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Neuregelung Boofen im Nationalpark

Die verteilen derweil heimlich die Pille an die Wanderfalkenweibchen. Damit wird der Beweis erbracht, dass nicht die Boofer die Ursache für den Rückgang sind.

Es ist immer dasselbe Prinzip. Ein Feindbild erfinden und öffentlich dagegen hetzen. Im Mittelalter waren es die Juden, die die Brunnen vergiftet haben, und heute sind es die Wanderer und Boofer, die für den Rückgang der Vogelbrutzahlen verantwortlich sind. Und nicht zu vergessen die Sonnenaufgangs-Fotografen. Die NPV und deren "Vogelexperte" Herr Augst bedienen sich dabei einer Argumentation, in der auch Lüge und Übertreibung nicht fehlt. Herr Augst behauptet z.B., in der Böhmischen Schweiz würde es besser laufen bezüglich der Vogelbrutzahlen, bedingt durch das generelle Boofen-Verbot und das jährlich bis 30.06. geltende Kletterverbot. Das stimmt aber nicht, wie folgende Tabelle auf der tschechischen NP-Seite zeigt:

https://www.npcs.cz/prosime-nerusit-hnizdime

Die Tabelle zeigt, daß auch in der Böhmischen Schweiz von 2017 bis 2021 ein Rückgang der erfolgreichen Vogelbrutzahlen von Wanderfalken und Schwarzstörchen zu verzeichnen war, und das trotz Boofenverbot und jährlichem Kletterverbot bis 30.06.! Und besonders 2020 und 2021 waren die Zahlen nochmal besonders niedrig, trotz Coronabedingter Ausgangsbeschränkungen und im Frühjahr geschlossener Grenzen zu Deutschland, so daß gerade in diesem Zeitraum insgesamt weniger Wanderer unterwegs waren. Hat der Rückgang der Vogelbrutzahlen vielleicht andere Ursachen? Umweltgifte (wie früher DDT)? Fehlendes Nahrungsangebot? Mitten in Decin z.B. brüten erfolgreich die Wanderfalken, trotz Menschen, Autos und nächtlichem Lärm, aber das Nahrungsangebot (Vögel, Tauben usw.) ist wahrscheinlich gut vorhanden.

Herr Augst sagt auch, wenn im Nest der Wanderfalken die Küken schon da sind, wirkt sich jede Störung negativ aus, weil die Wanderfalken-Eltern dann eine Weile das Nest nicht aufsuchen oder ganz verlassen, und die Küken dann verhungern würden. Aber wenn Herr Augst zum Beringen der Küken sich selber am Felsen bis zum Nest abseilt, um die völlig verängstigten Küken in einen dunklen Sack zu stecken, um sie dann oben auf dem Massiv zu beringen, und wenn dann noch ein ganzes Fernsehteam mit Kameras dabei ist, und die ganze Zeit über die Eltern der Küken laut kreischend in der Nähe kreisen, das macht natürlich überhaupt nichts. Die Wanderfalken erkennen ja, daß Herr Augst kein Boofer oder Wanderer ist, sondern ein guter Freund ist.

https://www.saechsische.de/tiere/vogelexperte-ulrich-augst-beringung-wanderfalken-uhus-zittauer-gebirge-lausitzer-bergland-oberlausitz-5447581-plus.html

 

Ich beziehe mich mal auf den am 02.04. von Roland eingestellten Link.
https://bergsteigerbund.de/information-der-ag-boofen-zur-geplanten-neuregelung-des-boofens-im-nationalpark-saechsische-schweiz/

Heute lese ich in der SZ „Aus den Reihen des SBB selbst stammte der Vorschlag, stattdessen zeitweise komplett zu verzichten-während der Brutzeit…, das ist der Kompromiss“

Mir war das so nicht bekannt.

Markus hat dazu auf seiner Seite auch einen schönen Beitrag geschrieben.

 

Ein Kompromiss tut immer beiden Seiten weh, keine Frage. Die Verhandler der AG Boofen (zu der ich nicht gehöre, ich war früher in dieser Sache aktiv) haben m.E. die Kurve gekriegt: Die Schnapsidee mit dem Ticket hätte doch geradewegs ins Totalverbot geführt, weil nicht anwendbar und ohne Effekt.

