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Schwarzes Tor / Khaatal

Primärziel gestern war das Schwarze Tor ( Cerna Brana ) an der Kirnitzsch. So fuhr ich also mit dem Rad die 3032 und im Verlauf die 3031 hinunter. Rad anschließen, weiter gewandert Richtung Süden den blauen Strich hinunter. Am Abzweig Nattergründel die große Banderole über den Hauptwanderweg,  die hing m. M. n. auch vor 4 Jahren schon. Weg gesperrt. Lebensgefahr. Aha. Ignorant wie ich bin weiter dann in der nächsten Kehre ein feines Hinweisschild erkannt, nahezu deckungsgleich zu jenem am Gabrielensteig. Man könne dort nicht sägen, es wäre ein zu großer Eingriff in die Natur. Man solle im Sinne der eigenen Sicherheit und des Naturschutzes die Sperrung befolgen. Sobald der Weg wieder gangbar ist würde die Sperrung aufgehoben. Pustekuchen. Mir egal. Ein feiner Weg der sich dahinter erschließt, ein ( 1! ) Baumstamm zu übersteigen im weiteren Verlauf. Gesägt wird prima, die Späne liegen teilweise noch frisch. Ich sag nur Doppelmoral. Es ist nicht ohne, keine Frage, aber der definerte Weg und die Pfadspur sprechen für sich.

Der Weg zieht sich also bequem eine gute halbe Stunde ganz wunderbar dann ist auf einmal dicht. Eine unscheinbare Pfadspur ging nach rechts hinab, ich nahm fälschlich an es handelt sich um eine gelatschte Umgehung um das was mich erwartete. Fehler. Mich erwartete nämlich mannshoher Fichtenjungwuchs direkt auf dem Weg. Statt innezuhalten und die Karte zu befragen bin ich stur weiter. Böses Mikado gepaart mit gut gewachsenem Jungwuchs folgt. Etwa 30 Minuten lang habe ich mir das angetan um frustriert abzubrechen. Eine längere Pause wurde eingelegt und dann ging's den gleichen Quark wieder zurück.

Wieder an der unscheinbaren Pfadspur dann doch die Karte und das Garmin befragt --> nanu genau hier geht es herunter. Genau hier wollte ich eigentlich auch lang. Da war ich vorher im Mikado bereits zu weit, und zwar bis - im Böhm Globus ist nach der signifikanten Spitzkehre der genannte Weiterweg eingezeichnet, ich war in etwa bei den 2 winzig kleinen Felsen Käs und Brot. Weiter wäre es mit weiterhin viel gutem Willen gegangen Rg. Hengstbach (Rotes Floss). Ich hatte das aber ausgeschlossen. Bloß gut. Da waren nämlich nur anderthalb Stunden inkl. Pause dahin.

Am Abzweig nun hinunter und festgestellt es ist der blaue Strich. Alles gesägt (!) so dass man problemlos durchkommt. Unten dann die 900 Meter bis Schwarzes Tor überhaupt kein Problem, auch dort wurde und wird gesägt. Freies Wandern. Hohes Gras steht auf dem Weg aber das stört nicht. Ein Bad im Fluss, ein Eintrag im Buch. Wunderbar.

Wieder zurück, weiter mit dem Rad über Kyjov und dann denn den Khaapfad noch mitgenommen, ein wunderbarer Tag.

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wandern sterben

@Heimatkunde: Vielen Dank für den ausführlichen und aufschlussreichen Bericht. Ich sag ja, die wollen keine Wanderer mehr dort haben, sperren markierte Wege wo nichts ist, sägen keine erlaubten unmarkierten Wege frei, im Gegenteil, fällen noch absichtlich Bäume rein. Völlig richtig, solche Sperrschilder erstmal zu ignoriern. Guck mal hier, da sind einige Fotos von deiner Strecke dabei, von 2017. Unter "Käs und Brot-Aussicht" das 23. und 24. Foto sind die beiden Felsblöcke aus der Böhmkarte, weiter unten unter "blau markierter Weg" deine Strecke, wie sie damals aussah. Da standen alle Bäume noch.

