Fragen zum Elbsandsteingebirge
Zitat von Roland am 14. August 2025, 14:56 UhrDer Caspar-David-Friedrich-Weg ist Deutschlands schönster Wanderweg 2025 (Meldung vom 13.08.2025)
Was sagt Ihr dazu? Ich finde die Strecke des Weges gar nicht so besonders. Allerdings kenne ich einen großen Teil des Weges nicht (außer Kaiserkrone und Zirkelstein). Der Weg ist 15 Km lang. Von Krippen führt er erst 6 Km an der Elbe bzw. am Mittelhangweg entlang. Sieht man von dort überhaupt was, z.B. auf der anderen Elbseite oben die Schrammsteine oder die Schmilkaer Felsen? Kaiserkrone ist natürlich super, auch Wolfsberg, der Zirkelstein ist aber im Wegverlauf nicht mit dabei. Man läuft 4 Km nur durchs Dorf Schöna und Reinhardtsdorf. Und der 2 Km lange Hangweg oberhalb von Krippen hat so gut wie keine schönen Aussichten (siehe z.B. Kanigstein). Als Anreise wird den Touristen Bahn und Auto empfohlen, in Krippen gibt's aber nur ganz wenige Parkplätze. Und es wird viel zu viel Rummel um das berühmte Friedrich-Bild "Wanderer über dem Nebelmeer" gemacht. Angeblich ist darauf ein bestimmter Felsblock an der Kaiserkrone und der Zirkelstein zu sehen. Aber wenn man das Bild vor Ort mit der Wirklichkeit vergleicht, sieht sowohl der Felsblock als auch der Zirkelstein ganz anders aus. Sicherlich künstlerische Freiheit, sagt ja auch keiner was dagegen, aber dann sollte man kein Dogma aus der Interpretation des Bildes machen, sondern mehrere Möglichkeiten offen lassen. Der angebliche Zirkelstein könnte viel eher auch der Winterstein sein, mal vergleichen (Aussicht am Kl. Winterberg). Abgesehen davon: Wie ist Eure Meinung zu Deutschlands schönstem Wanderweg 2025?
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Wanderer_%C3%BCber_dem_Nebelmeer
Der Caspar-David-Friedrich-Weg ist Deutschlands schönster Wanderweg 2025 (Meldung vom 13.08.2025)
Was sagt Ihr dazu? Ich finde die Strecke des Weges gar nicht so besonders. Allerdings kenne ich einen großen Teil des Weges nicht (außer Kaiserkrone und Zirkelstein). Der Weg ist 15 Km lang. Von Krippen führt er erst 6 Km an der Elbe bzw. am Mittelhangweg entlang. Sieht man von dort überhaupt was, z.B. auf der anderen Elbseite oben die Schrammsteine oder die Schmilkaer Felsen? Kaiserkrone ist natürlich super, auch Wolfsberg, der Zirkelstein ist aber im Wegverlauf nicht mit dabei. Man läuft 4 Km nur durchs Dorf Schöna und Reinhardtsdorf. Und der 2 Km lange Hangweg oberhalb von Krippen hat so gut wie keine schönen Aussichten (siehe z.B. Kanigstein). Als Anreise wird den Touristen Bahn und Auto empfohlen, in Krippen gibt's aber nur ganz wenige Parkplätze. Und es wird viel zu viel Rummel um das berühmte Friedrich-Bild "Wanderer über dem Nebelmeer" gemacht. Angeblich ist darauf ein bestimmter Felsblock an der Kaiserkrone und der Zirkelstein zu sehen. Aber wenn man das Bild vor Ort mit der Wirklichkeit vergleicht, sieht sowohl der Felsblock als auch der Zirkelstein ganz anders aus. Sicherlich künstlerische Freiheit, sagt ja auch keiner was dagegen, aber dann sollte man kein Dogma aus der Interpretation des Bildes machen, sondern mehrere Möglichkeiten offen lassen. Der angebliche Zirkelstein könnte viel eher auch der Winterstein sein, mal vergleichen (Aussicht am Kl. Winterberg). Abgesehen davon: Wie ist Eure Meinung zu Deutschlands schönstem Wanderweg 2025?
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Wanderer_%C3%BCber_dem_Nebelmeer
Zitat von Fossil am 14. August 2025, 15:25 UhrDer NP freut sich über das Lob und den Erfolg seiner Bemühungen mit neuen Schautafeln und Erklärbären, das sei ihm auch gegönnt und ein Angebot ist es allemal.
