Zerbrechliche Schönheiten

Wenn wir zur Zeit schon nicht „unser“ Felsengebirge besuchen dürfen, so sei es zumindest erlaubt, ein bisschen darüber zu philosophieren …

Es gibt Orte im Elbsandsteingebirge, die eine magische Wirkung ausüben. Alle, die das Elbi lieben, werden solche Stellen kennen, zu denen sie immer wieder gern gehen, weil diese irgendwie faszinierend sind. Bei mir ist das natürlich auch so. Einen dieser Orte möchte ich heute hier beschreiben. Er ist weder besonders spektakulär noch besonders einsam gelegen, sondern liegt eher mal so an einem markierten und gut begangenen Wanderweg. Es handelt sich um ein Felsgebilde an der Oberen Affensteinpromenade. Auf einigen Karten wird es als Kleines Prebischtor bezeichnet. Die Fotos entstanden im Herbst 2012 bzw. 2015, im Sommer 2017 und im März 2020.

Felsentore gibt es viele im Elbsandstein, warum also gerade dieses? Das Besondere für mich ist hier die enge Verflechtung von zwei völlig verschiedenen Schöpfungen der Natur. Da ist einmal das Felsentor als eine nette Laune der Natur. Schon dieses allein ist beeindruckend.

Kleines Prebischtor

Kleines Prebischtor

Aus allen Richtungen sieht es anders aus: einmal zerbrechlich wie eine uralte Steinbrücke, dann wieder wie ein gewaltiges da hockendes Tier von hinten. Darüber thront die mächtige Buche, deren Wurzeln zum Teil durch das Tor verlaufen. Die Buche scheint das Felsentor zu bewachen. Beide, sowohl der Baum als auch das Felsentor, sind schon für sich allein bemerkenswert. Die Kombination von Fels und Baum ist ein Gesamtkunstwerk, das mich immer wieder beeindruckt. Eine interessante Abrundung des Ganzen ist noch, dass es einen Standort gibt, von wo aus man links das Kleine Prebischtor und rechts oben im angrenzenden Felsmassiv noch ein kleines Felsenfenster sehen kann. Weiterlesen

Eine Woche zu Hause – Nachruf für eine verpasste Chance

 Nun bin ich eine Woche zu Hause, also auch nicht auf Arbeit. Sonst irgendwie draußen rum wird mir auch nicht geraten. Das Motto lautet „Wir bleiben zu Hause“. Wegen des Coronavirus oder wie ein Spruch vom Spielplatz sagt, wegen Corona-Mist.

Dadurch bleibt viel Zeit und ich muss sagen, dass ich mich unangenehm oft über die verpasste Chance zur letzten Wanderung vorm großen „Freeze!“ geärgert habe. Es war ja vorm letzten Wochenende schon ersichtlich, dass danach die große Einschränkung kommen würde. Also wollten wir das sonnige Wetter nochmal nutzen, um zwischen den Sandsteinen zu wandeln. Weiterlesen

Eigentlich kaum zu glauben …

… was man da auf dem Burgberg (eigentlich Schlossberg) in Wehlen neuerdings sehen kann.
Vor fast 3 Jahren hatte Stiegenfreund Eric im Forum auf die Aktivitäten in Wehlen hingewiesen. Dort hatten die Burgfreunde angefangen durch Beseitigung von tonnenweisen Grünzeug die Burgruine wieder sichtbar zu machen. Bis dahin hätte man den grünen Hügel in der Stadt einfach nur für einen Landschaftsteil halten können. Ich dachte mir damals: Das ist eine völlig verrückte Idee, sowas muss unbedingt unt

der Eingang in die Unterwelten

erstützt werden. Da wird ein Stück Geschichte, ein Stück Heimat erhalten und ganz nebenbei werden ein alter Weg und gleich zwei Stiegen wieder ins Bewusstsein und in das touristische Leben zurückgerufen und das sind schließlich auch Grundgedanken unserer IG.
Beim ersten Arbeitseinsatz erfuhr ich dann, dass die Burgfreunde die Burg quasi wieder aufbauen wollten – was natürlich überhaupt nicht realisierbar sein konnte-würde-dürfte … aber NEIN! Jede Hoffnung wird durch die Fortschritte in den Schatten gestellt.

