Mails aus der Zukunft – Teil 5

So Leute, ihr erinnert euch? Es gab da die elektronischen Tagebucheinträge aus dem Jahr 2062, wo eine GeMo-Gruppe im Sand-Gebirge unterwegs ist. Den Sommer über war ich faul, aber nun ist es geschafft und aus den Tagebucheinträgen ein halbwegs zusammenhängender Text entstanden. Dabei war es mir aber zu umständlich, immer wieder die FUTUROOGLE-Quellennachweise einzufügen. Die dort gewonnenen Erkenntnisse habe ich nun einfach in den Text eingefügt. Ich glaube, da wird es wohl keine Strafverfolgung geben und eine Doktorarbeit soll es ja auch nicht werden. 🙄

Wer sich nicht mehr erinnern kann, hier die ersten 4 Teile:

Teil 1          Teil 2          Teil 3          Teil4.

Zur Illustration noch ein uraltes Karten-Fragment ohne direkten Bezug zum Text.

Aber nun geht’s weiter:  

Es war um die Mittagszeit eines sehr heißen Junitages, als die „Dogfish“, einer der größten Passagier- und Güterdampfer des Arkansas, … hä? Ach nee! Entschuldigung, das war ja eine andere Geschichte, deren Schreiber auch schon nach Zeilen abrechnete  😉 und der uns eine bessere Geschichte geliefert hätte. Aber leider steht er nicht mehr zur Verfügung, selbst wenn wir bis zum May warten würden, was natürlich nicht geht, da wir im März doch schon wieder raus wollen, in die Natur, in den Wald, in die Berge und dann nicht mehr vor den Mattscheiben sitzend albernes Zeug lesen können.

Deshalb nun richtig weiter, mit den gleichen Worten, mit denen es aufhörte:

Idagrotte

Leuchtschrift Idagrotte

Denn was zuviel ist, das ist zuviel. Die große Leuchttafel über der Idagrotte stört uns schon lange. Die muss weg. Deshalb machten wir einen „Erholungstag“ und haben uns die Sache mal aus der Nähe angesehen. Wir wollten ja das Ding nicht nur so einfach abmachen und neben dem Weg verrotten lassen, wie das früher schon die „staatsforstlichen Stiegenbauer“ mit ihren ausrangierten Bauholz machten.

 

alte Stufen

alte Stufen

Diese blöden Dinger aus Recyclingkunststoff liegen heute noch im Wald herum und es ist jedesmal eine große Freude, wenn du über so eine unter dem Laub verborgene Stufe stolperst. Nee, wir wollten das aufdringliche Schild richtig verschwinden lassen, aber siehe da, es war schon weg. Sollte der allgemeine Volksprotest wirklich mal geholfen haben? Jedenfalls war das Ding weg, wir hatten nun wirklich frei und konnten mal noch ein wenig die Umgebung erkunden und die Landschaft genießen. Noch auf dem Hirschleckhorn, aber schon auf dem Heimweg, hörten wir plötzlich laute Stimmen hinter uns. Wir sind also nochmal zurück, bis vor an die Kante geschlichen, von wo man einen schönen Blick über den Abzweig an den Quenenwiesen hat. Und da unten auf dem Weg stand eine Rangerstreife, die mit einem 3er-Grüppchen empörter Freaks diskutierte. Na, worum es ging, war schnell klar. Einer der drei sagte soeben zu den Rangern: „Hier, wenn hier, schaun ‘se doch mal, in MEINER Karte hier, wenn hier ein Weg eingezeichnet ist, na dann kann ich doch hier auch langgehen.“ „Ja langgehen“, meinten auch die anderen beiden.

