Erkundungsgang im Schmilkaer Kessel

Durch einen Forumsbeitrag angestoßen, wollten wir uns die dort beschriebenen

Bildmontage 🙂 damit der Mond mit drin ist

(!!!)-Stellen auf dem oberen Terrassenweg mal in echt ansehen. Wir sind dafür vom Lehnsteig aus auf den ersten KZ nach links abgebogen, wo man auch gleich auf eine schöne gestufte Terrassenwegstelle trifft und gleich danach zwischen den ersten beiden Lehnsteigtürmen durchkraxelt.
Ca. 350 m weiter haben wir uns kurz hingehockt, die Aussicht bewundert und nicht gemerkt, dass wir den geplanten Weg schon verlassen hatten, denn eigentlich wollte ich schon zwischen Lehnwand und -Nadel hinaufsteigen und vom Lehnsteig wieder runter zur Feldschmiede, womit dann der Obere Terrassenweg erreicht gewesen wäre und uns zu den (!!!) geführt hätte – so sind wir aber auf dem unteren Weg weiter marschiert, war auch echt schön und plötzlich ging es im Talwinkel mit einer recht großen Grotte durch/unter großen Blöcken hindurch (so tief übrigens, dass man uns im Bild nicht sehen würde, wenn wir da in der Mitte stehen würden), auf der anderen Seite wieder hoch und dann standen wir vor „einer der schönsten Stellen des UTW“, wie es TR im Forumsbeitrag beschreibt. Und ja doch, mir gefällt die Stelle wirklich auch sehr – nur, da langzugehen kann ich mir schwer vorstellen. Allein schon wegen des vielen losen Sandes, alles wegerodiert, die Wurzeln hatten bestimmt mal Erde festgehalten, die dann den Pfad auf halbwegs begehbare Breite gebracht hat – heute liegen die Wurzeln lose da rum – könnten natürlich als Griffe dienen – aber dann auf Händen und Füßen – sich mit dem staubigen Zeug vollsauen – den Rucksack hinterherziehen … nein, schöne Stelle, aber Mut ist auch, wenn man sich umzukehren traut. Vielleicht versuchen wir es nochmal mit bewusst dünner beladenem Gepäck

Aber nun zum Wegweiser zurück, absteigen, unten im Wald … ja wohin denn? Nein, hoch muss es gehen, immer hoch. SURSUM CORDA, wie wir gebildeten Stiegenfreunde sagen 🙂 Also zurück und nachgeschaut, wo wir den geplanten Aufstieg übersehen hatten. Der Spreewolf präferierte dafür einen kaum zu erahnenden Pfad gleich beim Heringsturm, der nach seinen Vorstellungen zur Feldschmiede hätte führen sollen. Aber ich konnte ihn überzeugen, den deutlicheren Pfad vorn hinter der Lehnnadel zu nehmen. Da gings erst steil, dann steiler und schließlich noch steiler hinauf. Das ging ohne Stufen eigentlich überhaupt nur, weil man sich in der schmalen Spalte schön seitlich abstützen konnte und meine Zweifel, ob das alles zielführend ist, konnte ich dabei nur unterdrücken, indem ich mir sagte: „Wenn‘s oben nicht weitergeht, können wir problemlos auf dem glatten Boden wieder runterrutschen.“ War aber nicht nötig, plötzlich summte es über den Zweigen lästig, wir standen direkt neben den letzten Stufen des Lehnsteigs, wo ein Depp eine Drohne steuerte.

