Erfolgreiche Premiere: die IG–Stiegen auf dem Bergsichten-Festival

“Bergsichten” ist eines der wichtigsten Ereignisse für den sächsischen Klettersport im Verlauf des Jahres. Auf dem Festival dreht es sich vor allem um Filme über alles, was hoch oben liegt und bezwungen werden kann.

Aber auch für Nichtkletterer sind diese drei Tage in Dresden immer wieder ein Anziehungspunkt. Die IG Stiegen- und Wanderfreunde war in diesem Jahr erstmals mit einem Stand beim Rahmenprogramm des Festivals vertreten.

Das Fazit fällt dabei ausgesprochen positiv aus: gefühlte hundert Gespräche mit interessierten Besuchern, die sich dabei oft als große Kenner der Region entpuppten. Wobei wir immer wieder – und fast unisono – in unseren beiden Hauptanliegen bestärkt wurden: gebt erstens die herrlichen historischen Wege endlich frei, und verbannt zweitens die tonnenschweren und zerstörerischen Forstmaschinen aus dem Nationalpark.

Übrigens hatten wir ganztägig einen Dauerbesucher. Der gehörte eigentlich zum benachbarten Stand, fühlte sich aber unter unserem Tisch sichtlich wohl. Er war natürlich willkommen.

Baumartenstreit im Nationalpark

Wie bekannt wurde, soll im Nationalpark auf Geheiß der Nationalparkverwaltung eine größere Fläche mit Roteichen (Quercus rubra) komplett gerodet werden. Die Begründung der NPV ist, dass diese als eingeführte Baumart im Nationalpark nichts zu suchen hat, da hier nur einheimische “natürliche” Vegetation zu wachsen hat. Die IG hat dazu Gegenposition bezogen, wie ihr hier in der ARD-Mediathek selbst sehen könnt: Link

Die Roteiche wurde wohl zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus Nordamerika in Europa eingeführt, insbesondere als Parkbaum wegen der schönen Blattfärbung im Herbst. Das Holz wird auch forstwirtschaftlich genutzt, wobei der Baum seit Anfang des 20. Jahrhunderts auch als Ersatz für stark fraßgeschädigte einheimische Eichenarten angepflanzt wurde. Laut Wikipedia “sind verwilderte Roteichen auffallend beispielsweise im Elbsandsteingebirge, wo die Roteiche auf Felsen weitab eines forstlichen Anbaus wächst und sicher eingebürgert ist.”

Für uns steht die Frage im Raum, ob es bezüglich des Klimawandels wirklich sinnvoll ist, fremde Baumarten komplett aus den Wäldern des Nationalparks zu verbannen. Wie wir bereits jetzt gesehen haben, können nach zwei Sommern ohne ausreichende Niederschläge weder die momentan noch dominierende Fichte (ebenfalls standortfremd in großen Teilen des Elbsandsteingebirges) noch die als “Allheilmittel” angesehene Rotbuche (die tatsächlich einer der Hauptbäume unserer Klimazone ist) den neuen Bedinungen ausreichend trotzen. Die Klimamodelle sagen voraus, dass solche Dürresommer bis zu sechs Mal in Folge auftreten könnten – das überleben vermutlich weder Fichte noch Rotbuche oder Stieleiche und ggf. weitere einheimischen Baumarten. Letztlich könnte das Elbsandsteingebirge – mit Ausnahme der schluchtartigen Täler – zu einer Art Savanne versteppen. Sicher auch ein interessanter Anblick, aber ob das so gewollt ist? Mal abgesehen von den Folgeschäden durch verstärkte Erosion, Sturzfluten und Hochwasser im Elbtal und den Seitentälern, wenn es keinen wasserspeichernden Wald mehr gibt.

Ich werde mich in nächster Zeit dazu weiter informieren und die Ergebnisse hier präsentieren. Festhalten möchte ich an dieser Stelle noch, dass die Schaffung eines Nationalparks mit einer Vegetation aus dem Lehrbuch des 20. Jahrhunderts der Schaffung eines “Jurassic Parcs” gleicht und nichts mit “Natur Natur sein lassen” zu tun hat. Und was man nicht vergessen sollte – der Nationalpark verdient ja auch gerne Geld mit “seinem” Wald: für Borkenkäferholz der Fichte, welches momentan ja in Unmassen anfällt, werden aktuell 20-35 €/fm gezahlt, für Eichenholz zwischen 105 und 270 €/fm! [Quelle: https://fbg-amberg.de/holzvermarktung/holzpreise]

Das zweite Versteck

Blick zurück vom 2. Nest

Nachdem das erste Nest schon ausgenommen ist – gibt es hier auch gleich den Hinweis auf das zweite und letzte. Es ist vielleicht nicht sehr originell, aber wir waren eben auf der Tour unterwegs und haben dabei die zwei Karten am Weg verteilt. Deshalb liegt das zweite Exemplar der Weberschluchtkarte einfach im zweiten Abstieg dieser Tour. Aber doch wenigstens auf der anderen Seite, also links im Abstieg, und nicht unten, sondern oben. Wer wirklich sehr klein ist … muss sich eben etwas strecken 🙂

