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Stellenangebot bei der NPV:

https://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/wp-content/uploads/2022/01/Ausschreibung_SB-Besucherlenkung_NLP.pdf

Das zweite Aufgabengebiet ist mir sehr verdächtig - die NPV möchte eine Wander-App erstellen lassen.

Mir schlottern da jetzt schon die Knie angesichts der überwältigenden Flut perfekt funktionierender Behördensoftware in Deutschland ;-).

Aber es zeigt, dass man ein Problem verstanden hat: Mit den alten Methoden der Besucherlenkung geht es nicht weiter. Ich empfehle da auch diesen Link, obwohl nicht gerade vom NP. Mein Eindruck seit Herbst ist allerdings ein drastischer Rückgang der Besucherzahlen - noch 2020 war auch werktags außerhalb der Saison viel los. Wir haben z.B. am 2.1.22 zwischen Rathen und Schandau nur auf der Brandstraße (viele) Leute gesehen, weil die Brandgaststätte geöffnet hatte - evtl. noch ein Pärchen auf dem Füllhölzel. Am 19.1. (Miezwoch) über Heilige Stiege/Kleiner Dom/Breite Kluft/Kahntilke insgesamt 4 Leute, auch die Breite-Kluft-Aussicht komplett verwaist. Und wir waren wirklich oft draußen. Letzten Samstag an der Lichterhöhle kam hingegen öfters Jungvolk an - außerhalb des NP.

Die erste Frage für mich wäre, warum soll ich mir die App auf's Smartphone laden? Welchen Mehrwert hat sie? Touren planen geht mit anderen Apps und sogar weltweit. Warum also für ein winziges Gebiet eine separate App? Welches Kartenmatetrial soll verwendet werden? Die bekanntesten Anbieter sind Google und OSM. Wie soll eine Besucherlenkung über die App erfolgen? Eine passive Besucherlenkung kann jede vorhandene Wanderapp. Eine aktive Besucherlenkung heißt, dass permanent aus der App Infos über meinen Standort irgendwohin übermittelt werden und sie eingreift, sobald ich irgendetwas tue, was ich nicht darf, eine bestimmte Anzahl pro Besucher in einem Gebiet überschritten wird, es dunkel wird oder was weiß ich noch. Aktive Besucherlenkung ist eine Art digitaler Ranger.

Das Melden von Schäden an der Wanderinfrastruktur ist positiv zu bewerten, aber ehrlich, wer fängt im Wald an auf dem Smartphone rumzutippseln? Ein Portal auf der NPV-Seite, in dem ich vom Hotel/Wohnung aus den Schaden melden und Fotos hochladen kann ist da die eindeutig bessere Lösung.

Für den Kontakt zum Hotel/Vermieter - geht das datenschutzrechtlich überhaupt? Letztendlich nützt die App nur etwas, wenn alle Besucher die App auf dem Smartphone haben und auch gestartet, wenn sie in den NP wollen. Wird dass kontrolliert? Eine staatliche App, die mich tracken kann, auf mein Handy zu laden, ist für mich schon grenzwertig und würde ich sicher nicht tun.

Letztendlich wird es an zwei Dingen scheitern - die Funkabdeckung im NP ist miserabel und die NPV scheint nicht zu wissen, wie teuer Softwareentwicklung ist. Eine Privatunernehmen würde kaum so eine App entwickeln, weil der Markt dafür längst abgedeckt ist, aber Steuergelder müssen ja weg.

Eine Wander-App der NPV auf Basis des markierten Wegenetzes fände ich gar nicht so schlecht. Je mehr Leute diese App benutzen würden, desto weniger wären auf „unseren“ kleinen Wegen und  Pfaden unterwegs. Das könnte die Lage etwas entspannen, auch wenn die meisten der von uns Unerwünschten trotzdem mit der „Wander-App“ von OSM, Komoot und Co. unterwegs sein werden.

