Willkommen in Mordor

Das Thema „Gruselwald“ wurde im vorherigen Blog-Beitrag „Baumartenstreit (2)“ schon angerissen und beschäftigt mich immer noch. Deshalb soll es hier noch mal aufgegriffen werden. Man kann versuchen, das Elend mit Worten zu beschreiben. Es wird beim Versuch bleiben. Hier sollen ein paar Bilder das geschriebene Wort bekräftigen, aber auch die Bilder können das ganze Ausmaß nicht richtig vermitteln. Nur vor Ort kann man sich ein eigenes Bild machen. Aber Vorsicht: Es könnte ein niederschmetterndes Erlebnis werden …

Willkommen in Mordor? Was für eine schreckliche Überschrift! Natürlich verbietet sich der Vergleich des Märchenlandes Sächsische Schweiz mit Tolkiens Mordor, dem „Schwarzen Land“ in Herr der Ringe. Schon deshalb, weil es bei Tolkien in Mordor keine oder kaum Wälder gibt. Trotzdem, als wir am Freitag am Zeughaus vorbei weiter dem Großen Zschand aufwärts folgten, stellte sich bei mir genau diese düstere Stimmung ein, die ich empfand, als im Film Frodo und Sam in Mordor unterwegs waren. Das trübe Wetter mit Getröpfel passte „perfekt“ dazu. Der Anblick des Waldes war einfach nur trostlos und grauenhaft. Auch die Kletterzugänge bleiben zum Teil nicht verschont (Bild 3). Und das ist vermutlich nur der Anfang.


Großer Zschand Großer Zschand Kletterzugang Sommersloch

Nun könnte man wieder die Diskussion entfachen „Was wäre gewesen, wenn … ? Hätte man das nicht durch früheres Eingreifen mildern können?“ und so weiter. Ich ziehe hier einen klaren Strich drunter und sage: Diese Diskussion wäre nun müßig, diese Dinge liegen in der Vergangenheit und sind nicht mehr zu ändern. Es ist jetzt so, wie es ist.

Wichtig ist jetzt, wie es weiter geht und was aus dem Haufen Elend gemacht wird.

Man tut sicher, was man kann. Hut ab vor der Arbeit der Forstleute! Aber man tut auch Dinge, die man nicht tun sollte bzw. man tut Dinge nicht, die man tun sollte:

Einmündung RichterschlüchteAbzweig Kletterzugang SommerslochWarum schafft man die gefällten trockenen Fichtengerippe nicht aus dem Wald, sondern lässt sie an vielen Stellen in den Kahlschlägen neben dem Wanderweg liegen?  Früher hieß es immer: „Das Holz muss schnell aus dem Wald“. Heute nicht mehr? Will man Wanderer abschrecken? Es leben in dieser Gegend auch Menschen, die vom Tourismus leben!

Holzfäller und SteinbrecherAn einer Stelle fiel mir auf, dass bei den „Aufräumarbeiten“ ein größerer Sandsteinblock zerstört wurde. Die Brocken liegen noch zwischen den Baumleichenteilen herum. Steine brechen gehört mit ziemlicher Sicherheit nicht zu den Arbeitsaufgaben der Forstarbeiter!

Seltsam ist auch, dass immer dort, wo die Schlüchte abzweigen, besonders viele Stämme aufgestapelt wurden, als hätten Riesen Mikado gespielt. Mir ist schon klar, dass damit die „bösen Wanderer“ vom Betreten abgehalten werden sollen. 'Riesenmikado' als VerhauWas ist aber, wenn es in den oberen Hanglagen wirklich mal zu einem Brand käme? Dann sind die Schlüchte oft die einzigen Zugänge für die Feuerwehrleute. Prima, wenn dann die Baumleichen dort liegen! Das Thema hatten wir auch kurz bei unserer Wanderung und kamen zu dem Schluss: Das kann man dann nur noch (kontrolliert ?) abbrennen lassen. Prost Mahlzeit!

