Niemand hat die Absicht …,

… Wege abzuschaffen.

Wirklich? Zwar hörte man in letzter Zeit immer mal wieder (sinngemäß) solche Aussagen aus Richtung Nationalparkverwaltung. Wenn man aber mit wachen Sinnen durch das Elbi läuft, könnte man glatt denken, dass diese Aussagen gar nicht stimmen. Zwei aktuelle Beispiele sollen das verdeutlichen. Die Bilder stammen aus der vergangenen Woche.

Hintere NassschlüchteBeispiel 1: Das erste Bild zeigt das obere Ende der Hinteren Naßschlüchte am Knorreweg. Man sieht eine abgestorbene Fichte quer über dem Weg liegen. „Na und, das ist nun mal so im Borkenkäferwald“, könnte man denken. Aber wenn man sich das andere Ende des Baumstammes anschaut, erkennt man ganz schnell, dass dieser Baum nicht von selbst umgefallen ist, sondern gefällt wurde. Und zufällig genau über den Weg. Nun könnte man wieder sagen: „Na, vielleicht ist der Baum beim Fällen nicht in die gewünschte Richtung gefallen und liegt deshalb auf dem Weg. Kann ja mal passieren.“ Ziemlich unwahrscheinlich, aber selbst wenn es so wäre: Warum hat man dann die Säge nicht noch zweimal angesetzt? Schon wäre der Weg wieder frei gewesen. Und nein, diesmal gibt es keine Ausrede: Man hat es nicht vergessen. Ich sage es mal im Klartext: Man hat den Baum mit Absicht auf den Weg geknallt, um den Einstieg in die Hintere Naßschlüchte zu verschleiern. Niemand soll auf die Idee kommen: „Ei, da ist ja ein Weg, da könnte ich doch mal lang gehen.“ Es soll da niemand mehr lang gehen! Der Weg ist von der NPV nicht erwünscht und soll verschwinden.

Wilde Theorie? Wohl kaum! Denn nur wenige Meter südwestlich geht es „noch besser“, wie das zweite Beispiel zeigt:

An der höchsten Stelle des Knorreweges mündet die Reibetöpfelschlüchte ein. Verhau Reibetöpfel von unten gesehenDurch dieses Seitental des Großen Zschands führt ein Pfad, der wie die Hintere Naßschlüchte bei Gebietskennern und naturverbundenen Wanderern beliebt ist. Verhau Reibetöpfel vom Knorreweg aus gesehenIn die Mulde des Talschlusses der Reibetöpfelschlüchte hat man gleich mehrere abgestorbene Fichten hinein gefällt.

Das Ergebnis: Der Durchgang ist zur Zeit nicht mehr möglich. Das eine Bild zeigt den Zustand von unten, das letzte Bild zeigt den Anblick vom Knorreweg aus.
Für mich ist das ein klarer Verstoß gegen die Wegekonzeption und eine Riesensauerei!

Diese beiden Beispiele zeigen deutlich die Doppelzüngigkeit der Nationalparkverwaltung. Einerseits beteuert man immer wieder, dass die Wegekonzeption von 2001 weiter gilt und man Wege nicht abschaffen will. Andererseits schmeißt man Bäume auf Wege und Pfade, die nach der Wegekonzeption völlig legal zu begehen sind, und zerstört damit sogar aktiv das vorhandene Wegenetz.

Es ist eine Schande! Schämt Euch, Ihr Verantwortlichen, für Eure Missetaten!

3 Gedanken zu „Niemand hat die Absicht …,

  1. @Mstreicher.: Wieder ein schöner Beitrag von Dir und passend zur aktuellen Situation.
    Da werden Spuren der Verwüstung hinterlassen und die tatsächlichen Probleme bleiben liegen. Mehr noch, die werden gebündelt und gehäuft! Im übertragenen und tatsächlichen Sinn.
    Ich schlage mal das Rad rüber zu den gestrigen Gedanken von Andreas P. Die Verantwortlichen sind nicht in der Lage, zwei paar Schuhe auseinanderzuhalten. Auf der einen Seite die fremden Eventtouristen auf der hastigen Suche nach dem goldenen Schuss von einer beliebigen, bereits tausendfach abgelichteten Aussicht, ohne Rücksicht auf die Vegetation und mögliche tierische Hausherren und auf der anderen Seite Wanderfreunde, die genau das nicht brauchen und rücksichtsvoll abseits der Wanderautobahnen in Ruhe diese einmalige Natur genießen.
    Zurück zum Anfang. Ich frage mich schon, wer hier die Verwüstung erst erschafft.

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