Hier Glühwein machen? Nee, zu viel Verkehr. Also weiter Richtung Feldschmiede. Doch dann kam mir der Gedanke, dass wir nun aber schon genug Zeit vertan hatten, jetzt noch die (!!!) zu suchen eventuell zu lange dauern könnte, wir zu weit ausholen müssten, zumal ja der Umkehrdoppelweg eigentlich schon vorprogrammiert war, denn erfahrungsgemäß ist mein Mut nach einmal Kneifen nicht mehr all zu groß … also nochmal kehrt und die obersten Lehnsteigstufen runter. Da zeigt sich dann links auch gleich eine erkennbar öfters begangene Spalte, in der es nach unten geht, wo man dann in einem recht weiten Talgrund landet. Da ist so viel Platz, dass auch noch die Fünf Gipfel Platz finden. An denen vorbei in ein weiteres ruhiges Tal – das Steinloch. Von da ging es unspektakulär aber immer noch auf schönem Pfad an den Wänden entlang. Da gäbe es auch noch einige Abzweige und Quergänge zu erkunden, aber wir wollten nun doch lieber heim. Eine schöne Stelle, wo alles passend gewesen wäre, um den die ganze Zeit mitgeschleppten Glühwein heiß zu machen kam leider nicht mehr. Erfreulicherweise war aber der alte Schullehrer noch nicht in sein Winterquartier verschwunden und wir konnten den Tag mit Kaffee und Kuchen abschließen. Fazit: Auch ohne direkte Ziele zu erreichen, kann man erfolgreich einen Tag verbringen und die ganze Gegend braucht noch mehrere Erkundungen.

Weniger erfreulich war dann der auf das superschöne Wetter, den Feiertag und die daraus resultierenden Besuchermengen zurückzuführende Rückstau, der vom Markt in Schandau bis zum Zahnsgrund reichte. Hauptsächlich wohl, weil das Kirnitzschtal im Reißverschlussprinzip ebenfalls entleert werden musste … ach, schauen wir lieber auf die schönen Herbstfarben.

4 Gedanken zu “Erkundungsgang im Schmilkaer Kessel

  1. Danke für den schönen Bericht! Auch wenn ihr die eigentlichen Ziele dieses Mal nicht erreicht habt, war es sicher auch eine Traumtour. Die schönen Bilder lassen dies jedenfalls vermuten, herrlich! Auch die Darstellung (!!!) gefällt mir sehr, ich werde sie nachfolgend auch verwenden 🙂 Dem Schlusssatz “… und die ganze Gegend braucht noch mehrere Erkundungen ” ist nichts hinzu zu fügen … 🙂
    Zur Frage von spreewolf: Ich kenne nur den direkten Weg vom Lehnsteig ganz oben abzweigend, an der Feldschmiede vorbei bis zur Märchenturm-Umkehrstelle. Es ist schon der OTW und der Pfad, den ich in meinem Forumsbeitrag beschrieb. (Beginn am Lehnsteig wenige Meter nordöstlich vom Stein 306 [Nummer ist bei R.Böhm eingezeichnet], durch einen vom Weg aus sichtbaren Felsspalt hinunter auf den Oberen Terrassenweg, Pfad ist gut sichtbar und auch für Normalverbraucher [dazu zähle ich mich auch] gut begehbar.) Den Umkehrweg muss man einplanen. Aus Richtung Schneeberger Aussichten kommt man auf gut begehbaren Pfaden zur anderen Seite der (!!!) am Märchenturm sowie auch zur (!!!) an der Rübi, auch hier für Wanderer Sackgasse. Der Kletterzugang zu den Aussichten und den beiden zuletzt beschriebenen (!!!) zweigt auch vom Lehnsteig ab, aber schon in der Nähe vom Reitsteig (Der Borkenkäferwald ist vom Abzweig aus schon sichtbar). Hier hilft auch gut die Karte der Kletterzugänge von der NP-Seite, die Geländestruktur lässt sich gut mit der Böhm´schen Schrammsteinkarte kontrollieren, wo aber nicht alle Klz eingezeichnet sind. Hat bei mir gut funktioniert.
    Ob es die von euch gesuchte “Nordwest-Passage” vom UTW an der Lehnnadel hoch und nördlich um das Massiv an der Lehnsteignadel herum hinüber zur Feldschmiede gibt, weiß ich nicht. Das würde mich aber auch brennend interessieren, denn das wäre sicher ein wahrer Traumpfad …

  2. Frage in die Runde: Gibt es eine Verbindung vom Lehnsteig über die Feldschmiede zum OT und der “Märchenturm-Umkehrstelle”? ….oder ist das nur(für Wanderer) aus Richtung Schneeberger Aussicht möglich?

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