Aber abgestimmt wird mit den Füßen und da gehe ich lieber auf der anderen Elbseite die Schlüchte entlang, wo er nichts macht.
Der NP freut sich über das Lob und den Erfolg seiner Bemühungen mit neuen Schautafeln und Erklärbären, das sei ihm auch gegönnt und ein Angebot ist es allemal.
Aber abgestimmt wird mit den Füßen und da gehe ich lieber auf der anderen Elbseite die Schlüchte entlang, wo er nichts macht.
Zitat von fichtenfechter am 15. August 2025, 10:08 UhrMit dem Nationalpark hat der CDF-Weg doch aber gar nichts zu tun? Fossil, deine Antwort erschließt sich mir nicht ganz...
Das der Sachsenforst zu Ehren des berühmten CDF Tafeln aufstellt mit Hintergründen zu seinen Kunstwerken, find ich angemessen.. und touristisch ist die Ecke um Reinhardtsdorf-Schöna nun auch nicht gerade überrannt.
Den Elbhangweg bin ich auch noch nicht so gelaufen, könnt mir vorstellen das 6km doch zäh sein können.
Aber allein Wolfsberg, Reinhardtsdorf und Kaiserkrone sind schon aus photogrsfischer Sicht unglaublich reizvoll. Die Blickbeziehungen zu den Schrammsteinen und Böhmischen Bergen sind einmalig.Solche Abstimmungen würde ich aber auch nicht überbewerten, es wurde viel Werbung gemacht und allein der Name CDF zieht aktuell ordentlich.
Mit dem Nationalpark hat der CDF-Weg doch aber gar nichts zu tun? Fossil, deine Antwort erschließt sich mir nicht ganz...
Das der Sachsenforst zu Ehren des berühmten CDF Tafeln aufstellt mit Hintergründen zu seinen Kunstwerken, find ich angemessen.. und touristisch ist die Ecke um Reinhardtsdorf-Schöna nun auch nicht gerade überrannt.
Den Elbhangweg bin ich auch noch nicht so gelaufen, könnt mir vorstellen das 6km doch zäh sein können.
Aber allein Wolfsberg, Reinhardtsdorf und Kaiserkrone sind schon aus photogrsfischer Sicht unglaublich reizvoll. Die Blickbeziehungen zu den Schrammsteinen und Böhmischen Bergen sind einmalig.
Solche Abstimmungen würde ich aber auch nicht überbewerten, es wurde viel Werbung gemacht und allein der Name CDF zieht aktuell ordentlich.
Zitat von Fossil am 15. August 2025, 11:38 Uhr@fichtenfechter: siehe Neuigkeiten/ Meldungen NP-Website vom 13.08.25
@fichtenfechter: siehe Neuigkeiten/ Meldungen NP-Website vom 13.08.25
Zitat von Andreas P. am 18. August 2025, 14:20 UhrIch kenne zwar nicht die komplette Runde, aber ich bin schon mal ein großes Stück gegangen. Damals von Schöna, Schiebbbach, Zirkelstein, Kaiserkrone, Aschersteig und ich meine der Weg bis Krippen hieß Mittelhangweg. Der Abschnitt zog sich tatsächlich extrem hin. Gab zwar einiges interessantes zu sehen, beispielsweise die Erkenntnis, dass der ganze Hang nahezu vollständig auch Steinbruchgelände ist, weshalb er wohl auch so gleichmäßig schräg ist. Aber oft im Wald (damals jedenfalls noch) weshalb wenig Sicht ins Tal (könnte heute anders sein). Vielleicht hatten wir aber nicht die Muße, hatte auch alle besuchenswerten Abstecher wie Hundskirche, Kleine Bastei usw. links liegen lassen, denn drückende Schwüle und dunkle Gewitterwolken trieben uns unbehaglich an, während der ersehnte Bahnhof endlos lange nicht hinter der Wegkrümmung auftauchen wollte. Der Regen war dann zum Schluss auch noch paar Minuten schneller ... naja, ich sage zur Wahl und zur Ausrufung des Weges: Ist eine legitime Marketingmaßnahme zur sinnvollen Belebung der Region. Wenn mehr Besucher kommen ist es ja gut, denn jeder links ist dann nicht rechtselbisch 🙂
Weil Roland die künstlerische Freiheit erwähnte: Der Friedrich ist bekannt dafür, dass er zwar sehr naturalistische Motive eben in der Natur gesammelt, aber nahezu nie in der Natur gemalt hat. Er hat statt dessen die einzelnen Elemente, Felsen, Bäume, Himmel, Blumen usw. von den verschiedensten Standorten auf seinen Bildern in der Anzahl und Weise kombiniert und komponiert, bis er den Eindruck erreicht hat, den er eben wollte.
