Horstschutz

Als Einleitung zu diesem kurzen Artikel zitiere ich unsere eigenen Ziele:

  1. Wir, die Mitglieder der IG Stiegen- und Wanderfreunde, setzen uns für eine Begehbarkeit aller Wege und Stiegen in der Sächsischen Schweiz ein – allerdings nur, wenn die Wege und Pfade heute noch in irgendeiner Weise existieren. Wir sind für die Beibehaltung der Kernzonenregelung im Nationalpark Sächsische Schweiz, allerdings in einer neuen Art und Weise, die den Interessen von Mensch und Natur gleichermaßen entspricht: Wir setzen uns für ein Wegerecht ein, bei dem jeder in der Natur sichtbare Weg begangen werden kann – so wie es heute in einem Teil des Nationalparks der Fall ist. Nur in Ausnahmefällen (zum Beispiel bei brütenden Vögeln, etc.) kann ein Weg einer zeitlichen Sperrung unterliegen

Die Hervorhebung, die es im Originaltext nicht gibt, soll auf mein Anliegen hinweisen: die Beachtung der Horstschutzregelungen.

horstschutzEs ist für mich nicht verständlich, dass in letzter Zeit im Forum immer wieder Hinweise auf Wanderungen auftauchen, die in Gebiete führen, die derzeit unter Horstschutz stehen. Wenn wir solche Dinge tolerieren, stellen wir uns selbst ins Abseits. Wir haben ganz klare Regelungen getroffen, worüber wir hier auf dieser Website berichten und welche Dinge nicht publiziert werden (sollen). Das Thema „Horstschutz und Betretungsverbot“ ist für mich völlig unstrittig. Eine Diskussion über unter Horstschutz stehende Wege durch den Tümpelgrund oder die Partschenhörner gehören weder in das Sandsteinwandern.de-Forum noch an sonst irgendeine Stelle auf dieser Website. Christian hat im Forum schon mehrfach auf die Beachtung der Regelungen hingewiesen. Solange ich hier das Admin-Recht besitze, werde ich in Zukunft mit genau diesem Recht Beiträge löschen, die den Horstschutz missachten. Ohne weitere „Vorwarnung“. Nutzer werde ich im Wiederholungsfall sperren.

(Anmerkung zum Foto: Es stammt aus dem Zittauer Gebirge und soll das Thema unterstützen. Ich hatte kein Foto aus der Sächsischen Schweiz in guter Auflösung verfügbar)

Anderer Meinung? Hier unter diesem Artikel gibt es eine Kommentarfunktion.

8 Gedanken zu „Horstschutz

  1. Ist es nicht eher eine Frage des Ausgleichs? Wir beanspruchen ein freies Wegerecht auf allen (meist historischen) Wegen. Wir wollen außer einem Schuhabdruck unserer Wanderschuhe und einer gelegentlichen Pfütze hinterm Baum nichts weiter in der Natur hinterlassen. Also bin ich auch bereit, ohne mich unfrei zu fühlen, einen zeitlich definierten Bogen um brütendes Ferdervieh und sonstiges Getier zu ziehen. Umsomehr freue ich mich dann später beim Boofen diese beobachten zu können.
    Seien wir doch einfach froh, uns an diesem Widerspruch reiben zu können.
    Hätten wir ihn nicht, hätten wir wohl auch die Tiere nicht mehr da.
    ( …..ist wohl sehr schräg gedacht. Aber ich liebe das Abstruse)

  2. Ich glaube nicht alles, was unsere NPV verkündet, da wir ja wissen, dass sie oft unsachlich, auch falsch oder gar nicht informiert. Ich glaube auch nicht, dass ganze Waldreviere dauerhaft vor der Anwesenheit von Menschen geschütz werden müssen.

    Aber ich glaube auch nicht, dass sie brütende Vögel, oder, wie letzlich die SZ berichtete, tote Falkenjunge erfindet, die von ihren durch ignorante “Kletterer” aufgeschreckten Eltern verlassen worden sind.

    Mensch Enrico, denk mal nach! Wo der Weg weit entfernt an einem Horst vorbeiführt, da wird wohl die Verschreck-Gefahr nicht so gegeben sein. Aber wieviel Platz ist denn im immer enger werdenden Tümpelgrund?
    Kam der wegfliegende Schatten eigentlich zurück?