'Riesenmikado'Es drängt sich die Frage auf: Muss sich Sachsen unbedingt einen Nationalpark leisten, nur weil die anderen Bundesländer auch „einen haben“? Von mir kommt ein klares „Nein“. Es gibt zur Zeit wichtigere Dinge als ein von Ideologen verordnetes Prestigeprojekt „Urwald“. Wichtiger wäre es nach meiner Meinung, auf großen Flächen mit Neubepflanzungen (nicht mit Fichten) die Grundlage für einen funktionierenden neuen Wald zu schaffen. Das würde viel Geld kosten, welches aber gut angelegt wäre, auch wenn vielleicht nicht alles anwachsen würde. Die Chance besteht jetzt! Man sollte nicht warten und sehen, ob sich eine Savanne, eine Wüste oder vielleicht doch wieder ein Wald bildet. Leider haben wir auf diese Entscheidung keinen Einfluss.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass das Frühjahr bald kommt. Dann ist Mutter Natur vielleicht so gnädig und legt wenigstens in den Kahlschlägen einen grünlichen Elbenmantel über das graue Elend …

„Mordor“ war bei unserer Wanderung glücklicherweise nur Durchgangsstation. Wir waren auch in schöneren Gegenden des „Nebelgebirges“ unterwegs. Am Ende blieben im Kopf viel mehr schöne als schlimme Bilder hängen, auch wenn es beim Lesen des vorliegenden Artikels anders erscheinen mag. Kopf hoch! Frodo und Sam haben Mordor auch überstanden. 🙂

11 Gedanken zu „Willkommen in Mordor

  1. Man sollte die Fotos an die Öffentlichkeit bringen, durch Zeitungen, Fernsehen usw., damit alle informiert werden und die NPV Rede und
    Antwort stehen muß, was sie sich dabei gedacht hat. Die wird sich wieder auf das wertvolle Totholz berufen, was der Wald ja so dringend braucht, aber davon gibts genug, wenn die restlichen Bäume auch noch umfallen. Das Motto “Natur Natur sein lassen” klingt ja ganz gut, aber das Bäumefällen in der Kernzone war ein künstlicher menschlicher Eingriff, dessen Folgen beseitigt werden sollten. Schon vom Anblick her sieht das absolut nicht naturbelassen aus. Und das für mehrere Jahrzehnte. Der Anblick einer echten Wildnis ist sehr schön, aber was hier hinterlassen wurde, ist der Inbegriff der Häßlichkeit, und läßt gewisse Rückschlüsse zu, ob es der Urheber wirklich Ernst meint mit seinem viel beschworenen Naturschutz.
    Die Probleme bei Waldbrandgefahr sind nicht von der Hand zu weisen, nach dem großen Waldbrand 1842 hat man im Zschand extra sogenannte Brandschneisen angelegt, um ein eventuelles Feuer etwas aufzuhalten, z.B. längs und quer durch die Partschenhörner, die sind sogar im Meinhold-Routenführer von 1910 eingezeichnet. Wenn demnächst im Sommer ein Wanderer seine Zigarette an der Zschandstraße wegschmeißt, ist die Nahrung fürs Feuer perfekt gesichert. Ich weiß, es ist ein ketzerischer Gedanke, aber manchmal wünsche ich der NPV dort so einen richtigen Waldbrand, damit sie mal merkt, was sie angerichtet hat. Und dann jammert sie wieder über die Hubschrauberkosten rum, weil der als einziger ans Feuer rankommt.
    Und wie ist das mit den Tieren? Über die Zschandstraße hinweg gibt es mehrere Wildwechsel von einer Seite auf die andere, dort liegen aber überall die Bäume durcheinander. Ein Reh oder Wildschwein überspringt schon mal einen oder mehrere Baumstämme, wenn diese auf natürliche Art und Weise umgefallen sind, aber bei diesem Mikado-Haufen könnte sich ein Tier verletzen oder sogar steckenbleiben. Es wäre interessant, zu erfahren, welche Stellungnahme die NPV zu dem Thema und zu den aufgezählten Problemen hat.

