Schatten und wenig Licht über dem Sandstein

Am 29. April fand eine weitere Online-Tagung der AG-Wege statt. Eine Zusammenfassung ist auf der Seite des SBB zu finden. Die Schatten über dem Gebiet, beginnend mit den Schrammsteinen und Affensteinen, hinweg über den Großen Winterberg, Zschand (Klein und Groß) und Thorwald, bis hin ins Kirnitzschtal im Hinterhermsdorfer Gebiet, sind mittlerweile länger, als die toten Fichtenstämme bei Sonnenuntergang werfen können.

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Tagung AG Wege am 15. April

Lange hat es gedauert und erst nach massivem Druck, vor allem durch den SBB, kam die längst fällige Tagung der AG Wege online zustande. Hauptthema war die Instandsetzung der touristischen Infrastruktur. Diese ist nach dem Borkenkäferbefall der letzten drei Jahre, vorallem in der Kernzone des Nationalparks, stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Über 50 km markierte Wanderwege sind unpassierbar und Wandern auf diesen ist durch jederzeit umbrechendes Totholz lebensgefährlich geworden.

Zschandstraße

seit Wochen gesperrt: Zschandstraße zwischen Abzweig Spitzsteinschlüchte und Abzweig Flügel E

Im Vorfeld hat der SBB einen Stufenplan entworfen, um eine Übersicht zu bekommen, in welcher Reihenfolge und auf welche Art und Weise (Maschineneinsatz oder manuell) vorgegangen werden kann. Dazu nutze der SBB auch die von uns erstellten Beiträge im Wegeforum. Weiterlesen

Homo Silvestris Cryphalus

Kürzlich konnten Stiegenfreunde ein freilaufendes Exemplar des noch nicht allzu häufigen Homo Silvestris Cryphalus ganz dicht vor der Grenzlinie des gefährlich zu begehenden Käferwaldes fotografisch nachweisen. Der Homo Silvestris Cryphalus, oder eben HSC, oder zu deutsch, der BorkenkäferWaldMensch, ist in sächsischen Wälder noch gar nicht lange beheimatet, kommt vornehmlich in Nationalparks vor, weil die jeweils Verantwortlichen durch ein vorbildlich zurückhaltendes Verhalten erst die geeigneten Voraussetzungen zur Entstehung des erforderlichen Biotopes schaffen (lassen). Denn, wie der Name schon vermuten lässt, steht das Auftreten des HSC in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vorhandensein bzw. mit dem Wirken des Borkenkäfers. Allerdings braucht es zur Bildung des perfekten Verbruchbiotopes auch noch die Zurückhaltung durch moderne, naturschutzgerechte Forstwirtschaft. Der sogenannte Mikadowald ist demzufolge auch der beste Ort um einen HSC aufzuspüren. Weiterlesen

Abgesang

Inzwischen hat es sich ja weit herumgesprochen – in der Sächsischen Schweiz und insbesondere in deren hinterem Teil wüten Dürre und Borkenkäfer in den Fichten-Monokulturen. Mit der Folge, dass abgestorbene Bäume zuhauf abknicken und kreuz und quer in der Landschaft liegen.

Vor einigen Jahren begann dieser Prozess bereits – mit zunächst einzelnen kleinen Waldgebieten z.B. am Reitsteig (am Winterberg) und am Hinteren Raubschloss. Damals war das alles noch neu, es gab Erklärtafeln und kaum Einschränkungen.

Seit zwei, drei Jahren ist aber alles anders. Zwei heiße und trockene Jahre zogen übers Land, und die Fichten begannen zu leiden. Erst braune, dann kahle Wälder waren die Folge. Zunächst auch noch alles eher eine (böse) Kuriosität. Dann begannen Stürme, Schnee oder einfach die Schwerkraft die Bäume zu brechen.

Erste unmittelbare Folge waren die Sperrung besonders betroffener Wanderwege wie Reitsteig (am Thorwald) und Königsweg Nähe Frienstein. Ab Herbst 2020 wurde es dann richtig ernst. Viele Quadratkilometer toter Fichtenwälder prägten das Bild insbesondere zwischen den Zschands und Hinterhermsdorf, und sie begannen jetzt umzubrechen. „Fichtenmikado“ ist eine schöne Beschreibung dafür. Inzwischen sind ein gutes Dutzend Wanderwege und 4 Bergpfade (Stand Mitte März) unpassierbar geworden, und die Liste wird fast im Tagesrhythmus aktualisiert und immer länger. Und die Kletterzugänge werden dabei gar nicht genannt …

Doch das ist nur die eine Seite. Neben den offiziellen Wegen gibt es ja noch Unmengen alter kleiner Pfade im Sandstein, die nach Ansicht der NPV ja bereits gesperrt sind, aber vermutlich auch stark vom „Mikado“ betroffen sind. Und wenn die NPV für die Wanderwege eine Räumung „irgendwann“ zumindest ankündigt, werden diese kleinen Wege nie geräumt werden (zumindest nicht ohne persönliche Initiativen) und jetzt – nach 30 Jahren Nationalpark – endgültig unpassierbar, zugewachsen und dann vergessen sein. Ich denke da an die vielen Seitenschlüchte des Großen Zschand, z.B. Sandschlüchte, Schwarzschlüchte, Pechschlüchte, Erlenschlüchte … und wer weiß, welche Wege im Gebiet noch betroffen sein werden. Jahrhundertealtes Kulturgut wird verschwinden (mit wohlwollendem Blick der NPV) – wohl dem, der die Wege noch vor dieser Katastrophe kennenlernen durfte!