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Autor Thema:Neues aus den Medien
Andreas P.
Forums-Junkie
Beiträge: 1235
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Beitrag Re: Neues aus den Medien
am 11.10.2021, 22:59
Zitat

Nana, Roland, ich bin zwar ganz deiner Meinung, dass Tiere sich von regelmäßigen (Betonung auf regelmäßig) Unruhen kaum stören lassen, aber in einzelnen Fällen könnte es schon sein, dass im Sandstein an einigen Stellen die Störungen eben zu "unregelmäßig" auftreten ... insofern bin ich auch noch bei dir, wenn du die Begehung der Wege und Gebiete wie in den 1970ern forderst ... aber bitte vergleiche nicht die Wandererzahlen von damals mit denen von heute. Damit würden wir der Gegenseite leider doch ein sachlich richtiges Argument für ihre unbegründeten Forderungen in den Mund legen ... denn durch die sog. sozialen Medien, Internet allgemein, viel zahlreichere Bücher, Reiseführer, Stiegenführer, Kletterführer, Karten (wieviel Karten (ich kannte 2) und Kletterführer (ich kannte den einen Blauen in 4 Bänden) gab es in den 70ern?) und direkte Bewerbung (Malerweg, Rangerfilme) sind die Besucherzahlen von heute ja wirklich um ein vielfaches höher. Ich bemerke selbst in den letzten 10 Jahren nochmal eine deutliche Besucherverstärkung, sei es durch Parkplatzauslastung, Pfade die zu Wegen werden, mehr Bodenerosion und mehr Müll.

Ich würde lieber mehr darauf dringen, dass wir endlich mal sachliche Argumente im Ergebnis nachvollziehbarer Natur-Beobachtung und -Forschung zu hören bekommen. Statt der ewig gleichen Behauptungen zu den "bösen Wanderern".

Roland
Stiegengeher
Beiträge: 527
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Beitrag Re: Neues aus den Medien
am 12.10.2021, 09:36
Zitat

Andreas P.: Was die Wandererzahlen betrifft: im Großen Zschand z.B. waren damals definitiv mehr Leute unterwegs als heute, besonders auf den Wegen, die heute gesperrt sind. Karte brauchte man nicht unbedingt, die meisten Wege waren ja ausgeschildert. Nicht zu vergessen die Mund-zu-Mund-Propaganda. Es wurde dort viel gebooft (ich selber 1985 mehrere Tage beim Kampfturm), es gab fest ausgebaute Boofen, z.B. Fernblickboofe, wo abends lange am Feuer gesessen wurde, es gab entsprechende Geräusche usw. Geklettert wurde auch viel mehr, man konnte ja nicht in die weite Welt. Trotzdem hatte sich damals der Schwarzstorch angesiedelt. Heute bündeln sich alle Leute an Bastei und Malerweg, das ist richtig, aber ob das schuld ist für die Brutmißerfolge? Oder hat sich durch die vielen toten Wälder die Nahrungsgrundlage für einige Vögel verändert? Oder gibt es noch andere Ursachen? Oder sucht Herr Augst nur einen schnellen Sündenbock? Zu viele Wanderer stören ihn und die Wanderfalken, aber wenn sein Gehilfe sich abseilt und die völlig verängstigten Jungen in einen dunklen Sack steckt, damit sie weiter oben beringt werden können, wenn dabei mehrere Leute eines Filmteams mit umfangreicher Technik noch zusätzlich Streß für die Jungen bereiten, und wenn die Altvögel eine Stunde lang vor Aufregung kreischen, das macht natürlich nichts, das stört die nicht. Das hinterläßt auch keine bleibenden Schäden. Die Wanderfalken können sich nämlich das Gesicht von Herrn Augst gut merken, und wenn der nächstes Jahr wieder auftaucht, wissen die Vögel sofort, der will uns nichts böses, daß ist kein Wanderer, sondern ein guter Freund.
Die DDR-Kletterführer Sächs. Schweiz waren übrigens grün, 3 Bände (Westteil, Ostteil, Südteil), 1. Auflage 1981, 2. 1984, Stück 13,-Mark, die Karten benutze ich heute noch, besonders in der Kernzone. Von den Karten kann mir auch niemand einen Weg weglöschen 😉

DietmarWG
Administrator
Beiträge: 635
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Beitrag Re: Neues aus den Medien
am 12.10.2021, 09:54
Zitat