  2. Ich kenne den Großen Zschand seit 1982 und bin seitdem regelmäßig dort unterwegs. Das sind fast 40 Jahre und über diesem Zeitraum kann man den “Wald wachsen sehen”. In den 1980ern war der Zschand eine helle Schlucht und man konnte die Felsen links und rechts sehen; vor 5 Jahren war der Zschand zur dunklen Schlucht geworden und außer Bäumen war nichts mehr zu sehen. Ich bin durch die Schwarze Schlüchte gegangen, da war sie noch Hochwald und habe 1984 (oder war es 1985?) den Kahlschlag und die Neuanpflanzung dort gesehen.
    Das Problem, als forstwirtschaftlicher Laie und in diesere Beziehung also nur mit gesundem Menschenverstand arbeitend, sehe ich darin, einen Wirtschaftswald von einem Tag auf den anderen sich selbst zu überlassen. Ich bin der Meinung, man hatte keinen Plan, wie das funktionieren sollte und nur Angst, im Zschand könnte ein Feriendorf entstehen, was ich für völlig unrealistisch halte.
    Obwohl, eigentlich müsste jedem klar sein, was passiert, wenn man ein System, in diesem Fall Wald, sich selbst überlässt – es strebt den Zustand der größtmöglichen Unordnung an, da dieser Zustand mit geringstem Aufwand aufrecht erhalten werden kann (für die ganz Schlauen – man nennt das Entropie). Die Natur käme nie auf die Idee, Bäume in Reihen wachsen zu lassen; auf solche Ideen könnnen nur Menschen kommen.
    Es hätte wahrscheinlich, auch in der Kernzone, eine Übergangszeit benötigt, in der der Mensch den Wirtschaftswald Stück für Stück zurückbaut und der Natur mit dem Anlegen eines naturnahen Waldes einmalig auf die Sprünge hilft. Auf 100 m² eben x Buchen, y Eichen, z Birken und a Fichten und das völlig willkürlich auf dieser Fläche verstreut.
    Dass der Borkenkäfer schlagartig über den Zschand herfällt, war doch bestimmt vorauszusehen. Die Bäume sind alle gleich alt, seit der Gründung des NPs wurden die nicht mehr ausgedünnt (das hätte man in einem Wirtschaftswald nämlich gemacht), die Konkurrenz um Licht und Nährstoffe war extrem groß. Eigentlich eine extreme Stresssituation. Noch viel besser kann man das in der Schwarzen Schlüchte sehen. Das sind noch die Pflanzen, die in den 1980ern angepflanzt wurden, ohne jegliche Pflege. Der Wald dort ist für mich Bonsaiwald, die Bäume konkurrieren sich zu Tode.
    Die Natur hat halt nur den Ausweg gesehen – die Bäume müssen weg, egal wie. Problematisch sehe ich das viele Totholz. Ein heißer, trockener Sommer mit starken Gewittern, kann das Holz ganz schnell entzünden. Wäre ja nicht das erste Mal in dieser Ecke, siehe Brandstein in der Weberschlüchte. Ich bin mir auch nicht sicher, in wie weit die dünne Humusschicht an den Hängen jetzt noch einem oder mehreren Starkregen standhält. Dann rutscht halt alles ins Tal.
    Wir könnten Glück haben und die Natur baut sehr schnell wieder Wald auf oder eben Pech und der Zschand wird weitestgehend unbewaldet.

  3. Oh jeminee! Ich fahr da nicht mehr hin, ich will mich doch erholen und nicht gruseln. Das habt ihr nun erreicht mit dem Mordorvergleichen.
    Und im Ernst (oder im ernst?) jaja, ich sollte vielleicht gar nicht spötteln, denn ich war zuletzt soweit “hinten”, als die Bäume noch standen und die meisten Nadeln noch dran waren. Die Bilder schrecken mich nicht sosehr und wenn’s untenrum wieder grünt, dann wird’s schon gehen. Ich sehe immer noch den Vorteil, die Landschaft mal wieder zu sehen und ich habe reichlich Auswahl, mal wieder ein paar Bäume umzuschuppsen.