    Wenn wir mit der Akzeptanz einer halbjährigen Wegesperrung den Bestand einiger bedrohter Arten unterstützen können – Bitte – das tut uns doch nicht weh.

    • Ich denke nach (meistens zumindest) und meine das ein Horde lärmender Touris durch das Polenztal ziehend mehr Schaden anrichten wird, als ich mit meiner 5 Minuten Anwesenheit im Tümpelgrund.
      Dann müßte ja wenigstens auch noch der Stille Gründe Weg da gesperrt werden……, Nebenschlucht des TG

      Ich meine hier wird auf Kosten von Horstschutzzeiten einfach ein Wegegebot/-verbot durch geführt!

      Wie war es denn früher………….

      • Sorry für den langen Text, aber ich muss nochmal versuchen zu erklären, was ich meine.
        Enrico, dein Denken ist völlig richtig, solange du als Mensch für Menschen sprichst. Wenn du jedoch für Tiere sprechen willst, müsstest du wie diese denken und fühlen. Das kannst du aber so wenig wie ich. Um dem nahe zu kommen sind wir entweder auf langes eigenes Beobachten angewiesen, oder auf schlaue Bücher und Filme. Wir können also aus dem Wissenspool unserer Ahnen schöpften. Wir wissen, dass der Tumult nur zu Himmelfahrt durch die Naturidylle tobt. Das tröstet uns und lässt uns eine solche Störung etwas leichter ertragen.

        Auch ohne das bewerten Menschen und Tiere sehr unterschiedlich.
        Uum bei deinem Beispiel zu bleiben: Wenn du im Polenztal ein kleines verschlafenes Häuschen hättest, dann würde dich ein auf der anderen Talseite durch den Busch schleichender Wanderer natürlich nicht stören, selbst wenn du ihn sehen und den knackenden Ast gerade noch hören würdest.
        Der lärmende Betriebsausflug würde dir aber gehörig auf den Wecker gehen. Selbst in 100m Entfernung noch und natürlich umso mehr, je öfter und lauter solche Störungen werden. Du hättest damit also ein Quantitätsproblem.

        Wichtig sind dabei von den drei Störungsfaktoren Entfernung, Lautstärke und Häufigkeit für dich nur die zwei letzten. Die Entfernung wirkt eigentlich nur als Dämpfer oder Verstärker der Lautstärke.

        Bei den lieben Tieren aber dreht sich diese Situation beinahe komplett auf dem Kopf.

        Die Lautstärke spielt so gut wie überhaupt keine Rolle. Die scheuste Eule brütet unter einer donnernden Autobahnbrücke, auch den Fledermäusen ist der Lärm völlig egal und der seltene Bienenfresser brütet direkt neben dem Schaufelradbagger in der aktiven Sandgrube.

        Bei der Entfernung kommt‘s schon drauf an.

        Hat die Störung eine Regelmäßigkeit, wie in den o.g. Beispielen, kann der sogenannte Nationalparkeffekt eintreten. Die Tiere gewöhnen sich und die Fluchtdistanz wird immer kleiner. Die Lautstärke bleibt egal, weshalb u.a. die NPV auch die tobenden Massen auf den Wanderautobahnen „lieber“ hat, als die Schleicher im Wald.

        Erfahren die Tiere diese Regelmäßigkeit nicht, so bleibt die Fluchtdistanz viel größer und sobald du in diese Bannzone eindringt, SELBST LEISE, wirst du als fluchtauslösender Störfaktor betrachtet. Musst du nicht mal merken.

        Und gerade wenn du leise durch den Wald gehst, können Tiere ganz einfach überrascht werden und erschrecken, wie bei meinem Besuch im Tümpelgrund, wo eine Amsel laut schimpfend zwei Meter vor mir aufsprang, weil sie mich in ihrer Ecke eben nicht bemerkt hatte. Wer mehr erschrocken war lässt sich nicht bemessen, aber ich hatte keine Brutzeit, die Amsel war auch nur beim Würmerpicken und ich war echt froh, dass es nicht der gefleckt-pelzige Vierbeiner war, dessen gut 6 cm großer Tatzenabdruck einige Meter vorher im feuchten Sand zu sehen war.