Der Sockelstein des Wanderers über dem Nebelmeer zum Beispiel, hab ich kürzlich in einer Doku gehört, stammt noch nicht mal aus dem Elbi und ist wohl auch kein Sandstein, was man eigentlich an der Struktur auch vermuten kann. Die Ursprungsskizze ist wohl aus irgendeinem anderen Gebiet, Harz eventuell, hab's mir leider nicht gemerkt. Man kann aber durchaus begründet vermuten, dass der damals sicherlich noch freie Blick vom Fuß der Kaiserkrone die Inspiration für das Bild geliefert hat. Friedrich hat dann eben die Elemente so verschoben und ergänzt, dass der, ja nun wirklich, faszinierende Ausdruck des Bildes entsteht ... der originale Stein war ihm wohl einfach nicht schroff genug, der Standort liegt ja auch gar nicht so hoch wie das Bild es zeigt und die Berge liegen auch nicht alle so im Blickfeld, ganz egal ... ein tolles Bild und ich kann nur empfehlen es im Original anzuschauen (wie immer und für alle Gemälde gültig) ... Ich bin froh die Gelegenheit in Dresden genutzt zu haben, es hätte mehr als eine Deutschlandreise gebraucht um diese Menge Werke alle sehen zu können. Nebenbei bemerkt, sein Bild "Das große Gehege" ist beinahe noch eindrucksvoller, hat aber eben keine Berge 🙂
Ich kenne zwar nicht die komplette Runde, aber ich bin schon mal ein großes Stück gegangen. Damals von Schöna, Schiebbbach, Zirkelstein, Kaiserkrone, Aschersteig und ich meine der Weg bis Krippen hieß Mittelhangweg. Der Abschnitt zog sich tatsächlich extrem hin. Gab zwar einiges interessantes zu sehen, beispielsweise die Erkenntnis, dass der ganze Hang nahezu vollständig auch Steinbruchgelände ist, weshalb er wohl auch so gleichmäßig schräg ist. Aber oft im Wald (damals jedenfalls noch) weshalb wenig Sicht ins Tal (könnte heute anders sein). Vielleicht hatten wir aber nicht die Muße, hatte auch alle besuchenswerten Abstecher wie Hundskirche, Kleine Bastei usw. links liegen lassen, denn drückende Schwüle und dunkle Gewitterwolken trieben uns unbehaglich an, während der ersehnte Bahnhof endlos lange nicht hinter der Wegkrümmung auftauchen wollte. Der Regen war dann zum Schluss auch noch paar Minuten schneller ... naja, ich sage zur Wahl und zur Ausrufung des Weges: Ist eine legitime Marketingmaßnahme zur sinnvollen Belebung der Region. Wenn mehr Besucher kommen ist es ja gut, denn jeder links ist dann nicht rechtselbisch 🙂
Weil Roland die künstlerische Freiheit erwähnte: Der Friedrich ist bekannt dafür, dass er zwar sehr naturalistische Motive eben in der Natur gesammelt, aber nahezu nie in der Natur gemalt hat. Er hat statt dessen die einzelnen Elemente, Felsen, Bäume, Himmel, Blumen usw. von den verschiedensten Standorten auf seinen Bildern in der Anzahl und Weise kombiniert und komponiert, bis er den Eindruck erreicht hat, den er eben wollte.
