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Autor Thema:Borkenkäfer massivst... Thema geschlossen
Sel
Stiegengeher
Beiträge: 345
Permalink
Beitrag Borkenkäfer massivst...
am 18.07.2018, 15:16

Hallo,

bin vor paar Tagen mal die Grohmannschlüchte runter (Thorwalder Wände). Ab Felsende Richtung nach unten hat der Borkenkäfer den Baumbestand komplett aufgefressen. Also jedenfalls liegt der fast vollständige Nadelbestand der Bäume zentimeterhoch auf dem Boden. Weiter gings auf dem Stimmersdorfer Weg. Auch dort: kompletter Kahlfraß links und rechts vom Weg bis hoch in die Hänge. Erst Nähe Mathiasberg hörte das Fressgelage auf.

Auf der anderen Seite beginnt das Fraßgebiet am Vorderen Thorwaldweg, Nähe Försterstein und zieht sich bis ebenfalls bis an die Felsen.

Da sind dazwischen viele Hektar Waldfläche, die nun Totholz werden.

Kann man denn gegen die Viecher gar nix tun? Auch wenns größtenteils Kernzone ist?

LG Sel

Wegewächt-
er
Forums-Junkie
Beiträge: 2590
Permalink
Beitrag Re: Borkenkäfer massivst...
am 18.07.2018, 16:54

Lass sie doch ... die Fichte muss sowieso weg, und zwischenzeitlich gibts Ausblicke wie in der Tourismus-Anfangszeit der Sächsischen Schweiz! Blöd ist nur, dass die NPV dann wieder die Wegesicherheit ins Feld führen wird - auch wenn das am Thorwald nicht so relevant ist 😉

Hier gehe ich, ich kann nicht anders! (frei nach M.L.)

Andreas P.
Forums-Junkie
Beiträge: 1282
Permalink
Beitrag Re: Borkenkäfer massivst...
am 18.07.2018, 21:20

Ja, im ganzen Zschand verteilt ist die Arbeit des IM-Käfer zu bemerken, wo er den Waldumbau endlich mal voran bringt und zwar schneller und mit weniger Bodenzerstörung, als die Riesenmaschinen. Wie im Blog beschrieben, war auch der Boden im Sendengründel verstärkt auf den vielen trockenen Nadeln recht rutschig. Auf dem ganzen Weg an den Wänden lang sind zerstreut trockenen Bäume zu sehen und vorn an den Bärenfangwänden entfaltet sich die von Karsten erwähnte Wirkung schon recht schön - man sieht jetzt die eindrucksvollen Wände mal wieder in ganzer Größe. Auch an den Lorenzsteinen und von der Zschandstraße aus sind viel mehr Felsen zu sehen, als noch vor Jahresfrist.

Langfristig sehe ich darin keine Nachteile, aber zwischenzeitlich könnte es zu echten Problemen bei Starkregen kommen. Wenn keine Nadeln an den Ästen, dann Wasser sofort auf dem Boden und dann auch sofort den Berg runter - und wie das aussieht, das kann man in der Weberschlüchte noch gut sehen - und damals waren die Bäume noch dichter.

Beim nächsten Gewitter dieser Größe wird es ernster und der wieder hergerichtete Stauteich am Zeughaus wird dann wohl seinen Zweck erfüllen müssen.

spreewolf
Stiegengeher
Beiträge: 981
Permalink
Beitrag Re: Borkenkäfer massivst...
am 18.07.2018, 22:04

Der vollbiologische Waldumbau ist recht rasant. Hoffentlich schießen dann nicht die vielen kleinen Fichtenschosser gleich in die Höhe. Da wäre der Wegeerhalt im Gelände auch schwer. Der Weg um das Sendengründel zum Bergfreundschaftsstein ist so verschwunden.
Der Sachsenforst hätte dann aber gleich zwei Probleme:
1. Der Holzeinschlag ist gefährdet. Das wäre ein inneres Behördenproblem. Die Geldmaschine stottert.
2. Es wird öffentlich und für jedermann sichtbar. Der Touri fragt sich dann schon eher ob das so sein muß. Man kann nichts mehr wegreden und noch mehr Erklärbären(Lehrtafeln) dazu sind nur noch lächerlich.

3. ....ich bin Fan von Mischwäldern 😛 😀

Andreas P.
Forums-Junkie
Beiträge: 1282
Permalink
Beitrag Re: Borkenkäfer massivst...
am 23.07.2018, 23:09

Und hier noch 3 Bilder vom Spreewolf zum rasanten Waldumbau.