    Und noch ernster ein abschließender Hinweis: Auch wenn einige Aspekte sehr ärgerlich und in ihren langfristigen Auswirkungen noch gar nicht abzusehen sind – und ohne den Sachsenforst verteidigen zu wollen – bedenkt doch bitte, dass nahezu alle eure Wünsche zum Holzentfernen usw. ganz einfach an der Realität scheitern. Die schiere Menge der Stämme und Größe der Flächen zwingen zur Kapitulation. Selbst wenn die Verantwortlichen wollen würden, würden sie nicht können. Und vom Bezahlen ganz zu schweigen.
    Ich jedenfalls bin es langsam schon leid über die “verschüttete Milch” zu jammern. Der Gedanke an die Zuwegung für die Feuerwehren wäre aber doch noch mal eine Überlegung wert – zumindest dort, wo Einsatzfahrzeugen die Wege versperrt werden. Aber natürlich müssen auch die Einsatzkräfte zu Fuß zu den Brandherden kommen. Auf den Bilder wirkt es aber so, als wäre das “Mikado” wirklich flächendeckend. Gabs nicht schon lange die Erfindung von Brandschneißen?

    • Ach, da habe ich ja was angerichtet. Wie bereits geschrieben sollte es eigentlich eine Art Lagebericht werden, deshalb auch der gedankliche Bezug zu Mordor. Als der Bericht am Sonntag entstand, war ich noch sehr aufgewühlt von dem Erlebten. Meine Gedanken zum Waldumbau (Wunschdenken, da hast du recht) rutschten mit heraus. Obwohl ich jetzt noch genauso „wunschdenke“, hätte ich diese Gedanken vielleicht besser für mich behalten. Sie gehören zu einem anderen Thema (zum Thema „verschüttete Milch“), unter das ich in meinem Artikel ja einen „klaren Strich“ gezogen hatte. Indem ich die Milch danach doch wieder aufwärmte, drängte ich mein eigentliches Anliegen in den Hintergrund. Das betrübt mich jetzt etwas, ist aber nicht mehr zu ändern.
      Andreas, ich denke, wenn du wieder mal in diese hintere Ecke kommst, wirst du bestimmt trotzdem erschrecken, auch wenn es auf den Bildern scheinbar gar nicht so schlimm aussieht. Du wirst vermutlich keine Landschaft wieder sehen, sondern eine neue Landschaft kennen lernen. Aber etwas Neues kennen zu lernen ist ja eigentlich schon wieder etwas Positives.
      Ich glaube, langsam kann ich die trüben Gedanken wieder etwas verscheuchen, die mich zu diesem Thema seit dem letzten Freitag verfolgen, das Schreiben hilft dabei …

      • Aber nicht doch, alles ist gut. Du hast geschrieben was du dachtest und ich hab’s kommentiert wie ich dachte und das ist alles gut so.
        Vielleicht bin ich auch stärker beeindruckt, wenn ich das Elend mal in Echt sehe, aber andererseits habe ich, wie Dietmar auch schreibt, auch noch Bilder von vor 30 Jahren im Kopf. Da war an vielen Stellen kein Wald – das fand ich damals nicht schlimm – im Gegenteil, es gab viele Him- und Brombeeren – nur lagen eben die Bäume nicht so tot auf dem Boden herum … und ja, damals gab es auch noch nicht so oft solche extremen Starkregenereignisse … die Befürchtung des weggespülten Bodens hatte ich auch schon wiederholt geäußert.
        Man wird sehen. Es bleibt spannend.