Irgendeiner muss ja Schuld sein. An die Bergsteiger traut man sich nicht ran, da würde der SBB wohl laut werden. Also werden die Wanderer genommen. Die Urlauber haben wenig Lobby, da müsste der Tourismus laut werden, tut er nicht, weil die NPV dann ganz schnell die Daumenschrauben ansetzt und die Androhung, es sind zu viele Touris unterwegs, lässt die Hotelunternehmen eher schweigen, den "Corona" Teil 2 (Besuchereinschränkungen) überlebt die Branche nicht.
Heute ist in der SZ wieder ein Artikel (Online finde ich ihn nicht), in der sich Ulrich Augst über die krakelenden Besucher und irrlichtenden, feuernden Boofer beschwert, die die Sächsische Schweiz für 24/7 zur Partyzone umgestalten. Ich weiß immer nicht, welche Sächsische Schweiz die NPV meint, die Miniaturausführung in Lohmen? Da gibt es auch die Kernzone - mit Sommerwand.
Die Zahl der Besucher im Sandstein ist ein heißes Eisen, kein Mensch weiß das was genaues. Ich würde auch nicht die Füllung der Parkplätze als Argument gelten lassen. In den 70ern/80ern war man weniger mit dem Auto und dafür mehr mit der S-Bahn unterwegs. In den 80ern hatte der Fährmann in Schmilka manchmal zu tun, die Menschen bis zur nächsten S-Bahn über die Elbe zu bringen. Ich habe es selber erlebt, dass die Schlange bis zum Bahnsteig lang war. Eine Quelle für die Anzahl der Besucher und ich glaube dieser Verein war akribisch, ist dieser Link.
Da wird von 85 000 Besuchern pro Tag(!) im gesamten LSG geredet.

Der Schwarzstorch ist auch so ein Phänomän, in den 80ern konstant 5 Brutpaare mit 2-3 Jungvögeln, wieso? Das kann und darf nicht sein! Ab den 90ern gibt es rauf und runter und in der Regel weniger Jungvögel pro Brutpaar. Die Erklärung dafür kann beim besten Willen nicht die Wanderer sein. Ich vermute eher, dass einfach die Populationsdichte ausgereizt ist.

spreewolf
Stiegengeher
Beiträge: 953
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Beitrag Re: Neues aus den Medien
am 12.10.2021, 11:09
Zitat

Ich vermute mal, die NPV muß um jeden Preis auf sich aufmerksam machen und so ihre Existenzberechtigung nachweisen. Wenn Hohnstein tatsächlich aus dem Verein aussteigt könnte das recht bald bei den anderen Kommunen
Schule machen.
Am Ende wird dann die NPV samt Nationalpark zur Disposition stehen. Brauchen tut die wirklich keiner !
( selbst die kaputten Wege und die Borkenkäfer kommen ohne NPV bestens klar 😉 )

Roland
Stiegengeher
Beiträge: 527
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Beitrag Re: Neues aus den Medien
am 12.10.2021, 14:36
Zitat