Mehr Sorgen bereitet mir das Aufgabengebiet, für das folgende Fähigkeiten erforderlich sind: Praktisches Know-how im Bereich Internet, Online-Kartendienste oder Social Media
Das lässt in mir die Vermutung aufkommen, dass ein weiterer  Versuch der Einflussnahme auf die Kartengestaltung bei OSM geplant sein könnte. Die Online-Kartendienste nehme ich neben den analogen Papierkarten für meine Tourenplanungen gern mit zu Hilfe. Es wäre nicht unblöd, wenn da jemand versuchen würde, drin rumzumährn.  🙂

Aber vielleicht will man ja wirklich einen eigenen Online-Kartendienst aufbauen. Dann wäre alles gut. 😀

Ich denke auch, dass man hier versucht, eine eigene „Nationalpark-Wander-App“ zu entwickeln. Was aus mehreren Gründen in die Hose gehen dürfte. Denn:

  1. Es gibt bereits etablierte Wander-Apps, die prima funktionieren. (Komoot, Outdooractive…). Warum also sollte ich mein Handy mit einer weiteren App zumüllen, wenn ich bereits gut bedient bin?
  2. Im öffentlichen Auftrag erstelle Apps pflegen früher oder später jeden vernünftigen Budgetrahmen zu sprengen. (Corona-Warn-App: 130 Millionen Euro, Quelle: https://www.pcwelt.de/news/Corona-Warn-App-unglaublich-teuer-Wie-viel-sie-den-Steuerzahler-kostet-11168635.html). Da sollte der Landesrechnungshof schon mal aufmerken.
  3. Solche Projekte der öffentlichen Verwaltung gehen oft aus wie das Hornberger Schießen. Nur jedes zweite wird erfolgreich zu Ende geführt. (Quelle: https://ap-verlag.de/darum-scheitern-it-projekte-in-der-oeffentlichen-verwaltung/56781/)

Also die Bälle flach halten. Auch die derzeitige Digitalbeauftrage hat ja mit furiosen Löschorgien auf diversen Kartenwerken und leicht drohenden Kommentaren unter Videos ihr Wirken begonnen. Mittlerweile ist da Ruhe eingezogen, sie hat wohl den Kampf gegen die Windmühlen stillschweigend beendet.

Ich gehe mal ´nen Schritt weiter: Es wird eine "Eintrittskarten-App" entwickelt. Zuerst als freiwilliges Angebot für die "Naturschutz-Freunde-der-Nationalpark-Statistik". Vielleicht wird das noch mit einem Gewinnausschreiben kombiniert. Da kann man dann die Übernachtungen

in der Biwakschachtel vom Forststeig verkaufen. Im nächsten Schritt die Boofennutzung kontrollieren (SBB hilft da sicher gerne mit) und im Finale Registrierpunkte in der Kernzone wo die App sich automatisch einen Stempel holt.

Na, wie gefällt das ?  Auch wenn nicht gleich alle mit solch einem Ding herumlaufen. Eine Nutzungsstatistik läßt sich mit zunehmender Nutzerzahl immer besser erstellen. Wir haben zwar ein Gefühl für Klimawandel, bewußte Ernährung und Naturschutz entwickelt aber beim Umgang mit den eigenen Daten sind wir (noch) zu freigiebig.

Gute Diskussion - kann insbesondere den Beiträgen von Zimmermann's best friend und DietmarWG zustimmen. Mit "aktiv" ist gewiss nicht "Aktualisierung vor Ort" gemeint, das schafft keiner hier. Man müsste eher mit einer lokal gespeicherten Karte arbeiten so wie OsmAnd für Android, aber ich gebe zu, ich habe meine bis heute noch nicht aktualisiert (keine Notwendigkeit).

In einer Beziehung kann ich beruhigen, obwohl ich nicht an den Verhandlungen beteiligt bin: Der SBB wird bei Boofenbelegungs-Statistik sicher nicht eifrig mitmachen, sondern höchstens notgedrungen etwas tolerieren. Das macht Johannes Hönsch m.E. recht gut (und seine Mitstreiter).

Wenn ich daran denke, wie schwer es ist, einen Überblick über den Wegezustand halbwegs aktuell zu halten, sollte man von so einer App nicht zuviel erwarten. Das Entscheidende sind doch Datenerfassung und -weiterleitung. Ich traue da unserer "Community-Lösung" beim SBB (die interaktive Karte nebst Wegeübersicht) mehr zu. Hat sich schon mal bei einer Karte und einem Lexikon bewährt 🙂

Diese und nächste Woche Freitag gibt es zwei neue Folgen vom "Ranger".

Schau ich mir sicher in der Mediathek an. Da kann ich die schönen Landschaftsaufnahmen genießen, und bei der hanebüchenen Story vorspulen.

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