Es gibt für mich in diesem Sinne kein "richtig" oder "falsch" wenn man Sperrschilder ignoriert. Sperrung ist ja nicht gleichbedeutend mit verboten; so rede ich es mir zumindest schön. Wenn ich ein Wegziel habe, möchte ich das auch erreichen, sollten die Umstände nicht komplett dagegen sprechen. Dafür nehme ich gern auch körperliche Aufopferung und / oder gewisse Risiken in Kauf. Die muss ich dann freilich selber tragen. In diesem Fall wusste ich nicht mehr dass der blaue Strich zu ist; erst als ich die Banderole sah schwante es mir ... "hier hing das doch damals schon" ... (Damals war ich übrigens den Forstweg über das Natterborn hinaus gewackelt Richtung 3031; war seinerzeit schon kein Genuss mehr. Wie es sich heute darstellt will ich gar nicht wissen.)

Distanzieren muss ich mich aber ein bisschen von dem "die wollen dort keine Wanderer haben" und dass die nur blöde Sachen machen bei den beiden NPV @Roland. Auch mein gewähltes Wort der "Doppelmoral" im ersten Post muss ich revidieren. Was sollen die denn machen, in Bezug auf diesen Weg hier - blauer Strich - , in Bezug auf den Gabrielensteig, in Bezug auf die Weberschlüchte, die Vestelschlüchte, den Gehackten Weg bspw. Die haben auch nur ein begrenztes Kontingent an Mitarbeitern und :innen. Das dauert eben, aber man kann denen wirklich kein Nichtstun unterstellen bzw. ein unnötig langes Hinauszögern. Es geht halt nicht schneller, aber dass die genannten Wege wieder gangbar gemacht werden sollen steht ich glaube außer Frage. Man sieht es an allen genannten Beispielen.

Anders sieht es natürlich bei den Kletterzugangswegen aus. Dafür habe auch ich keine Erklärung warum man die teilweise verhaut mit dem Ergebnis dass sich unschöne Umgehungen bilden. Sieht man um die Schrammsteine ganz gut oder an der Ochel. Wobei auch dort, bilde ich mir ein, ist teilweise Besserung in Sicht, siehe Begangsteig im Brandgebiet. Kein offizieller Wanderweg, wird aber beräumt und gesägt. Was bleibt sind die Wege die wohl rechtlich in der Schwebe hängen ... Grenzweg ... Fremdenweg ... Begehen, begehen, begehen 🙂

Das zweite Bild ist übrigens vom Zugangsweg zum Schwarzen Tor, da kann man mal sehen wie die Tschechen das machen, die hauen das Kleinzeug hinter die nächstbesten stabilen Stämme und den bereits gesägten Kumpel direkt oben drauf. Fertig. Fand ich super, hab ich bei uns in der Form noch nie aktiv gesehen.

wandern sterben

@Heimatkunde : Du hast in Vielem Recht . Aber ein Vorrangziel der NPV ist es das Wegenetz zu reduzieren und große Flächen zu beruhigen . ( siehe Evaluation zum NP Sächsische Schweiz 2012 ff. ) Zu wenige Leute haben die auch nicht. Nach dem Besuch vom Landrat Geisler und MP Kretschmer vor 3-4 Jahren wurden viele Wege ganz schnell beräumt . Also Mitleid ist hier fehl am Platze . Es sollte mich wundern wenn im böhmischen NP das viel anders sein sollte.

Heimatkunde, schön Deine Gedanken zu gesperrten Wegen. „Richtig oder Falsch?“     Da sollte eher verträglich oder nicht gelten. Alles Freisägen wird den NP‘s nicht immer möglich sein, aber vorher Wege und ganze Gebiete zu sperren, auch zum Nachteil der Natur verfallen zu lassen, war eine falsche Grundsatzentscheidung des Zauberlehrlings, da hilft dann wirklich nur Begehen….

Mal eine Anmerkung aus Sicht eines (Ketten-)Sägers:

Wenn man von Anfang an, mit einem kleinen ~3er Trupp loszieht, und die einzelnen umgefallenen Bäume schnell auf den Wegen wegsägt, kommt es garnicht erst zu einem ~4fach Kreuz- Verhau wo du dann garnicht mehr weißt wo du als erstes (für Dich als Säger gefahrlos) ansetzt.