DietmarWG: Danke für den Link, genauso hab ich es auch in den 80ern im Zschand beim boofen erlebt. Die dort genannten Zahlen sind erstaunlich. Bewaffnet sollte gegen Boofer vorgegangen werden, heute gibts Hubschrauber und Nachtsichtgeräte. Und gegen Ranger Pfefferspray und Elektro-Schocker. Was Urlauber betrifft, an manchen Orten war damals viel mehr los, im Bielatal (und anderen Orten) waren immer alle Kneipen und FDGB-Ferienheime voll, wenn man essen wollte, mußte man Schlange stehen. Und die Leute waren tagsüber ja auch irgendwo im Gebirge unterwegs. Heute in Rosenthal-Bielatal alles tote Hose (außer Ottomühle), keine Kneipen mehr, die Gaststätte "Brausenstein" Ruine und total zugewuchert.
Herr Augst ist Mitarbeiter des NP und soll wahrscheinlich im Auftrag gegen Wanderer und Boofer hetzen, das Argument Naturschutz und Vogelschutz hilft da immer dabei. Soll er doch mal ganz genau benennen, wie er zu seiner Schlußfolgerung kommt und Beweise vorlegen, z.B. eine genaue Aufstellung veröffentlichen, wo brütet welcher Vogel, an welchem Felsen (z.B. Grenztürme/Bielatal, Pfaffenstein-Ostseite, Pechofenhörner, Bergfreundschaftsstein, usw.), wo gab es Brutverluste, waren dort überhaupt Menschen unterwegs, wie viele und wann? Zum Bergfreundschaftsstein z.B. kommt seit 2 Jahren fast kein Mensch ran. Könnten diese Menschen den Brutverlauf beeinflußt haben oder eher nicht? Gibt es Fotos als Beweis mit Datum usw.? Hat er in der Nähe einer Brutstätte zuviele lärmende Touristen beobachtet? Hat er selbst einen Wanderer beobachtet, der früh vor Sonnenaufgang im Gebirge unterwegs war und einen Schwarzstorch bei der Futtersuche im Bach gestört hat? Wann und wo hat er Boofer oder Kletterer in der Nähe von Brutstätten beobachtet? Es gab schon Marder, die an der Felswand hochgeklettert sind und sich die Eier im Horst geholt haben (gesicherte Feststellung an einem bewachten! Horst im Bielatal). Gibt es Gipfelbucheinträge in der Nähe von Brutstellen, die einen Hinweis auf störende Kletterer geben könnten? Horste werden manchmal überwacht, gibt es Fotos, auch durchs Fernglas, von Störungen? Gibt es Daten von Wildkameras in der Nähe von Horsten, am Felsfuß oder auch von oberhalb? Solche Kameras sind erlaubt, wenn sie angemeldet und öffentlich gekennzeichnet werden. Das Foto im o.g. NPV-Artikel hat keinen Hinweis, wo und wann das aufgenommen wurde, und ob es irgendwelche Folgen gab. Ehe Herr Augst nicht mehrere echte Beweise für seine Aussagen vorlegt, muß er sich den Vorwurf von Übertreibung, übler Nachrede und Speichelleckerei gefallen lassen. Die NPV natürlich auch.

Andreas P.
Forums-Junkie
Beiträge: 1235
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Beitrag Re: Neues aus den Medien
am 12.10.2021, 14:47
Zitat

Naja, ich glaube aber schon, dass heute gerade in den hintersten und abgelegensten Teilen mehr Menschen unterwergs sind als vor 40 Jahren. Ich habe damals immer eine freie Boofe an den Torsteinen gefunden ... der letzte Versuch vor wenigen Jahren hat mich bis an die kalte feuchte Eckboofe geführt 🙂 und den GWTW kannte ich bis vor 10 Jahren nur aus Erzählungen ... Aber vielleicht liegt mein persönliches Empfinden der erhöhten Besucherzahlen auch nur am Älterwerden und mich nerven heute die weniger Leute mehr als damals die mehr 😉
Und ja richtig, zu den KF muss ich mich korrigieren ... es waren sogar 5 Bücher, aber nur die Böhmische und die Zittauer Bände sind blau ... sorry.

Und zum Storch und allen anderen ... nochmal ... ich möchte Fakten, Fakten,Fakten.
Denn seit den 80ern hat sich doch z.B. auch die Landwirtschaft stark verändert - andere Anbausorten, Methoden und -Früchte - andere Technik - andere Chemie - das hat doch alles großen Einfluss auf das gesamte Ökosystem - aber kein Wort dazu. Genauso zu den eigentlich allgemein bekannten Zugverlusten oder Windmühlenopfern UND die allgemein geradezu extrem verringerten Insektenzahlen haben natürlich auch keinen Einfluss?

Fossil
Stiegengeher
Beiträge: 306
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Beitrag Re: Neues aus den Medien
am 13.10.2021, 01:11
Zitat

