantin verletzte.)

Stellt sich die Frage, woher dieser ganze Unsinn kommt – und die Antwort lautet wohl: vom großen Bruder USA. Wenn nur noch die Anwälte regieren und der gesunde Menschenverstand zu kurz kommt, dann ist dem Wahnsinn Tür und Tor geöffnet – ich sage nur „Vorsicht – Kaffee kann heiß sein!“

Und der Nationalpark kann natürlich auch anders als „offiziell“, wenn es darum geht, ungeliebte Wege stillzulegen: Lange bekannt ist ja schon die Tatsache, dass gerne mal ein paar Bäume gefällt werden und diese „ganz zufällig“ quer über Wege fallen, die nicht mehr begangen werden sollen. Was aber in der Regel nur bedingt hilft, da auf wenige Wegmeter vom Abzweig begrenzt. Inzwischen bekommt der NP da Unterstützung von Petrus: Ein kleiner Sturm, der schon mal einen oder zwei Bäume umlegt, und dann schnell noch mit der Säge ein paar weitere dazugelegt im Mikadomodus – schon ist der ungeliebte Weg verschwunden. Aktuelle Beispiele gefällig? Die kleine „Abkürzung“ an der Thorwaldbrücke (mit historischen Steinstufen!) oder der alte Flößersteig zwischen Reibetöpfel und E-Flügel.

An der Thorwaldbrücke – hier ist ein Weg versteckt

An der Thorwaldbrücke – Weg verschwunden, Mission erfüllt!

 

Zum Schluss noch ein Nachtrag zu Teil 1: Die Wegesperrungsseite vom NP wurde nach dem 12.04. erst am 30.05.19 wieder “aktualisiert” … d.h., eine Änderung! Kein Kommentar.

Tom – Wanderatlasredaktion

Zwischendurch mal was anderes. Kann man sich auch drüber aufregen, ärgern oder nur den Kopf schütteln. Aber vielleicht kann man auch Bedauern empfinden? Vielleicht sitzt da jemand im Rollstuhl und träumt sich im Netzt durch die Welt. Vielleicht sind aber auch nur ein paar Algorithmen am Werk? Jedenfalls gibt es da die Webseite „ich-geh-wandern.de“. Wenn man die aufruft steht dann als Überschrift „GPS WANDERATLAS“ und das erklärt auch recht umfänglich den Inhalt. Soweit ich es verstehe, können da verschiedene Personen Wanderrouten mit GPS-Daten und Fotos hochladen. Eine Wegbeschreibung ist auch dabei und beim Lesen derselben ist es dann für mich fragwürdig geworden. Aus naheliegenden Gründen hatten mich ein paar Touren im Sandstein interessiert und der „Tom – Wanderatlasredaktion“ ist offensichtlich der Meist-Schreiber auf der Seite. Ob die beschriebenen Touren aber wirklich vom Beschreiber abgelaufen wurden – das scheint mir doch sehr unwahrscheinlich.

Weiterlesen

Der Nationalpark, der Harvester und … – Teil 2

Das leidige Thema „Holzernte“

Ich war entsetzt, welch große Flächen nur entlang meiner aktuellen Wanderroute in den letzten Jahren komplett abgeholzt wurden. Beginnend mit dem Kahlschlag im Lindengründel (bis unmittelbar an die Kernzonengrenze!) vor einigen Jahren (die IG berichtete) über 2 große Kahlschläge unterhalb des Raumberges (ebenfalls bis unmittelbar an die Kernzonengrenze) und einen am Südende des Rapinzenweges gelangte ich zum Rapinzenberg selbst – hier ist eine riesige Waldfläche verschwunden, die bis zum Saupsdorfer Weg reicht. Mit den üblichen „Kollateralschäden“: tiefe Reifenspuren = irreversible Bodenverdichtung, Unmengen an Haufen dürrer Äste, zu erwartende Schäden bei künftigen Stürmen an den neuen Waldrändern etc.
Das Holz wurde bereits (größtenteils) abgefahren, einige Reste lagern noch am Berg. Und interessanterweise war die Zufahrt dorthin nach dem letzten Sturm bereits wieder geräumt, wohingegen an anderer Stelle noch Chaos herrscht …

Auch vom Großen Zschand wurden Holzfällungen und -abfuhr berichtet, die ich jedoch nicht selbst in Augenschein nehmen konnte. Was ich allerdings sehen konnte, war der „Ausbau“ der Zschandstraße hinab zur Neumannmühle auf maximal mögliche Breite – natürlich auch wieder entlang der Kernzonengrenze. Sieht nicht gerade naturnah aus und lässt sich auch nicht (mehr) schön laufen.

