Eigentlich kaum zu glauben …

… was man da auf dem Burgberg (eigentlich Schlossberg) in Wehlen neuerdings sehen kann.
Vor fast 3 Jahren hatte Stiegenfreund Eric im Forum auf die Aktivitäten in Wehlen hingewiesen. Dort hatten die Burgfreunde angefangen durch Beseitigung von tonnenweisen Grünzeug die Burgruine wieder sichtbar zu machen. Bis dahin hätte man den grünen Hügel in der Stadt einfach nur für einen Landschaftsteil halten können. Ich dachte mir damals: Das ist eine völlig verrückte Idee, sowas muss unbedingt unt

der Eingang in die Unterwelten

erstützt werden. Da wird ein Stück Geschichte, ein Stück Heimat erhalten und ganz nebenbei werden ein alter Weg und gleich zwei Stiegen wieder ins Bewusstsein und in das touristische Leben zurückgerufen und das sind schließlich auch Grundgedanken unserer IG.
Beim ersten Arbeitseinsatz erfuhr ich dann, dass die Burgfreunde die Burg quasi wieder aufbauen wollten – was natürlich überhaupt nicht realisierbar sein konnte-würde-dürfte … aber NEIN! Jede Hoffnung wird durch die Fortschritte in den Schatten gestellt.

Abstieg nach unten

unteres Gewölbe Ostteil

Man sollte eben nie die zwei konfuzianischen Grundweisheiten vergessen – Der Weg ist das Ziel – und – Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Eine Gute Idee kann eben Leute bewegen – die Leute halten die Idee am Leben – eine Spendenaktion (an der auch unsere IG und einzelne Mitglieder beteiligt waren) hat das erforderliche Eigenkapital für einen ordentlichen Fördergeldbetrag ermöglicht – das Fördergeld

das obere Gewölbe

oberes Gewölbe noch in Freilegungsarbeit

hat die Anstellung eines ordentlichen Architekten ermöglicht – und der hat mit fachlichen Begründungen sogar die Einwilligung der Archäologen und/oder der Denkmalbehörde ermöglicht. Und das war vor Jahresfrist noch gar nicht zu erhoffen, denn eigentlich hätte überhaupt kein Spatenstich in den geheiligten Grund der Geschichte erfolgen dürfen … was natürlich nahezu alle Aufräumungsarbeiten auf kosmetische Eingriffe reduziert hätte. Aber – es geschehen noch Zeichen und Wunder. Wer heute mit der Bahn vorbeifährt sieht mindestens einen (1) Burgturm auf dem Burgberg. Ich dachte am Samstag bei der Anfahrt zum Arbeitseinsatz: Nein, gibt’s doch gar nicht, jetzt haben die da

Unteres Gewölbe Westteil

der größte Raum

klammheimlich einen Turm hochgezogen. Auf der Fähre wurde dann klar: Nein, das ist nur ein Kulissenturm, wie er schon seit Jahren unten am Elbufer steht, wo der Ritter den vorbeifahrenden Schiffen winkt – ein Zeichen des ungebrochenen Enthusiasmus der Burgfreunde, ein Zeichen der Hoffnung. Aber … von unten hatte ich es noch gar nicht richtig wahrgenommen, oben angekommen war es abe

ein Haufen “gute” Steine

r nicht mehr zu übersehen. Über einem riesigen Haufen „guter“ Steine erhebt sich bereits der echte Turm aus seinen Grundsteinen. Unter dem Steinhaufen führen Stufen in Gewölbe und von dort noch weiter hinunter in weitere Gewölbe, die dann auch teilweise im gewachsenen Fels liegen. Der größte Raum ist ca. 5-6m breit und 8-9m lang. Großartig. Mit mindestens 5 Stiegenfreunden war die IG diesmal zum Arbeitseinsatz recht gut vertreten. Wir durften, aufgrund vorhandener „Bergerfahrung“ 😊 auf der Mauerkante arbeiten, wo demnächst das Geländer durch eine ordentliche Aufmauerung ersetzt werden soll. Nebenbei bemerkt – hinten an der Nordmauer ein Haufen “unguter Steine”, Sand, Aushub aus den Gewölben. Ich schätze das mal laienhaft auf ca. 30-40 Tonnen. Wenn man bedenkt, das die alle von Hand aus den Gewölben rausgeholt wurden … unfassbar! Die tollen Gewölberäume sind natürlich dem normalen Touristen noch versperrt, aber ab Ostern solls wohl regelmäßig frischen Kuchen auf dem Berg geben und wer zum nächsten Einsatz am 25. April dabei sein kann, darf selbstverständlich auch in die letzte Kellerecke schnüffeln.
Noch ein Tipp: Aufgrund der noch fehlenden Geländer ist der Aufstieg über die vollständig instandgesetzte Süd-Treppe noch gesperrt. Also bitte von der Nordseite aufsteigen.

3 Gedanken zu „Eigentlich kaum zu glauben …

  1. Liest sich gut. Dank an den Autor. Als Augenzeuge und Mittäter am Samstag kann ich das gut bestätigen. Der Eifer und der Fleiß der Burgfreunde über die bereits lange Zeit sind weit aus mehr als nur ein Strohfeuer. Möge der gute Burggeist über seine Helfer wachen und die Wanderer auf seinem Berg beschützen. 😉 😉

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