Homo Silvestris Cryphalus

Kürzlich konnten Stiegenfreunde ein freilaufendes Exemplar des noch nicht allzu häufigen Homo Silvestris Cryphalus ganz dicht vor der Grenzlinie des gefährlich zu begehenden Käferwaldes fotografisch nachweisen. Der Homo Silvestris Cryphalus, oder eben HSC, oder zu deutsch, der BorkenkäferWaldMensch, ist in sächsischen Wälder noch gar nicht lange beheimatet, kommt vornehmlich in Nationalparks vor, weil die jeweils Verantwortlichen durch ein vorbildlich zurückhaltendes Verhalten erst die geeigneten Voraussetzungen zur Entstehung des erforderlichen Biotopes schaffen (lassen). Denn, wie der Name schon vermuten lässt, steht das Auftreten des HSC in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vorhandensein bzw. mit dem Wirken des Borkenkäfers. Allerdings braucht es zur Bildung des perfekten Verbruchbiotopes auch noch die Zurückhaltung durch moderne, naturschutzgerechte Forstwirtschaft. Der sogenannte Mikadowald ist demzufolge auch der beste Ort um einen HSC aufzuspüren. Weiterlesen

Abgesang

Inzwischen hat es sich ja weit herumgesprochen – in der Sächsischen Schweiz und insbesondere in deren hinterem Teil wüten Dürre und Borkenkäfer in den Fichten-Monokulturen. Mit der Folge, dass abgestorbene Bäume zuhauf abknicken und kreuz und quer in der Landschaft liegen.

Vor einigen Jahren begann dieser Prozess bereits – mit zunächst einzelnen kleinen Waldgebieten z.B. am Reitsteig (am Winterberg) und am Hinteren Raubschloss. Damals war das alles noch neu, es gab Erklärtafeln und kaum Einschränkungen.

Seit zwei, drei Jahren ist aber alles anders. Zwei heiße und trockene Jahre zogen übers Land, und die Fichten begannen zu leiden. Erst braune, dann kahle Wälder waren die Folge. Zunächst auch noch alles eher eine (böse) Kuriosität. Dann begannen Stürme, Schnee oder einfach die Schwerkraft die Bäume zu brechen.

Erste unmittelbare Folge waren die Sperrung besonders betroffener Wanderwege wie Reitsteig (am Thorwald) und Königsweg Nähe Frienstein. Ab Herbst 2020 wurde es dann richtig ernst. Viele Quadratkilometer toter Fichtenwälder prägten das Bild insbesondere zwischen den Zschands und Hinterhermsdorf, und sie begannen jetzt umzubrechen. „Fichtenmikado“ ist eine schöne Beschreibung dafür. Inzwischen sind ein gutes Dutzend Wanderwege und 4 Bergpfade (Stand Mitte März) unpassierbar geworden, und die Liste wird fast im Tagesrhythmus aktualisiert und immer länger. Und die Kletterzugänge werden dabei gar nicht genannt …

Doch das ist nur die eine Seite. Neben den offiziellen Wegen gibt es ja noch Unmengen alter kleiner Pfade im Sandstein, die nach Ansicht der NPV ja bereits gesperrt sind, aber vermutlich auch stark vom „Mikado“ betroffen sind. Und wenn die NPV für die Wanderwege eine Räumung „irgendwann“ zumindest ankündigt, werden diese kleinen Wege nie geräumt werden (zumindest nicht ohne persönliche Initiativen) und jetzt – nach 30 Jahren Nationalpark – endgültig unpassierbar, zugewachsen und dann vergessen sein. Ich denke da an die vielen Seitenschlüchte des Großen Zschand, z.B. Sandschlüchte, Schwarzschlüchte, Pechschlüchte, Erlenschlüchte … und wer weiß, welche Wege im Gebiet noch betroffen sein werden. Jahrhundertealtes Kulturgut wird verschwinden (mit wohlwollendem Blick der NPV) – wohl dem, der die Wege noch vor dieser Katastrophe kennenlernen durfte!

Neue Kategorie im Forum?

Edit 29.03.2021: Die Diskussion ist abgeschlossen. Der neue Bereich im Forum ist eröffnet. Bitte unbedingt die Spielregeln beachten, die vor allem der Übersichtlichkeit dienen sollen.