Eine wirklich verschollene Karte

Holzboden, Feuerzeug und Kater gehören nicht zum Lieferumfang

Nachdem ich kontrolliert habe, ob die Osternester wirklich alle leer waren und nicht etwa Müll zurückgeblieben ist, kann ich verkünden, dass der Oktoberhase zwei neue Nester angelegt hat. Diesmal ist es keine fiktive Karte, sondern eine echte „Böhm“, soweit ich verstanden habe wirklich nie veröffentlicht, extravaganter Maßstab 1:5000, viele Details, die mir Rolf im Rahmen der ursprünglichen Nachtwanderkarten-Idee mit folgenden Worten übermittelt hat: Weiterlesen

Herbst(aus)sichten

Der nachfolgende Beitrag soll nicht als Wanderbeschreibung betrachtet werden sondern vielmehr als kleine Bildergeschichte.

Vor fast genau einem Jahr besuchten wir jenes Bauwerk in Ostrau, welches den Patienten der Falkensteinklinik einen Ausblick in die Sächsische Schweiz ermöglichen soll, ohne dafür einen beschwerlichen Aufstieg meistern zu müssen. Der Skywalk, wie ich ihn damals bezeichnet hatte, war im November 2018 noch nicht begehbar. Also wollten wir uns nach der Fertigstellung selbst vom Rundblick überzeugen. Der Skywalk heißt jetzt offiziell Aussichtsplattform. Den Künstler, der das Bild auf der Tafel geschaffen hat, kennen wir doch alle. Oder etwa nicht?

Vom Ausblick zeugen die folgenden drei Fotos.


Skywalk OstrauSkywalk OstrauSkywalk Ostrau

Damit erhalten alle diejenigen einen Eindruck, die bisher noch keine Gelegenheit hatten, zur Plattform zu pilgern. Denn wie auf einer Pilgertour kam uns der Besucherstrom vor, als wir am vergangenen Sonnabend gegen 10.00 Uhr ankamen. Das vermitteln meine Bilder zwar nicht, allerdings habe ich fast zehn Minuten benötigt, um die wenigen Fotos „ohne Menschen“ auf den Chip der Kamera zu bannen. Wer den Skywalk in eine Wanderung einbinden möchte, sollte dies tun. Ein extra Besuch lohnt sich nicht.

Wir laufen weiter durch Ostrau und gelangen bald zu diesem herrlichen Blick auf die Schrammsteine mit dem Falkenstein. Der ist das eigentliche Ziel unserer kleinen Runde.

Blick von Ostrau Richtung Falkenstein und Schrammsteine

Blick von Ostrau Richtung Falkenstein und Schrammsteine

am Fuße des Falkensteins

am Fuße des Falkensteins

Knabe mit Gipfelbuch (Fotomontage)

Knabe mit Gipfelbuch (Fotomontage)

Durch das Falkengründel gelangen wir schön ruhig – am letzten Wochenende der Herbstschulferien waren natürlich viele Wanderer unterwegs – an den Fuß des Falkensteins. Ein Weg, der natürlich ein Kletterzugang ist, umrundet den gewaltigen Felsen. Wir wollen eine solche Umrundung entgegen des Uhrzeigersinns machen. Wenn man vom Falkengründel aufsteigt, steht unmittelbar neben dem Falkenstein ein klobiger Felsklotz. Es handelt sich um den Kletterfelsen „Knabe“. Gut trainierte

AW II - Knabe

Knabe – AW II

Stiegengeher können diesen auch besteigen. Der Alte Weg II ist wahrscheinlich einer der leichtesten „Zweierwege“ im Schrammsteingebiet und selbst mit meinen stark limitierten Fähigkeiten zu bewältigen. Vom Gipfel hat man einen großartigen Ausblick auf die steilen und ausgesetzten Westwege (Kletterwege) des Falkensteins. Bei schönem Wetter kann man hier fast immer Kletterer sehen.

 


Knabe - Gipfelblick zum FalkensteinKnabe - Gipfelblick zum FalkensteinKnabe - Gipfelblick Richtung Schrammsteine

Schusterweg - Klassiker am Falkenstein

Schusterweg – Klassiker am Falkenstein

Wie immer von mir der Hinweis nach diesen Bemerkungen: Ohne Erfahrung und Equipment rate ich dringend von solchen Kletterversuchen ab.

Nach der gemütlichen Abseile vom Knaben setzen wir die Umrundung fort. Einem Blick in den Schusterweg, einem Klassiker am Falkenstein, folgt bald danach eine kleine Kraxelei, wenn man sich dicht am Felsfuß bewegt. Man könnte diese Passage fast als Falkensteinstiege bezeichnen, wie die Fotos zeigen.

 


rund um den Falkensteinrund um den Falkensteinrund um den Falkenstein

Falkengründel

Falkengründel

 

Wenige Minuten später erreichen wir den Ausgangspunkt der Umrundung. Das Falkengründel führt uns zurück in den Zahnsgrund und damit zum Ausgangspunkt der Tour.