Der Sockelstein des Wanderers über dem Nebelmeer zum Beispiel, hab ich kürzlich in einer Doku gehört, stammt noch nicht mal aus dem Elbi und ist wohl auch kein Sandstein, was man eigentlich an der Struktur auch vermuten kann. Die Ursprungsskizze ist wohl aus irgendeinem anderen Gebiet, Harz eventuell, hab's mir leider nicht gemerkt. Man kann aber durchaus begründet vermuten, dass der damals sicherlich noch freie Blick vom Fuß der Kaiserkrone die Inspiration für das Bild geliefert hat. Friedrich hat dann eben die Elemente so verschoben und ergänzt, dass der, ja nun wirklich, faszinierende Ausdruck des Bildes entsteht ... der originale Stein war ihm wohl einfach nicht schroff genug, der Standort liegt ja auch gar nicht so hoch wie das Bild es zeigt und die Berge liegen auch nicht alle so im Blickfeld, ganz egal ... ein tolles Bild und ich kann nur empfehlen es im Original anzuschauen (wie immer und für alle Gemälde gültig) ... Ich bin froh die Gelegenheit in Dresden genutzt zu haben, es hätte mehr als eine Deutschlandreise gebraucht um diese Menge Werke alle sehen zu können. Nebenbei bemerkt, sein Bild "Das große Gehege" ist beinahe noch eindrucksvoller, hat aber eben keine Berge 🙂
Zitat von Borrmeisters best friend am 18. August 2025, 15:12 UhrBin den Weg am WE mal gegangen. Licht und Schatten, klar. Ausführlich werde ich die Tage mal in meinem Blog schreiben.
Aber eines ist mir noch aufgestoßen: CDF hat auch andere inspiriert. Man verleiche mal sein Bild "Das Eismeer" mit der Illustration von "Frostfratten" (das sind allerdings Lebenwesen) aus Walter Moers "Rumo und die Wunder im Dunkeln". Da fällt ja was auf.
Edit: Wegtest ist online:
https://sandsteinpfade.de/2025/08/18/caspar-david-friedrich-weg/#more-17537
Bin den Weg am WE mal gegangen. Licht und Schatten, klar. Ausführlich werde ich die Tage mal in meinem Blog schreiben.
Aber eines ist mir noch aufgestoßen: CDF hat auch andere inspiriert. Man verleiche mal sein Bild "Das Eismeer" mit der Illustration von "Frostfratten" (das sind allerdings Lebenwesen) aus Walter Moers "Rumo und die Wunder im Dunkeln". Da fällt ja was auf.
Edit: Wegtest ist online:
https://sandsteinpfade.de/2025/08/18/caspar-david-friedrich-weg/#more-17537
Hochgeladene Dateien:Zitat von Roland am 20. August 2025, 20:41 UhrEs lohnt also nur Kaiserkrone, Wolfsberg und natürlich Zirkelstein. Dafür kann man in Schöna parken. Die NPV will Wanderer aus den rechtselbischen überlaufenen Gebieten rüber ins linkselbische locken, zum CDF-Weg, aber wo sollen die alle parken? Ende April waren wir in Krippen, wir wollten den Sonnenuhrenweg machen, es war wochentags um 10 Uhr, auf dem kl. Parkplatz waren noch 3 Plätze frei, kurz nach uns war alles voll. Wie soll das erst am Wochenende und in der Urlaubs-Hauptsaison sein? Nicht jeder hat Lust, mit der Bahn anzureisen, vor allem, wenn man sowieso mit dem Auto hier im Urlaub ist.
Es lohnt also nur Kaiserkrone, Wolfsberg und natürlich Zirkelstein. Dafür kann man in Schöna parken. Die NPV will Wanderer aus den rechtselbischen überlaufenen Gebieten rüber ins linkselbische locken, zum CDF-Weg, aber wo sollen die alle parken? Ende April waren wir in Krippen, wir wollten den Sonnenuhrenweg machen, es war wochentags um 10 Uhr, auf dem kl. Parkplatz waren noch 3 Plätze frei, kurz nach uns war alles voll. Wie soll das erst am Wochenende und in der Urlaubs-Hauptsaison sein? Nicht jeder hat Lust, mit der Bahn anzureisen, vor allem, wenn man sowieso mit dem Auto hier im Urlaub ist.
Zitat von Andreas P. am 21. August 2025, 23:03 UhrAlso wir hatten letztens den Parkplatz in Schöna genutzt und von Schmilka könnte man ja auch kommen. Gibt bestimmt noch mehr kleine Möglichkeiten und bitte, wir reden doch hier sicher auch nicht von einem Massenansturm 🙂
Also wir hatten letztens den Parkplatz in Schöna genutzt und von Schmilka könnte man ja auch kommen. Gibt bestimmt noch mehr kleine Möglichkeiten und bitte, wir reden doch hier sicher auch nicht von einem Massenansturm 🙂

