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Autor Thema:Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
Wegewächt-
er
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Beitrag Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
am 03.05.2012, 13:22
Zitat

Bin gestern mit Eric den oberen Teil der Rotkehlchenstiege hinunter. Unter der überhängenden Wand fanden wir überraschenderweise Baumaterial - Treppenplatten und Eisen. Die Platten bestanden aus künstlichem Material - irgendein Schaumwerkstoff, ob "silikatisch" oder "plastisch-elastisch" war nicht genau festzustellen. Jedenfalls bin ich nicht der Meinung, das sowas ins Elbi gehört.

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Hier gehe ich, ich kann nicht anders! (frei nach M.L.)

EricF
Stiegengeher
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Beitrag Re: Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
am 03.05.2012, 13:53
Zitat

Auf den ersten Blick dachte ich an irgendein kesseldruckimprägniertes Zeug, aber in der Hand haltend waren die Bohlen doch "künstlich". Ich finde es geschmacklos, solches unverrottbares Material einzubauen. Aber sicher wird irgendjemand das Argument des Versuchsfeldes in das ebensolche führen ;-(

"Nur Dreck, wo Du hinguckst. Ich komme in die Kabine, da steht keiner auf, da hört keiner zu - kein Anstand. Lauter Ossis." (Rolf Schafstall)

EricF
Stiegengeher
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Beitrag Re: Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
am 09.05.2012, 08:43
Zitat

Zitat von Berggeist am May 8, 2012, 22:52
Was ist dann mit Edelstahlsteighilfen? Fallen die als genau so unverrottbare Fremdkörper nicht gleichfalls unter das "Reinheitsgebot"? Macht Ihr Euch gar keinen Kopf, was Ihr hier absondert? Wenn das Zeugs wie Holz aussieht, wie Holz funktioniert, aber dafür 200 Jahre hält, who cares? Spart in 10 Jahren ohnehin knappe Personalkosten zur Instandhaltung. Das 21. Jh. hält auch im Elbi Einzug 😉

Mir gefällt Dein angeschlagener Ton überhaupt nicht. Hier "sondert" niemand etwas ab, das unterstellt, man sei etwas Besseres und die Mitteilung käme "von oben herab". Weder Du noch ich sind hier die Rächer der Enterbten und haben als solche allein die Wahrheit gepachtet. In der Tat kamen wir von oben herab, um dann an der Kreuzung UTW/Rotkelchenstiege eben jene Baustoffe zu entdecken. Deine Argumentation, nur weil etwas so aussähe, könne man es daher unbedenklich einbauen, um Ressourcen zu schonen, kann ich nicht nachvollziehen. Die bisher eingebauten Faschinen und Bohlen hat man größtenteils "um die Ecke" im Wald gewonnen, wenn das jetzt "Mode" wird, muss das Kunstzeug auch irgendeiner von A nach B bringen. Vom Umweltschmutz bei der Herstellung solcher Kunsterzeugnisse war noch gar nicht die Rede...
Edelstahl kann auch rosten, gleichfalls ist nicht "rostfrei=Edelstahl". Das hab ich fachlich gar nicht verstanden.
In 10 Jahren, wenn das Geld knapp ist, baue ich gern 35 Holzbohlen gratis ein. Auch hierzu haben wir der NPV ein konkretes Arbeitsangebot unterbreitet, was in diesem Jahr noch nicht genutzt wurde. Für Timur-Einsätze bin ich gern zu haben und sehe auch das Gros der Mitglieder hinter diesem Gedanken, auch weil wir wissen, dass man nicht überall zur gleichen Zeit sein kann und die Ressource Mitarbeiter knapper wird. Das ist eher "Kollektiv", als "21. Jahrhundert", gefällt mir aber deutlich besser. Sonst bist Du ein Verfechter des Bestehenden und möchtest bewahren und hier plädierst Du für die partielle "Plastinierung" des Gebirges?

"Nur Dreck, wo Du hinguckst. Ich komme in die Kabine, da steht keiner auf, da hört keiner zu - kein Anstand. Lauter Ossis." (Rolf Schafstall)

Wegewächt-
er
Moderator
Beiträge: 2420
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Beitrag Re: Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
am 09.05.2012, 14:41
Zitat

Danke Eric, sprichst mir aus dem Herzen!

Hier gehe ich, ich kann nicht anders! (frei nach M.L.)

Wachsamer-
Foerster
Stiegengeher
Beiträge: 134
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Beitrag Re: Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
am 09.05.2012, 19:00
Zitat

Hm. Sowohl Eisen als auch Holzstufen gibt es schon lange, das ist also erstmal nichts ungewohntes. Dagegen ist dieses Material offensichtlich etwas neues, was sicher erstmal eine kleine Aversion hervorrufen kann.

Das Eisen ist tendenziell auch eher in der Wand, während das Holz auf dem Erdboden liegt. Nun bauen wir also was unverrottbares in die Erde ein. Es ist ja, nach dem 2010er Hochwasser, auch passiert, dass manche Bohlenwege komplett mit Sand überschüttet worden sind. Dann läge dort jetzt irgendein unverrottbares Zeug unter der Erde.

Natürlich ist auch manches Eisen unter Laub und Erde verschwunden. Trotzdem, nach meinem Gefühl, ich bin kein Chemiker oder Umwelttechniker, ist mir Eisen, was langsam verrottet, lieber, als irgendwelches künstliches Plastikzeugs, wo man nicht weiß, was da rauskommt.