  4. Danke für den Blogbeitrag. Ich kann das nur bestätigen was MStreicher formuliert und kommentiert. Der Kompromiß-Naturschutz-Park im Elbsandsteingebirge hat vom Charakter her natürlich wenig mit den klassischen Nationalparks weltweit gemein. Ist eben Kulturland und schützenswert dazu.
    Wer dagegen mehr Ruhe und Exklusivität für Fauna und Flora haben möchte braucht eher schwach bis unbesiedelte Gebiete. Das ist in Deutschland schwierig zu finden. Da ist die Landschaft zwischen der Neiße südlich Weißwasser bis Boxberg, Schwarze Pumpe, einschließlich Übungsplatz Nochten (jetzt “Oberlausitz”) vielleicht besser geeignet. Mit den gelegentlichen Schießübungen sind
    Fuchs und Hase dort schon immer gut klargekommen. Der allseits “beliebte” Wolf findet es dort auch ganz prima. Außerdem wird nach Ende der Braunkohlenverstromung in dieser Gegend noch mehr Platz und Ruhe für unsere pelzigen und gefiederten Freunde sein und Urwald könnte auch wachsen.
    Solch ein sächsisch-brandenburgischer NP würde sicher auch politisch Druck vom Elbi nehmen.

  5. Danke, eine schöne Weiterführung und Kernthema der IG.
    Warum stellst Du aber den Nationalpark in Frage? Weil unsere Ansicht über das Wegenetz gegensätzlich zur NOV ist, oder weil wir im Unterschied zum SBB keine großen Namen haben und uns benachteiligt fühlen?
    Die Gründung der Nationalparks durch die letzte DDR-Regierung war ein erfolgreicher Schutz dieser Landschaft vor Hotel- und Golfplatzinvestoren, wenn auch mit enormen Eingriffen in das Leben der Anrainer.
    Und die NPV hat teilweise gute Arbeit gemacht, leider zeigen solche Institutionen häufig eingeworfene rechtliche Weisheit und manchmal auch bündelweise ausgeworfene Steuermittelausgaben.
    Bestes Beispiel gerade der Tschand, mit dem gerodeten Trockental wegen der Verk.sich.pflicht und dem missbräuchlichen Zuwerfen alter Wege. Wäre es möglich gewesen, diese eigentlich unbeliebte Wanderautobahn der bestimmenden Natur zu opfern und mit mehreren kleinen Wegen zu ersetzen, sicher auch mit Risiko und Aufwand für anliegende Schlüchte und Höhen?
    Ein Landschaftsschutzgebiet bewahrt den menschgeschaffenen Kulturraum, ein Nationalpark soll die natürliche Entwicklung ermöglichen und mit Neupflanzungen hat der Mensch selten Glück gehabt.

    • Ich bin auch sehr froh, dass diese Gegend noch zu DDR-Zeiten unter strengen Schutz gestellt wurde. Wer weiß, was nach der Wende sonst mit dieser schönen Landschaft geschehen wäre, da hast du recht. Das Elbsandsteingebirge ist aber kein Naturraum im Sinn von „Urwald“. Auf diesem Wort möchte ich jetzt nicht herumreiten, ich meine damit, dass die Landschaft nicht ursprünglich so entstanden ist, wie sie jetzt ist. Sie ist seit Jahrhunderten überprägt von menschlichen Aktivitäten wie Forstwirtschaft und Tourismus, immer in einem gewissen Gleichgewicht mit der Natur (die ja keine Natur im eigentlichen Sinn ist). Um die Erhaltung dieses Gleichgewichtes ging es mir, wenn ich schrieb: „Man sollte nicht warten, …“ Du schreibst: „Ein Landschaftsschutzgebiet bewahrt den menschgeschaffenen Kulturraum“. So sehe ich das auch. Und das Elbi ist ein menschgeschaffener Kulturraum. In diesem Sinne könnte man sagen, dass ein Landschaftsschutzgebiet ausreichend wäre und man den Nationalpark in Frage stellen könnte. Für den Schutz der Landschaft vor starken kommerziellen Eingriffen wie Hotels oder ähnlichem ist ein Nationalpark sicher besser geeignet. Deshalb stelle ich auch den Nationalpark nicht in Frage. Aber die Belange Aller müssen berücksichtigt werden (außer die der Spekulanten und Co.). Ob das Kind Nationalpark oder Naturpark oder Landschaftsschutzgebiet heißt, ist egal. Uns als IG geht es als eines der Hauptziele darum, die vorhanden Wege und Pfade zu erhalten und vor allem legal nutzen zu dürfen. Dass das Elbi ein Naturraum im Sinne von Urwald werden soll, ist nicht unser Ziel. Ich persönlich halte dieses Ziel auch nicht für realistisch.
      Die Unterstützung durch Neubepflanzungen brachte ich auch ins Spiel, weil die Landschaft einfach hässlich aussieht und nicht mehr einladend wirkt, wenn der Wald abgestorben ist und die Reste wild durcheinander liegen. Sie sollte aber einladend wirken in einem Touristengebiet, was das Elbi nun mal ist. Deshalb sollte man nicht warten, sondern helfend eingreifen. Nicht überall, aber zumindest in größeren Bereichen. Einige Bereiche kann man schon sich selbst überlassen als Versuchsflächen. Meine Meinung muss nicht richtig sein. Ich weiß auch, und deutete es in meinem Artikel an, dass Neuanpflanzungen nicht unbedingt komplett erfolgreich sein würden. Es sähe aber auf jeden Fall besser aus als der gegenwärtige Zustand.
      Womit der Kreis zu „Mordor“ wieder geschlossen ist. Denn der gruselige Anblick war der eigentliche Anlass des Artikels. Die Gedanken zur „Waldwirtschaft“ waren Beiwerk.

