Finderlohn versprochen!

Nachdem wir aus dem vorderen Tümpelgrund aufgestiegen waren, haben wir erstmal eine Rast eingelegt. Zum einen musste ich über meinen Fehler (siehe Blogbeitrag vorher) nachdenken, zum  anderen bietet die kleine Riffspitze über der Karl-Stein-Hütte nicht nur schöne halbschattige Sitzmöglichkeiten, sondern auch noch einen herrlichen Blick auf die Elbe in beide Richtungen. Ein romantisches Plätzchen sozusagen. Eine ideale Rast und das passende Buch hatte ich auch dabei: „Das romantische Gebirge – Auf alten Wegen durch die Sächsische Schweiz“ von Werner Liersch. (Verlagstext im Link weiter unten)

Ich hatte das Buch erst vor wenigen Wochen beim Aufräumen im Bücherregal entdeckt und wollte es mit einigen anderen in eine öffentliche Ausleihstelle abgeben. Ich wusste nicht mal mehr wo ich das Buch her hatte und dachte es wäre einer dieser 08/15-Bildbände. Aber ich hatte da auch noch nie reingeguckt und so wollte ich es dann doch nicht fortgeben – also hab‘ ich es mal aufgeschlagen – und siehe da – ich war recht bald gefesselt. Das Buch schildert die Entdeckung und die Erschließung des Elbsandsteins für den Tourismus, beginnend mit den Reisenden, den bekannten Anekdoten zu Malern, Fremden und später Touristen, Urlaubern und Bergsteiger. Vieles kennt der interessierte Sandsteinfreund zwar schon, aber man erfährt doch auch noch unbekannte Fakten über die Entwicklung vom ersten Milchausschank bis zum Gasthaus, von böhmischen Harfenmädchen, Laierkastenspielern, schreckliche Verpflegung, historische Ratgeber, den Bau der Eisenbahn, das Führer- und Trägerwesen … alles wirklich kurzweilig, wissenswert, unterhaltsam und teilweise richtig lustig. Die wichtigste Erkenntnis ist übrigens, dass es früher auch nicht besser, sondern schon genau so schlimm war wie heute – die gleichen Idioten unterwegs, Schmutzfinken, Wandbeschmierer, Krakeler, Umweltzer- und Wildruhestörer, Kräutleinzertreter, zu viel Verkehr, schlechtes Essen, hohe Preise – also alles wie heute, sogar schon Wegeverbote und Sperrungen hat es gegeben.

Kurz – ein schönes Buch, lesenswert. Und nun habe ich ein ganz schlechtes Gewissen, denn durch die ganze Aufregung (siehe Blogbeitrag vorher) habe ich das Büchlein vermutlich an der Aussicht liegen lassen. Und es ist doch so, dass man nicht nur nichts aus dem Nationalpark, bis auf Ausnahmen (siehe Blogbeitrag vorher) mitnehmen, aber eben auch nichts dalassen darf. Ich hatte ich das Büchlein auf einen Absatz im Fels an der Aussicht abgelegt und vermutlich beim Rucksackeinpacken unbemerkt nach hinten in die sandige Querfuge geschoben.

Ich komme leider die nächsten Tage nicht dazu, also bitte helft mir und holt es da weg, bevor es Ärger gibt. Wer klein ist muss bestimmt auf die natürlichen Stufen steigen. Finderlohn ist dann die unterhaltsame Lektüre. 🙂

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