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Arbeitseinsatz bei Porschdorf

Am vergangenen Samstag trafen sich 9 Mitglieder der IG zu einem Wegebau-Einsatz in der Nähe von Porschdorf. Organisiert wurde das Ganze vom Stiegenfreund “Polenztaler”, nicht nur material- und werkzeugtechnisch, sondern auch die Verpflegung und die Aufwärmmöglichkeit – letzteres dringend erforderlich bei Temperaturen von 4°C, frischem Wind und leichtem Regen. Gebaut wurde am “Hornleitenweg” oberhalb des Lachsbachtales (Link zur OSM – Weg hier als “Kirchleite” bezeichnet).

Im ersten Abschnitt wurde ein Stück des alten Wegverlaufes neu angelegt, da dieser über die Jahre durch Bewuchs verschwunden war. Im zweiten Abschnitt wurde in einem kleinen Seitental ein Holzsteg über den kleinen Graben errichtet und der östliche Zugang zusätzlich durch Einbau von Stufen und Wasserableitung versucht zu “entschärfen”, denn dort war es bei der Nässe sehr rutschig gewesen.

Am Ende kamen 75 reparierte Wegmeter zustande, und wir setzten abschließend auch eine kleine Wegmarke mit einer Erinnerung an die fleißigen Helfer. Zudem hatten wir auch die SZ eingeladen, um von unserer Arbeit zu berichten – vielleicht erscheint der Artikel ja dann in den nächsten Tagen tatsächlich auch.

Willkommen in Mordor

Das Thema „Gruselwald“ wurde im vorherigen Blog-Beitrag „Baumartenstreit (2)“ schon angerissen und beschäftigt mich immer noch. Deshalb soll es hier noch mal aufgegriffen werden. Man kann versuchen, das Elend mit Worten zu beschreiben. Es wird beim Versuch bleiben. Hier sollen ein paar Bilder das geschriebene Wort bekräftigen, aber auch die Bilder können das ganze Ausmaß nicht richtig vermitteln. Nur vor Ort kann man sich ein eigenes Bild machen. Aber Vorsicht: Es könnte ein niederschmetterndes Erlebnis werden …

Willkommen in Mordor? Was für eine schreckliche Überschrift! Natürlich verbietet sich der Vergleich des Märchenlandes Sächsische Schweiz mit Tolkiens Mordor, dem „Schwarzen Land“ in Herr der Ringe. Schon deshalb, weil es bei Tolkien in Mordor keine oder kaum Wälder gibt. Trotzdem, als wir am Freitag am Zeughaus vorbei weiter dem Großen Zschand aufwärts folgten, stellte sich bei mir genau diese düstere Stimmung ein, die ich empfand, als im Film Frodo und Sam in Mordor unterwegs waren. Das trübe Wetter mit Getröpfel passte „perfekt“ dazu. Der Anblick des Waldes war einfach nur trostlos und grauenhaft. Auch die Kletterzugänge bleiben zum Teil nicht verschont (Bild 3). Und das ist vermutlich nur der Anfang.


Großer Zschand Großer Zschand Kletterzugang Sommersloch

Nun könnte man wieder die Diskussion entfachen „Was wäre gewesen, wenn … ? Hätte man das nicht durch früheres Eingreifen mildern können?“ und so weiter. Ich ziehe hier einen klaren Strich drunter und sage: Diese Diskussion wäre nun müßig, diese Dinge liegen in der Vergangenheit und sind nicht mehr zu ändern. Es ist jetzt so, wie es ist.

Wichtig ist jetzt, wie es weiter geht und was aus dem Haufen Elend gemacht wird.

Man tut sicher, was man kann. Hut ab vor der Arbeit der Forstleute! Aber man tut auch Dinge, die man nicht tun sollte bzw. man tut Dinge nicht, die man tun sollte:

Einmündung RichterschlüchteAbzweig Kletterzugang SommerslochWarum schafft man die gefällten trockenen Fichtengerippe nicht aus dem Wald, sondern lässt sie an vielen Stellen in den Kahlschlägen neben dem Wanderweg liegen?  Früher hieß es immer: „Das Holz muss schnell aus dem Wald“. Heute nicht mehr? Will man Wanderer abschrecken? Es leben in dieser Gegend auch Menschen, die vom Tourismus leben! Weiterlesen