Zschandstraße

Zschandstraße für Wanderer gesperrt

Gestern bekam ich eine Mail, die ich nachfolgend zitieren und kurz zur Diskussion stellen möchte:

Hallo …,

vor dem Hintergrund der schnellen Entwicklung im Nationalpark was die Wegesituation angeht:

In den kommenden Monaten werden viele Menschen den Nationalpark besuchen, ins Kirnitzschtal kommen und ein Chaos an Informationen vorfinden. Schilder zeigen in alle Richtungen, man denkt es ist wunderbar markiert. Dann stößt man auf die Schilder “unpassierbare Wege”. Ende. Einige werden sich durchkämpfen, manche umdrehen, in die nächste Sackgasse laufen. Der Bedarf an Informationen wird hoch sein. Hinzu kommen die Aktionen der digitalen Rangerin, die step by step OSM samt allen anderen digitalen Karten unbrauchbar macht. Und die NPV hat lediglich ein und dieselbe Schublade: “unpassierbar”. Egal ob Kirnitzschtalstraße, wo hier und da mal ein Baum quer liegt, oder Weberschlüchte, wo wirklich NICHTS mehr geht.

Diesen Informationsbedarf kann man doch positiv nutzen, in der Forenstruktur…

Auf sandsteinwandern sind viele Leute aktiv und gesammelt, das kann man doch zusammen positiv nutzen…. Statische Seiten bringen da auch nicht viel, bei der dynamischen Entwicklung. Ein Forum ist da, denk ich, die bessere Lösung…

Bin selber viel im Nationalpark unterwegs und würde meinen Teil auch dazu beitragen. Exkursionsberichte, Bilder etc. Es könnte auch regelmäßig jemand über die aktuelle Wegesituation informieren, wenn allerhand Informationen gebündelt sind.

Wie findest du diese Idee? Vom Zeitaufwand müsste es ja überschaubar sein. …Die Nachfrage ist bestimmt gegeben und von der Übersichtlichkeit her würde es auch funktionieren…

Freundliche Grüße
Markus

Die Idee finde ich prinzipiell gut, ein kleines Problem sehe ich bei der Übersichtlichkeit. Ich habe eine neue Kategorie mit drei Unterforen im Forumsbereich eröffnet. Kleinteiliger möchte ich es nicht betreiben. Ein Grund ist die Störanfälligkeit des recht betagten Mingleforums, bei dem die Entwicklung bereits vor Jahren eingestellt wurde. Auf jeden Fall muss hier ein Moderator die aktive Rolle übernehmen und falsch zugeordnete Threads oder Beiträge editieren. Vielleicht übernimmt der Autor der Mail?

Blick ins Reibetöpfel

Blick ins Reibetöpfel

Ich gebe das Thema jetzt genau eine Woche zur Diskussion frei. Danach sollte eine Entscheidung gefallen sein. Kleinere Anpassungen an die Struktur der neuen Kategorie im Forum kann ich gern noch vornehmen. Bis dahin also bitte keine neuen Threads eröffnen. Die gehen sonst eventuell verloren. Der Thread “Reibetöpfel” dient zur Demonstration und ist vom Inhalt her natürlich kein Fake.

Forderung der IG – Einberufung der AG Wege

Hervorgehoben

Wie schon an anderer Stelle im Blog geschrieben, verfolgen wir den derzeitigen Zustand, der durch den massiven Borkenkäferbefall im Nationalpark entstanden ist, mit Sorge. Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass durch Nichtstun der NPV auf unbestimmte Zeit die Infrastruktur für Wanderer und Bergsteiger unpassierbar bleibt. Wir haben uns mit folgender Stellungnahme an die Sächsische Zeitung und die Nationalparkverwaltung gewandt.

Weg weg

Weg weg

Einberufung AG Wege

Seit 20 Jahren gibt es die AG Wege, in der Vertreter aus der Verwaltungsebene, der Gemeinden im Nationalpark, von Natur- und Umweltschutz, den Bergsteigern, Wanderern und Tourismusvertreter sitzen. Vor 20 Jahren wurde ein Wander- und Bergsteigerkonzept entworfen, das die Belange der einzelnen Interessengruppen unter einen Hut brachte. Die AG Wege tagt mindestens einmal Jahr. Das gut austarierte Gleichgewicht ist die Grundlage für ein friedliches Miteinander aller Beteiligten. Uns ist unverständlich, warum bis jetzt, trotz mehrfacher Nachfrage des SBB auf Einberufung der AG Wege, von Seiten der Nationalparkverwaltung (NPV) keine Reaktion kommt. Wir halten das für zwingend notwendig, um zu verhindern, dass letztendlich einzelne Interessengruppen aus dem gefundenen Konsens ausscheren und sich Anarchismus im Nationalpark breit macht. Weiterlesen