        Für uns ist der kurze Besuch ein seltenes, leises und kurzzeitiges Ereignis. Für uns ist eine leise Störung eine geringe Störung. Wir wissen, dass wir gleich wieder weg sind und nicht gleich wieder kommen. Wir können das alles gegeneinander abwägen und urteilen deshalb milder.
        Das Tier kann das nicht. Das Tier hat dieses Wissen nicht. Für das Tier zählt in diesem Falle nicht WIE es gestört wurde, sondern DASS es gestört wurde. Das Tier hat damit also ein Qualitätsproblem. Es reagiert sofort und brutal konsequent. Da hilft kein „Entschuldigung ich war doch ganz leise, war doch nur einmal und ich komme auch nicht gleich wieder“. Verschreckt ist verschreckt.

        Im Alltag könnten wir da noch sagen “Soll es sich doch einen ruhigeren Platz suchen.“
        Und das macht es auch. Im Alltag. In der Brutzeit reagieren manche Tiere aber deutlich empfindlicher und wenn sie dann vom Nest aufgeschreckt werden, bleiben sie vielleicht ganz weg. Oder sie kommen erst nach längerer Zeit zurück, die Eier sind inzwischen ausgekühlt, die Embryos tot oder von anderen Interessenten ausgeschlürft. Tragisch für das Tier. Schade für uns und unsere Umwelt.

        Wenn wir nun für einige ausgewählte Tierarten, an einigen ausgewählten Wegen für eine ausgewählte Zeit unsere Wünsche zurückstecken und dieses Bemühen der Tiere um ihr Überleben unterstützen können, so fällt mir das nicht schwer. Ich muss dann auch nicht mehr nach konkreten Beweisen verlangen. Diese Be- und Nachweise hätte ich zwar bei vielen Argumentationen im Naturschutz und im Nationalpark durchaus gern. In diesem speziellen Fall sind mir die Zusammenhänge jedoch plausibel genug und die Gründe nachvollziehbar.

  3. Soweit, so richtig!
    Wo sind aber die Beweise, das der Schwarzstorch oder der Wanderfalke genau da brütet?
    Somit dürfte auch der Grxxxxxg tabu sein… als Wiederansiedlungsgebiet des Auerhahns.
    Zum Verständnis, ich respektiere die Natur und finde sie schützenswert, aber warum wird gerade der Tümpelgrund gesperrt, warum gerade die Partschenhörner und nicht etwa das Polenztal (wo auch der Schwarzstorch gesichtet wurde).
    Immerhin, bei fast 12 Brutpaaren in der SäSchw, müsste es doch mehr Sperrungen geben…?
    Für mich ist das Thema durch, ich meide diese Reviere lieber, denn noch “Buh” aus dem Forum möchte ich nicht riskieren!

    Sarkasmus an:
    PS
    Meidet dann bitte auch alle Boofen, da ja der Siebenschläfer auch vom Aussterben betroffen ist!

    Sarkasmus aus!

  4. Hier gibt es keine zwei Meinungen! Ich habe bereits auf das Löschen weiterer Beiträge hingewiesen, die Zuwiderhandlungen gegen zeitlichen Sperrungen beinhalten. Denn hier gibt es einen tatsächlichen Grund, der von jedem zu akzeptieren ist. Es konterkariert die Bemühungen der Bergsportfreunde, seltenen/bedrohten Arten etwas “unter die Flügel zu greifen”, ihnen wieder in größerer Zahl eine Heimstatt zu geben.

  5. Es gibt eine klare Regelung – die wird eingehalten. Trotzdem darf man über solche Wege reden. Das ist ja auch kein Problem. Wir können zum Beispiel trefflich über Sinn und Unsinn von Totelsperrungen reden – wie sie im Großen Zschand ja zum Beispiel die Regel sind.

    Aber es darf kein aktives Bewerben der Wege in einer Zeit geben, die unter Artenschutzgesichtspunkten kritisch zu bewerten ist. Man kann eine Wanderung auf dem Grenzweg oder im Tümpelgrund auch auf den Herbst verschieben.

  6. Ich bin auch der Meinung,das man die zeitlichen Sperrungen unbedingt einhalten muß.Die kleinste Störung und der Schwarzstorch verlässt Baum- oder Felsennester.

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