Wie schon weiter oben beschrieben, auch in der Weberschlüchte hellt sich der Himmel stark auf. Kaum noch Grün, eigentlich verdecken nur noch die kahlen Stämme die Sicht.

Im Bild 2. sieht man auch recht anschaulich, was oben fehlt als deckende Streu auf dem Boden. Der Weg ist komplett mit braunen Nadeln bedeckt.

Aber die abgefallenen Nadeln sind ja eigentlich nur das Siegel auf dem Totenschein des Baumes.
Bild 3. zeigt hingegen, wie weit die Umbauer schon ins Innerste vorgedrungen sind. Denn die hellen Häufchen im Bild sind Holzmehl aus den Wurzeln. Da ist also jedenfalls im wahrsten Sinne des Wortes der Wurm drin und der schmeißt schon das Bohrmehl raus, weil's ihm zu eng wird.

Dieses dramatisch Fortschreiten könnte wohl auch mit der Hitze und Trockenheit zusammenhängen. Da bin ich kein Fachmann, aber auf jeden Fall sehr gespannt, ob es bei diesem großflächigem Käferangriff immer noch beim Beobachten bleibt, oder ob es den Verantwortlichen nicht doch auch langsam etwas bange wird??
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Sel
Stiegengeher
Beiträge: 345
Permalink
Beitrag Re: Borkenkäfer massivst...
am 24.07.2018, 09:57

Früher ist man mit dem Flugzeug drüber und hat gesprüht, das hat auch ganz gut geholfen. Klar wurden so gut wie alle Insekten damit gekillt. Das kann man jedoch nicht gegen die Larven tun, die sind im Baum sehr gut geschützt. Ratlosigkeit und Aussitzen, das wirds werden.

Andererseits läßt sich ein kahler Stamm noch ganz gut verwerten. Insofern kommt Geld in die Kasse. Und da jetzt ja sowas wie ein Notfall ist (Verkehrssicherung) kann man auch in der Kernzone Fällarbeiten durchführen.

Wie oben richtig geschrieben wurde, die Erosion wirft nicht nur Bäume um. Sie verursacht ebenfalls massive Auswaschungen, die dann Felsstürze zur Folge haben. Allerdings ist ein abgeholzter Berg (= kahl) auch kein Schutz.

Wird lustig.

LG Sel

Sel
Stiegengeher
Beiträge: 345
Permalink
Beitrag Re: Borkenkäfer massivst...
am 15.08.2018, 19:41

Endlich habe ich eine Antwort auf meine Fragen zum Borkenkäfer! Ich sollte echt öfter mal die Seiten der Nationalparkverwaltung intensiv durchlesen: https://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/der-nationalpark/naturraum/nationalpark-als-entwicklungsgebiet/

Das große Fressen kann weitergehen! Jawoll!

Roland
Stiegengeher
Beiträge: 548
Permalink
Beitrag Re: Borkenkäfer massivst...
am 19.10.2018, 18:45

In der Böhmischen Schweiz wird wegen Borkenkäferbefall teils massiv abgeholzt, aber nur in der Zone 2, die Zone 1 bleibt weiterhin sich selbst überlassen. Der Schwarze Grund zwischen Gabrielensteig und der Straße von Herrnskretschen nach Rainwiese ist komplett kahlgeschlagen. Auch im unteren Teil des Prebischgrundes gibt es Kahlschläge, dadurch ist jetzt sogar von der Straße aus das Prebischtor zu sehen, aber nur direkt an der Einmündung des Prebischgrundes (Parkverbot).
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Wegewächt-
er
Forums-Junkie
Beiträge: 2590
Permalink
Beitrag Re: Borkenkäfer massivst...
am 21.10.2018, 19:09

Ich habe stärrkeren Borkenkäferbefall letzte Woche auch (wieder mal) an der Lehne und im Heringsgrund (Schmilka) entdeckt. An der Lehne war gerade auch Sachsenforst/NP da, wohl um eine Begutachtung zu machen.

Hier gehe ich, ich kann nicht anders! (frei nach M.L.)

Wegewächt-
er
Forums-Junkie
Beiträge: 2590
Permalink
Beitrag Re: Borkenkäfer massivst...
am 23.05.2019, 20:22

Ich aktiviere den Thread mal wieder.

In der Hinteren Sächsischen Schweiz hat der Käfer ja bekanntermaßen massivst zugeschlagen. Umso überraschter war ich heute, dass in der Vorderen S.S. (Bereich Hohnstein-Brand-Füllhölzelweg-Rathen) kaum was zu sehen ist - natürlich gibt es dort auch weniger reine Fichtenbestände und mehr Mischwald.

Hier gehe ich, ich kann nicht anders! (frei nach M.L.)

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