      • @MStreicher und alle, ihr seid SCHULD.., dass ich mich mit dieser Thematik beschäftige, ohne deswegen so sehr viel Ahnung zu haben, das sind nur meine Gedanken dazu, die sind nicht in Stein gemeißelt und schon gar nicht der Weisheit letzter Schluss, aber über den Austausch dazu freue ich mich und Karstens und Dein Beitrag liefern die SCHULD.
        Sicherlich ist ein uneingeschränkter, sich selbst überlassener Nationalpark in so einem kleinen besiedelten und stark frequentierten Gebiet so gar nicht möglich.
        Vielleicht ist es am wichtigsten, wenn auch „Dritte“ hier reinlesen und sich Gedanken machen, Dinge zu tun, oder eben auch besser nicht. Wie bewege ich mich als Wanderer im Wald, oder wann, muss ich das bei Sturm oder Trockenheit, muss ein ellenlanges Geländer am Bach sein, vielleicht reicht das Warnschild und wie nah am Weg müssen abgestorbene Bäume fallen und wohin? Und was passiert dann mit der Brachfläche? Kann oder muss die mit was bepflanzt werden? Wenn daraus geeignete, zukünftige Maßnahmen, gemeinsame Herangehensweisen oder gar noch gegenseitige Akzeptanz folgen ( Wegekonzept), dann haben solche Beiträge wirklich alles richtig gemacht, ganz herzlichen und ehrlichen Dank dafür.

        • @Fossil: Danke für das Lob. Die „Schuld“ nehme ich gern auf mich, wie die anderen Angesprochenen und Mitgemeinten sicher auch. Ich nutze die Gelegenheit gleich mal, um den Dank weiter zu geben. Denn ich bin auch noch nicht so ewig „hier“. Seit einem Jahr und einem Tag bin ich IG-Mitglied und konnte auch schon einige nette Mitglieder persönlich kennen lernen. Durch das Forum und gemeinsame Wanderungen erweiterte sich mein Horizont in Sachen Elbsandsteingebirge ein ganzes Stück. Dafür mein Dank, auch an die Administratoren und die Moderatoren, die im Hintergrund die IG-Seite betreiben und zusammenhalten!
          Schön, dass ich einen kleinen Anteil daran habe, einen Interessierten noch interessierter zu machen. Es wird jeder gebraucht, der etwas bewirken will. Du kannst also auch in deinem Umfeld gern die Werbetrommel rühren. Es ist sicher gut, wenn wir mit unseren Wortmeldungen möglichst viele Leute erreichen, wobei wir keine Wunder erwarten sollten. Die Entscheidungsträger werden wir wohl eher nicht zur Meinungsänderung bewegen, wenn sie überhaupt hier mit lesen. Aber man weiß ja nie … 🙂

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