Früher hat man ja wohl teilweise alte Eisenbahnschwellen im Wegebau verwendet, die dann aber auch heftig gegen das Verfaulen geschützt waren. Naja, so langsam sieht man von der Sorte kaum noch was, und so groß geschadet scheints der Natur auch nicht zu haben.

STIEGENVER-
RÜCKTER
Stiegengeher
Beiträge: 967
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Beitrag Re: Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
am 09.05.2012, 20:14
Zitat

Eisenbahnschwellen waren tlw. mit Petroleum getränkt!

Dieses Zeugs von oben ist wahrscheinlich "...aus recyclebarem WPC (Wood-Plastic-Composite), einem innovativen Holz-Polymer-Werkstoff aus ca. 75% Holzmaterial und 25% Thermoplast. Splitter- und astfrei, mit rutschhemmender, gebürsteter Oberfläche, durchgefärbt gegen Vergrauen."
Aus diesem Material sind mittlerweile auch Terassendielen.
Gut aber teuer ist Eisenholz, aber eben leider Tropenholz. Was wäre die Alternative... wieder getränktes Holz? Wäre ja auch voll gepumpt mit Holzschutzmittel. So gesehen mag das WPC wohl oder übel die bessere? Alternative sein.
Nimmt es gaaanz genau, wären natürlich Eisen aus V2A oder sogar V4A auf Dauer besser... und man wird sie schwerer abgesägt bekommen....... allerdings mag ich mir den "Glanz" im Gebirge nicht vorstellen können. Blieben noch verzinkte Stahlteile............ , aber das koschtet ......

polenztale-
r
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Beitrag Re: Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
am 09.05.2012, 20:31
Zitat

Bis zur Wende 1989 wurden im Wanderwegebau auf dem jetzigen Gebiet des Nationalparks Bahnschwellen verarbeitet. Bahnschwellen sind durch die Imprägniermittel und durch Rückstände aus dem Bahnbetrieb eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt und mußten daher als gefährlicher Sondermüll betrachtet und entsprechend entsorgt werden. Beispiel :Aufstieg zum Parkplatz Füllhölzelweg vom Polenztal oder Aufstieg zum Hockstein durch die Wolfsschlucht wurden damals mit Eisenbahnschwellen gebaut. Einige dieser Schwellen, die damals eingebaut wurden, stammten vom Abriß der Scharzbachtalbahn wie mir Dietrich Graf (mein ehemaliger Forstamtsleiter)berichtete. Zwischen 1994-1996 war ich am Bau der neuen Stufen beteiligt. Zum Bau wurde unbehandelte Lärche oder Roteiche verwendet. 10 bis 12 Jahre halten die Stufen, danach müssen sie erneuert werden. Lärche und Roteiche sind „artenfremde Gehölze“, die im Nationalpark nach und nach entfernt werden. Deshalb ist mir vollkommen unverständlich, daß man jetzt mit Kunststoff arbeitet, wo doch „Ausländer“ im NP reichlich vorhanden sind. Bei den immer häufiger auftretenden Wetterkapriolen ist es nur eine Frage der Zeit, wenn dieses Kunststoffmaterial zu- bez. weggespült wird. Unbehandeltes Holz dagegen verrottet, auch wenn es auf Nimmerwiedersehen verschwindet.Ich verstehe den B. nicht das er auf einmal so argumentiert ,wo er doch auch ein ausgeprägtes Umweltbewustsein in seinen Beiträgen rüber bringt.Sorry,aber ich will nicht schon wieder bissig sein.
Unter dem Motto:
Wen kümmerts,sollens doch unsere Enkel und Urenkel aufspüren und entsorgen
. 😀

polenztale-
r
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Beitrag Re: Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
am 09.05.2012, 21:30
Zitat

@Berggeist: DieStufen wurden damals vor Ort mit einen mobilen Sägewerk zurechtgeschnitten. Manche liegen heute noch.Aus der Erfahrung heraus und das kannst du mir glauben, spülts die Dinger weg.Auf Nimmerwiedersehen. Ich möchte nur an das Unwetter 2010 erinnern.Ich kann mich noch genau erinnern, was auf der Straße nach Ostrau an der Schrammsteinbaude angeschwommen kam(war vor Ort).Oder am Zusammenfluss der Polenz und Sebnitz .Wie sah es da auf der Wiese aus.Beeteinfassungen, Terassenteile aus ähnlichen Material. Den Rest hat die Elbe geschluckt.
Bei meinem ehemaligen Forstamtsleiter D.Graf hätte es so etwas nicht gegeben,dessen bin ich mir sicher.
Die Bohlen wurden nicht behandelt. Im Beitrag Wanderführer gebe ich Dir Recht, das nächste Unwetter verändert die Landschaft.Hoffentlich halten da die Kunststoffteile.

EricF
Stiegengeher
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Beitrag Re: Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
am 09.05.2012, 21:42
Zitat

Zitat von Berggeist am May 9, 2012, 21:40
Also wird wieder mal das Geld den Ausschlag gegeben haben.

Und spätestens das ist schade.

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polenztale-
r
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Beitrag Re: Bauarbeiten an der Rotkehlchenstiege?
am 09.05.2012, 22:26
Zitat

Ich gebe dem Zeug eine Chance bis zum nächsten Unwetter.Mal sehen ob sie da noch da sind.Wenn das im gesamten NP Schule macht dann gute Nacht.Dann gibts vieleicht auch Geländer aus dem Material. Holz wird dann uninteressant und verliert an Bedeutung.Man muß ja sparen,soll ja die nächten 30 Jahre halten. 🙁

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