@Roland, eine Aufstellung über Brutstellen würde ich nicht veröffentlichen, das zieht zuviel Eventtouris an. Aber an die Adresse NPV und speziell Herrn Augst gerichtet, frage ich mich schon, lt. Ihren Angaben gab es 15 besonders schützenswerte Brutgelege von Wanderfalken und Schwarzstörchen und sie haben diese zwar besonders beobachtet und sogar fotografiert, aber trotz Kenntniss dieser Örtlichkeiten konnten Sie sich nicht hinreißen lassen, diese auch besonders zu schützen. Ich verstehe Ihren Ärger, Herr Augst und ich unterstelle Ihnen viel Herzblut, aber Sie haben es offensichtlich nicht vermocht, bei Partnern (z.Bsp.SBB oder vielen, vielen anderen Willigen) Hilfe zu organisieren und es hat sich keiner von Ihnen gefunden, mit den abgebildeten Personen das Gespräch zu suchen. Deswegen tue ich den Beitrag auf Ihrer Website und in der SZ als pure Meinungsmache ab.
Sie haben zwar jüngst mit Polizeihubschrauber samt Wärmebildkamera lagerfeuernde Boofer regelrecht gejagt (mindestens fragwürdig) und wenn da ein paar wenig "einsichtige Gäste" mal richtig blechen, ja gut, dann ist das so, aber einfach mal selber (als NPV) Gesicht und Haltung gegenüber anderen zu zeigen und zu erklären, warum etwas gerade nicht passt.........
Also so erreichen Sie keine Rücksicht auf unsere Natur und schon gar nicht gegenüber Ihrem Nationalpark und als ein Loblied ist mein Beitrag auch nicht gegenüber der SZ zu verstehen. Das war einfach billig.

Wegewächt-
er
Forums-Junkie
Beiträge: 2579
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Beitrag Re: Neues aus den Medien
am 13.10.2021, 10:00
Zitat

Weniger Schwarzstörche heißt auch mehr geschützte Amphibien 😉

Hier gehe ich, ich kann nicht anders! (frei nach M.L.)

spreewolf
Stiegengeher
Beiträge: 953
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Beitrag Re: Neues aus den Medien
am 13.10.2021, 11:23
Zitat

Tja , armer Lurchi ! Hätte er ein schickes Federkleid bekäme er vom Herrn Augst einen schicken Ring ans Hinterbein gezwackt und fände namentliche Erwähnung im Jahresrapport und in der Heimatzeitung . 😉

Andreas P.
Forums-Junkie
Beiträge: 1235
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Beitrag Re: Neues aus den Medien
am 13.10.2021, 14:21
Zitat

Oohh ja, schöner Stasilink. Ich wollte zuerst auch diese Geheimdienstzahlen anzweifeln, denn 6000-8000 Jugendliche ???Einerseits muss ich ja Zweifel haben, weil ich selbst nackend im Nymphenbad stand (damals gabs noch soviel Wasser) und somit schon auch zu diesen "negativ-dekadenten Personenkreis" gehörte und zudem auch noch Ostern 85 bestimmt selbst im Bielatal war - Habs aber dann nochmal langsam gelesen und die ca. 400 festgestellten Übernachter könnten mir dann doch realistisch erscheinen, denn tatsächlich wurden es ab 83/84 spürbar mehr Leute und wir mussten schon weit in den Dürrebielegrund hochlaufen um noch ein Plätzchen zu finden.

Für den Großraum Zschand/Schmilka halte ich die 6000-8000 Übernachter absolut für möglich und wirklich nahm die Zahl solcher Besucher immer mehr zu, die auch zu zweit nur einen linken und einen rechten Arm frei hatten, weil sie gemeinsam einen Kasten Bier in Richtung Heringsgrund schleppten. Diese Typen waren auch von uns nicht geliebt, weil die "richtigen" Boofer natürlich kein Bier sondern Wein und natürlich Rotwein tranken.
Allerdings sind mir damals keine zerschlagenen Flaschen aufgefallen - die Bierflasche war immerhin 30 Pfennige wert und selbst die "niveaulosen Kastenschlepper" haben bestimmt meistens ihre Leergüter wieder mitgenommen. Im Gegensatz zu vielen Rotweinfreunden, die ihre Flaschen (dafür gabs nur 5 oder 10 Pf?) zum Großteil nur bis zur Kreuzung an der Zwieselhütte geschafft haben, wo ich selbst über einen liegenden Flaschenstapel von ca. 50-60 cm Höhe und bestimmt 3-4 m Breite bestaunen konnte. 🙂 Die Verwaltung hatte aber immerhin damals schon an dieser Kreuzung auch Mülltonnen aufgestellt.
Ich überschlage übrigens den Grünflaschenstapel auf ca. 250-300 Flaschen ... wir hatten für 6 Leute pro Abend meist 2 Flaschen, also pro Flasche sind 3 Personen zu rechnen ... bei 300 Flaschen waren also auch ca. 900 Personen im Einzugsgebiet und das wiederum umfasste an der Stelle ja eigentlich nur den Schmilkaer Kessel ... und da sind ja die Bierfreunde noch nicht mitgezählt 🙂

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