Jedenfalls hatte ich dort kaum den Gedanken, mich in einem Nationalpark (sprich Naturschutzgebiet) zu befinden, es sah aus wie in jedem beliebigem Wirtschaftsforst!

Bleibt die Frage: rechnet sich das überhaupt? Der Holzpreis dürfte aufgrund Borkenkäfer & Stürmen ziemlich im Keller sein – im Gegenzug müssen Maschinen und Menschen bezahlt werden für Holzernte und -abfuhr, die Wege müssen instandgesetzt werden, etc. Mal abgesehen von den bleibenden Schäden, die nicht so einfach in Euro auszudrücken sind … aber die betreffen die derzeit Handelnden ja nicht mehr, das ist genauso wie beim Klimaschutz …

Die Aktion an der Oberen Schleuse erwähne ich hier mal nur, da haben ja bereits andere dazu geschrieben …

Wird fortgesetzt …

edit by Admin:
Bildergalerie temporär entfernt wegen Script-Fehlern auf der Website

Alternativ nun eine verkürzte Fotoauswahl an dieser Stelle:

Im Lindengründel

Am Raumbergweg – Kahlschlag 2

Rapinzenweg / -berg – Kahlschlag Nord, Richtung Thorwaldbrücke, Blick zu den Pohlshörnern

die üblichen Forstmaschinenspuren …

Riesiger Holzlagerplatz am Rapinzenberg

ausgebaute Zschandstraße

 

Der Nationalpark, der Harvester und der Borkenkäfer – eine persönliche Beobachtung

Während einer Tour in der Hinteren Sächsischen Schweiz drängten sich mir wieder viele Gedanken zum Nationalpark auf – angesichts vieler Hektar abgeernteten Waldes und sturmgeschädigter Flächen und Wege. Ein verbaler Rundumschlag:

Teil 1: Die Informationspolitik der NP-Verwaltung (Stichwort Wegenetz)

Der Nationalpark hat eine schöne Webseite – leider krankt diese regelmäßig an Aktualität. Wenn man schon eine Seite „Aktuelles“ hat, auf der u.a. Informationen zu Wegesperrungen gegeben werden, der sollte auch dafür sorgen, dass diese Seite auch so aktuell wie möglich gehalten wird. Aber: das klappte schon bei den Stürmen in den letzten 2 Jahren nur bedingt – wenn man unterwegs war, war deutlich mehr und großflächiger gesperrt als auf der Seite nachzulesen war. Und auch dieses Frühjahr: die Seite wurde letztmalig am 12.04.19 aktualisiert (Stand 07.05.19 !; vorhergehende Aktualisierung 12.03.19), und ich wurde unterwegs durch viele Sperrungen von Sachsenforstseite und durch blockierte Wege überrascht. Und die Sperrungen kommen auch gerne ohne Vorwarnung und ohne Umleitungsempfehlung an ungünstiger Stelle – so dass man umkehren und den eben gegangenen Weg wieder zurücklaufen muss. So macht man sich keine Freunde unter den Wanderern … aber immer schön mit dem Paragraphen drohen!
Kleiner Hinweis an Sachsenforst: Staatseigener Wald gehört dem Staat (Sachsen), und der Staat sind die Bürger, die da wohnen, und nicht ihr als quasi halbprivates Unternehmen! Es ist also (auch) mein Wald!

Sperrung an der Zollstraße, am Finsterwäldchen

 

 

Eine ganz andere Geschichte, die aber auch irgendwie hierhin passt: Sehr überrascht war ich, als ich am Parkplatz Ottomühle (Bielatal) Tafeln mit Felssperrungen wegen Vogelbrut sah – unterzeichnet vom Nationalpark (der sich 20 km entfernt befindet …) Amtsanmaßung???

Wird fortgesetzt …