Große Gans 2 ½

Ein Nachtrag den ich für den Spreewolf hier einstellen muss, weil er es nicht ertragen konnte beim letzten Versuch nicht auf die Große Gans gelangt zu sein.

Am Sonntag bin ich als Solist unterwegs gewesen, um die Große Gans mal von oben zu beschnuppern. In Uttewalde günstig an der ehemaligen LPG geparkt und (zum ersten Mal in diesem Jahr mit Sonnenschutz und Zeckenspray) ab ins Dorf, wo der Schreck gleich hinterm Eck lauert!

Die Pension und Gaststätte in Uttewalde ist geschlossen! Die Werbung abmontiert, die Tische im Gastraum gestapelt. Wird da wieder geöffnet? Gibts da mal wieder Kartoffelbrei, Leber und Zwiebelringe? Gebratenen Lachs mit Nudeln? Oder bleibt da nun in Monopolstellung nur noch das Waldidyll im Grund?

Nur schnell weitergelaufen. Gelber Strich, Bruno Barthelweg, Kluftsteig, Müllersteig, Holzengrund, Steinerner Tisch. Hier sind die Inhaber dabei große Holzstapel in Kneipenmobilar zu verwandeln. „Futterkrippen“ hinten im Hof. Vorn die übliche Kasse des Vertrauens und Getränkekästen zur Selbstbedienung. Auf diesen Service habe ich heute verzichtet. Stattdessen stellte ich mich auf Höhe Hauskante und habe 300m abgeschritten. Nach Kartenlage muss da die Stelle sein, wo der Pferdegrund beginnt. Stimmt! Genau zwischen zwei Grenzsteinen erkennt man den Pfad. (Anmerkung Andreas P.: wir hatten letztens spekuliert, welche der Einsenkungen neben dem Weg zu welchem Grund gehören, da ja selbst die offiziellen Bergsteige Gries- und Hirschgrund nicht die Ehre einer erkennbaren Beschilderung tragen und oberhalb vom Pferdegrund wartet noch die Hermannhöhle auf unseren Besuch.).

wunderschöner Aussichtsplatz

spektakuläre Stufenlage

Genug gesucht, zwei Gänge schneller gelaufen und schon bin ich auf dem Rastplatz vor den Schwedenlöchern. Es war schon ordentlich Betrieb und eine entsprechende Lautstärke im Wald. Die Kinder bolzen durch die Gegend und haben ihren Spaß. Und das ohne Internetz! Schön, gefällt mir, auch wenns mal laut ist.
Aber ich verschwinde möglichst unauffällig zwischen die Bäume auf den Zugang zur Großen Gans. Da bin ich wieder allein und laufe bis zur Aussicht. Es bläst ein ordentlicher Wind und die Reservejacke wird schnell übergezogen.

links der unfassbare Klotz auf dem Plattenstein

Auf der Felsrippe gehe ich nach vorn. Eine wirklich schöne Aussicht mit prima Rastplatz. Der Blick geht in die Tiefe und schweift durch den Raaber Kessel, über den Amselsee, die Häuser von Rathen bis in die Elbe hinein.
Von unten, links, rechts und vorn „zieht“ der Abgrund. Erst einmal hinhocken und abwarten bis das Ziehen in der Magengrube vorbei geht.
Weiter hinten (oder vorn?) am Weg zeigt ein Pfeil “Kletterzugang„ nach unten. Eine Kletterin klärte mich auf, dass es da zu einer 25m Abseile geht. Das war wohl nicht der von mir vermutete Weg von der Rathener Warte den wir am Ostermontag
abbrechen mußten. (Anmerkung Andreas P.: Was heißt denn hier abbrechen mussten? Wir haben uns anders entschieden! 😉 )

Auf dem Rückweg noch Knoblauchwurst und Radler im Waldidyll, mittenmang fröhlicher Menschen und tobender Kinder und dann hoch nach Uttewalde, an der geschlossenen und verschlossenen Gaststätte vorbei. War doch keine optische Täuschung: Das Ding ist zu! Schade.

7 Gedanken zu „Große Gans 2 ½

  1. Hmm, also von oben hast Du bestimmt ganz schlechte Chancen, den Weg zu finden. Kann mich an keine Markierung erinnern, der Ausstieg war völlig unauffällig. Den anderen Weg zur Abseile bin ich auch schon gegangen, und dann eben wieder hoch … ärgerlich, aber trotzdem interessant, dass man da einen KZ mit Abseile hat – Einbahnstraße sozusagen.

    • Na theoretisch wäre das schon ganz cool, von oben zu kommen und einfach per Seil nach unten – nur glaube ich nicht, dass das klappt. Denn im alten Kletterführer 1981 (kann natürlich heute überholt sein) findet sich die 2. Abseile des Vexierturms am Massiv – wohlgemerkt, die 2. von 3 Abseilen 🙂
      Das ist schon eine ganz verrückte Landschaft da. Unendlich viele Kuppen und Spitzen sind wie Kleckerburgen aneinander gepappt und dazwischen ergeben sich genau so viele Spalten und Rinnen.
      Da ergeben sich dann solche Wegbeschreibungen wie auf die Vexiernadel “vom Massiv (Gr.Gans) absteigen…Rinne und Kamin weiter absteigen…Sprung” – Also andauernd absteigen um auf einen Gipfel zu kommen – aber von dem dann immer noch 2 x 25m abseilen – und das ist noch ein relativ unbedeutender Gipfel – verrückt.
      Weiß hier jemand wo man bei der beschriebenen Abseile unten rauskommt?

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