Es waren also solche ignoranten Wanderfreunde, die zur Rechtfertigung, wenn sie auf gesperrten Wegen erwischt wurden, den Ordnungskräften stets mit einer Landkarte vor den Nasen rumfuchtelten. „Hier iss doch der Weg. Hier.“ Ja und weil die Karten, auf denen die meisten Wege zu finden waren, aus der Hand des Altmeisters der sächsischen Landschaftsmalerei, Dr. Böhm stammten, war die wie eine Stammesfahne gewedelte Karte zumeist auch eine Böhm-Karte. Deshalb hatte diese Sorte Wanderfreunde den Spitznamen „Böhmianer“ bekommen und auch behalten. Obwohl eigentlich zu Unrecht, denn das wirft ein unverdient schlechtes Licht auf den Kartenmeister, der selbst stets darauf hingewiesen hatte, dass seine Karten nur ein möglichst genaues Abbild der tatsächlich vorhandenen Landschaft darstellten. Was heißen sollte, wenn in der Natur ein Weg zu sehen ist, so ist er auch auf der Karte zu sehen, unabhängig davon, welchen Rechtsstatus dieser Weg gerade hat. Der Meister hatte zwar den Status einiger Wege in verschiedenen Karten sogar angegeben, war davon aber wohl wieder abgekommen, weil sich besagter Status gelegentlich schneller ändern konnte, als neue Karten zu zeichnen waren.

Gastelsteig 2

“Gastelsteig 2” aus dem Jahr 2061

Es konnte aber natürlich auch vorkommen, dass ein Weg, eventuell stellenweise, in der Natur nicht als solcher zu erkennen war, folglich in der Karte auch nicht abgebildet wurde, obwohl er vielleicht sogar die behördliche „Begeh-Erlaubnis“ hatte. Einer dieser Steige war zum Beispiel der einzig noch begehbare Aufstieg aus dem Kirnitzschtal über den Kroatenhau zur Unteren Affensteinpromenade, der “Gastelsteig 2”, der in Original-MiMo-Bauweise nach alten Vorlagen aus dem Internet 2061 wieder errichtet wurde.

Diese scheinbaren Widersprüche sind für manche Böhmianer zu schwer zu verstehen und führen oft dazu, dass sie vom „wahren Glauben“ abfallen und je nach persönlicher Neigung die Wanderschuhe wegwerfen und zu Autofahrern werden, oder sich den MiMos zuwenden.

…………… weiter in 4 Tagen

(Text und Karte: Andreas P. – Edit und Bilder: Zwillingsstiege)

 

5 Gedanken zu “Mails aus der Zukunft – Teil 5

  1. Wenn man vom Borkenkäferwald in das Harvesterland wandert benötigt man da einen besondern Pass ? Ist das Land gefährlich ? Gibt es im besagten Land einen Radweg? Was muβ man bei der Einreise beachten ? Fragen über Fragen lieber Andreas.

  2. Chapeau! Die Karte ist ein kleines Meisterwerk, habe einen spontanen Lachanfall bekommen und mich mit Kaffee bekleckert. Da könnte man doch mal eine Geschichte über den tapferen F. Buttlin und seinen tapsigen Diener Sam Mayrie und den schrecklichen Steinon schreiben. Auch mit dabei: Böhmbart der Baumwächter, Mothalf der Graue. Und als aller Objekt der Begierde: der EINE Wegweiser.

    • Das freut mich aber, dass ohne weitere Erklärungen eine Erheiterung eingetreten ist, denn man muss ja zumindest die Originalkarte schon mal gesehen haben. Das mit dem Kaffee tut mir natürlich leid 🙂
      Beim Objekt der Begierde hatte ich eher an DAS EINE EISEN gedacht, das Stiegeneisen, das über alle anderen Macht hat …. aber Wegweiser ist auch gut. Danke auch für die Namensanregung.

  3. ….das phlisophische und physikalische Paradoxon ist geklärt: Die Zeitverschiebungen im Zeit-Magnet-Raum-Gefüge entstehen wenn bei Temperaturen unter -12 grd C die Streusalzlauge im gedachten Dreieck der BAB 4 und BAB 72 wieder kristalliesiert und bei einer Kfz.-Frequenz von midestens 14 Kfz pro Sekunde und Autobahnmeter als feine Aerosolwolke bis in die Stratosphäre wirbelt. ….Verstanden?? Klappt jedenfalls! 🙂

Schreibe einen Kommentar