Tom – Wanderatlasredaktion

Zwischendurch mal was anderes. Kann man sich auch drüber aufregen, ärgern oder nur den Kopf schütteln. Aber vielleicht kann man auch Bedauern empfinden? Vielleicht sitzt da jemand im Rollstuhl und träumt sich im Netzt durch die Welt. Vielleicht sind aber auch nur ein paar Algorithmen am Werk? Jedenfalls gibt es da die Webseite „ich-geh-wandern.de“. Wenn man die aufruft steht dann als Überschrift „GPS WANDERATLAS“ und das erklärt auch recht umfänglich den Inhalt. Soweit ich es verstehe, können da verschiedene Personen Wanderrouten mit GPS-Daten und Fotos hochladen. Eine Wegbeschreibung ist auch dabei und beim Lesen derselben ist es dann für mich fragwürdig geworden. Aus naheliegenden Gründen hatten mich ein paar Touren im Sandstein interessiert und der „Tom – Wanderatlasredaktion“ ist offensichtlich der Meist-Schreiber auf der Seite. Ob die beschriebenen Touren aber wirklich vom Beschreiber abgelaufen wurden – das scheint mir doch sehr unwahrscheinlich.

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Der Nationalpark, der Harvester und … – Teil 2

Das leidige Thema „Holzernte“

Ich war entsetzt, welch große Flächen nur entlang meiner aktuellen Wanderroute in den letzten Jahren komplett abgeholzt wurden. Beginnend mit dem Kahlschlag im Lindengründel (bis unmittelbar an die Kernzonengrenze!) vor einigen Jahren (die IG berichtete) über 2 große Kahlschläge unterhalb des Raumberges (ebenfalls bis unmittelbar an die Kernzonengrenze) und einen am Südende des Rapinzenweges gelangte ich zum Rapinzenberg selbst – hier ist eine riesige Waldfläche verschwunden, die bis zum Saupsdorfer Weg reicht. Mit den üblichen „Kollateralschäden“: tiefe Reifenspuren = irreversible Bodenverdichtung, Unmengen an Haufen dürrer Äste, zu erwartende Schäden bei künftigen Stürmen an den neuen Waldrändern etc.
Das Holz wurde bereits (größtenteils) abgefahren, einige Reste lagern noch am Berg. Und interessanterweise war die Zufahrt dorthin nach dem letzten Sturm bereits wieder geräumt, wohingegen an anderer Stelle noch Chaos herrscht …

Auch vom Großen Zschand wurden Holzfällungen und -abfuhr berichtet, die ich jedoch nicht selbst in Augenschein nehmen konnte. Was ich allerdings sehen konnte, war der „Ausbau“ der Zschandstraße hinab zur Neumannmühle auf maximal mögliche Breite – natürlich auch wieder entlang der Kernzonengrenze. Sieht nicht gerade naturnah aus und lässt sich auch nicht (mehr) schön laufen.

Jedenfalls hatte ich dort kaum den Gedanken, mich in einem Nationalpark (sprich Naturschutzgebiet) zu befinden, es sah aus wie in jedem beliebigem Wirtschaftsforst!

Bleibt die Frage: rechnet sich das überhaupt? Der Holzpreis dürfte aufgrund Borkenkäfer & Stürmen ziemlich im Keller sein – im Gegenzug müssen Maschinen und Menschen bezahlt werden für Holzernte und -abfuhr, die Wege müssen instandgesetzt werden, etc. Mal abgesehen von den bleibenden Schäden, die nicht so einfach in Euro auszudrücken sind … aber die betreffen die derzeit Handelnden ja nicht mehr, das ist genauso wie beim Klimaschutz …

Die Aktion an der Oberen Schleuse erwähne ich hier mal nur, da haben ja bereits andere dazu geschrieben …

Wird fortgesetzt …

edit by Admin:
Bildergalerie temporär entfernt wegen Script-Fehlern auf der Website

Alternativ nun eine verkürzte Fotoauswahl an dieser Stelle:

Im Lindengründel

Am Raumbergweg – Kahlschlag 2

Rapinzenweg / -berg – Kahlschlag Nord, Richtung Thorwaldbrücke, Blick zu den Pohlshörnern

die üblichen Forstmaschinenspuren …

Riesiger Holzlagerplatz am Rapinzenberg

ausgebaute Zschandstraße

 

Der Nationalpark, der Harvester und der Borkenkäfer – eine persönliche Beobachtung

Während einer Tour in der Hinteren Sächsischen Schweiz drängten sich mir wieder viele Gedanken zum Nationalpark auf – angesichts vieler Hektar abgeernteten Waldes und sturmgeschädigter Flächen und Wege. Ein verbaler Rundumschlag:

Teil 1: Die Informationspolitik der NP-Verwaltung (Stichwort Wegenetz)

Der Nationalpark hat eine schöne Webseite – leider krankt diese regelmäßig an Aktualität. Wenn man schon eine Seite „Aktuelles“ hat, auf der u.a. Informationen zu Wegesperrungen gegeben werden, der sollte auch dafür sorgen, dass diese Seite auch so aktuell wie möglich gehalten wird. Aber: das klappte schon bei den Stürmen in den letzten 2 Jahren nur bedingt – wenn man unterwegs war, war deutlich mehr und großflächiger gesperrt als auf der Seite nachzulesen war. Und auch dieses Frühjahr: die Seite wurde letztmalig am 12.04.19 aktualisiert (Stand 07.05.19 !; vorhergehende Aktualisierung 12.03.19), und ich wurde unterwegs durch viele Sperrungen von Sachsenforstseite und durch blockierte Wege überrascht. Und die Sperrungen kommen auch gerne ohne Vorwarnung und ohne Umleitungsempfehlung an ungünstiger Stelle – so dass man umkehren und den eben gegangenen Weg wieder zurücklaufen muss. So macht man sich keine Freunde unter den Wanderern … aber immer schön mit dem Paragraphen drohen!
Kleiner Hinweis an Sachsenforst: Staatseigener Wald gehört dem Staat (Sachsen), und der Staat sind die Bürger, die da wohnen, und nicht ihr als quasi halbprivates Unternehmen! Es ist also (auch) mein Wald!

Sperrung an der Zollstraße, am Finsterwäldchen

 

 

Eine ganz andere Geschichte, die aber auch irgendwie hierhin passt: Sehr überrascht war ich, als ich am Parkplatz Ottomühle (Bielatal) Tafeln mit Felssperrungen wegen Vogelbrut sah – unterzeichnet vom Nationalpark (der sich 20 km entfernt befindet …) Amtsanmaßung???

Wird fortgesetzt …

Hintere Haare – Brückwaldsteig – Broschegrund

Im Bergpfadebuch Band 1 von Axel Mothes Erstausgabe von 2008 wurde der Brückwaldsteig noch als unmarkiert, gesperrt und beschwerlich zu begehen bezeichnet. Unmarkiert ist er auch heute noch, Kernzonenregeln sind jedoch nicht gegeben und da der Steig gut zu erkennen ist, darf er auch begangen werden. Und zu empfehlen ist er auch, erstens weil schön und zweitens auch nicht mehr beschwerlich zu begehen. Denn inzwischen wurde der Steig, wie wir vor kurzem von einem Wehlener Aktivisten erfuhren, freigeschnitten, von Bruchholz und übermäßigem Laubeintrag beräumt. Da lag es also nahe, diesen weißen Fleck auf unserem persönlichen Wanderatlas gleich mal mit einigen anderen zu verknüpfen und mit farbigen Erinnerungen zu füllen. Weiterlesen