@Heimatkunde: 1. Bitte mir keine Worte in den Mund legen, die ich nie gesagt habe (die beiden NPV machen nur "blöde Sachen" usw.) 2. Mit "richtig" meinte ich natürlich, daß du für dich selber die richtige Entscheidung getroffen hast, und nicht den rechtlichen Aspekt. 3. Dein Bericht betraf nur den Böhmischen NP, und genau den betraf auch meine Meinung. 4. Es ist im Böhm. NP eindeutig zu sehen, daß man auf manchen Wegen einfach keine Wanderer mehr haben will, betrifft hauptsächlich unmarkierte aber erlaubte Weg. Oder wie erklärst du dir sonst, daß einige dieser Wege mit absichtlich gefällten Bäumen versperrt werden? Ich hatte unlängst erst aktuelle Fotos davon hier veröffentlicht. Warum hat man diese Zeit und Kraft nicht genutzt, um andere Wege freizusägen, obwohl es dort technisch und menschlich absolut leicht wäre, und diese Wege vorrangig wichtig für den Brandschutz wären? Warum gibt es bei mapy.com Verbotsschilder an Wegen, die frei sind und in Wirklichkeit begangen werden dürfen? So will man das Wegenetz wahrscheinlich weiter allmählich ausdünnen, positiver Nebeneffekt: die Ruhezone wird dadurch indirekt weiter vergrößert. Warum haben wohl alle umliegenden Gemeinden des Böhmischen Nationalparkes geschlossen gegen das bisherige Vorgehen der NPV protestiert, und sogar an die Regierung geschrieben? Lies Dir mal die Begründungen und Beweisführungen durch. Und über Gabrielensteig usw. erübrigt sich sowieso jede Diskussion.

Eine Sache wurde hier noch nicht erwähnt: Im böhmischen NP haftet der Waldbesitzer immer bei Unfällen, ein Begehen auf eigene Gefahr wie bei uns ist meines Wissens immer noch nicht erlaubt, und eine Gesetzesänderung soll auch nicht mehr kommen, hörte ich mal (sind aber keine gerichtsfesten Informationen). Da machen sie lieber zu, als dass sie haften. Wobei ich in CZ "gewisse Absichten" auch vermute, da will ich Roland gar nicht widersprechen. Bei uns gibt es derzeit eigentlich nur zwei Probleme: Erstens die vorhandenen Kapazitäten, wie Heimatkunde schon schrieb, und zweitens offenbar verschärfte Arbeitsschutzvorschriften, deren momentanen Stand ich nicht kenne. Aber das ist hoffentlich nicht in Stein gemeißelt (bei uns). Auf jeden Fall versucht man, Probleme mit Kletterzustiegen zu lösen, ggf. eben auch mal über neue Zugänge, wenn Schluchten hoffnungslos zugefallen sind.

Wo ist der Beweis, daß im Böhmischen immer der Waldbesitzer haftet? Das wurde schon mehrfach so behauptet, aber wo ist das entsprechende tschechische Gesetz, und wo ist der Link dazu, und wo ist die deutsche Übersetzung? Was soll Gesetzesmäßig im NP anders sein als in anderen, manchmal schwierigeren Gebieten? Wer ist denn der Besitzer des NP? Das sind doch alles nur Lügen und erfundene Vorwände der Naturschützer für sinnlose Sperrungen. Ich kenne seit vielen Jahren im Umkreis von 100 Km tschechische Wege, deren Qualität und Sicherheit jeder Beschreibung spottet, und die definitiv lebensgefährlich sind, aber weder gesperrt noch mit entsprechenden Schildern versehen sind. Wer es nicht glaubt, mache mal den Brückenweg in Widim … Danach reden wir weiter … falls es ein Danach für denjenigen gibt ...

Habe mir mal die anderen Zugänge angeschaut, von der Jungferntanne abwärts wurde irgendwann mal Freigesägt, allerdings wuchert dort alles wieder zu, die Pfadspur ist (noch erkennbar, siehe Bild) aber irgendetwas ragt immer in den Weg, Gräser, Adlerfarn,Brombeeren oder jungen Bäume (Buche, Fichte, Birke).

Von den ehemaligen Holzeinbauten sind die Hälfte durch Baumsturz zerstört, die andere Hälfte marode.

Der Gelb markierte Wanderweg Richtung Khaa/Daubitz ist komplett frei.

Interessant dass das Stück vom Schwarzen Tor zur Schönlinder Brücke den für den Wandersmann besten Eindruck hinterlies.

Nebenbei habe ich noch nie so viele Zecken in so kurzer Zeit abgesammelt .

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