Fakt ist schon: Die Boofenbelastung ist zwar bei weitem nicht so wie in den 80ern, hatte aber vor Corona extrem zugenommen, und leider sind wirklich gefühlt 90% der Besucher "bergfern", womit ich nicht nur Nicht-Kletterer meine, sondern auch Nicht-Naturfreunde. Selbst genug erlebt. Auch wird das Boofen regelrecht beworben, wogegen der Nationalpark eigentlich mehr (oder überhaupt) vorgehen müsste. Kurzum: Passieren musste etwas, und um eine Chance für den Erhalt des Boofens zu haben, ist die jetzige Lösung wohl das kleinste Übel. Denn andere Vorschläge wurden nicht angenommen. Der "Druck von oben" ist wirklich stark.

Der Beitrag von Markus ist gut, 100% Zustimmung zu seiner Ursachenanalyse. Die Argumente sind keineswegs neu, leider, aber man kommt nicht durch damit. Es wird immer wieder offiziell das Gleiche behauptet. Na gut, von seiten des SBB ist hoffentlich in nächster Zeit mehr Öffentlichkeit zu erwarten.

Der Zusammenhang Brutzahlen-Boofer ist ziemlich gut nachweisbar unseriös. In Tschechien ist bei Boofverbot die Entwicklung ja ähnlich - der Link wurde hier gepostet. Und der Uhu - dem es gut geht - ist der Hauptfeind des Wanderfalken, was wohl jeder Vogelexperte bestätigen wird. Am Mittwoch im Zschand haben wir den ganzen Tag nur einen Raben als einzigen Vogel gehört. Soweit ich weiß, fressen Wanderfalken keine Raben 🙂 Und übrigens wieder nur 1.00 Stück WandererIn. Außerhalb weniger Wege - ich arbeite da an einer groben Karte - ist doch totale Ruhe draußen, Friedhofsruhe. Wenn die Leute sehen, wie es aussieht, werden wir noch jemanden in Kleinen oder Großen Zschand schicken müssen, damit es dort wieder leer wird.

Übrigens vermute ich, dass die im Stasibericht erwähnten 200 Boofen die aus meinem "ZBV" (Zwinkis Boofenverzeichnis) von 1994 sind, weswegen mich Horst Mempel mal in die Biwaksendung holte 🙂 Sind aber nicht alles richtige, das war nur Flucht vor den Assis, die draußen hausten. War wirklich übel. Aber die Zahl lässt vermuten, woher man hier "Daten" nimmt. Nicht seriös.

Wer kann, sollte an eine Zeitung schreiben - auch wenn heute viel weniger Leute noch Zeitung lesen.

Hat zwar nicht direkt was mit dem Boofen zu tun, aber beim Nachforschen zum Thema Naturschutz zufällig gefunden: Ein Beispiel, wie Naturschutzverbände manchmal gegen Wanderer und Kletterer vorgehen, um ihre (teils unbegründeten) Ziele zu erreichen, notfalls auch mit Gewalt und indirektem Mordversuch (Haken an der Biwakwand entfernt, Seite 7):

https://bergsteigerbund.de/wp-content/uploads/2015/07/SBB_Q2-2015_WEB.pdf

P.S.: Inzwischen hat der Naturschutzbund als Eigentümer das Klettern an der Biwakwand ganz verboten.

Das Thema ist noch nicht vom Tisch! Um die Biwakwand wir seit über 20 Jahren gekämpft, und der SBB hatte sogar ein teures Gutachten anfertigen lassen. Ich hänge da selbst nicht mit drin, kann deswegen keine Details sagen. Aber das ist ein typischer Fall von richtigen Fundamentalisten. Das Gegenteil von dem, was bisher im Nationalpark erreicht wurde (und jetzt arg gefährdet ist).

Auf dem Tisch hatte kürzlich ein, am großen Lorenzstein boofender Uhu ein Wanderfalkenmännchen. Dessen Weibchen füttert nun den Nachwuchs allein. (SZ)

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