Eigentlich kaum zu glauben …

… was man da auf dem Burgberg (eigentlich Schlossberg) in Wehlen neuerdings sehen kann.
Vor fast 3 Jahren hatte Stiegenfreund Eric im Forum auf die Aktivitäten in Wehlen hingewiesen. Dort hatten die Burgfreunde angefangen durch Beseitigung von tonnenweisen Grünzeug die Burgruine wieder sichtbar zu machen. Bis dahin hätte man den grünen Hügel in der Stadt einfach nur für einen Landschaftsteil halten können. Ich dachte mir damals: Das ist eine völlig verrückte Idee, sowas muss unbedingt unt

der Eingang in die Unterwelten

erstützt werden. Da wird ein Stück Geschichte, ein Stück Heimat erhalten und ganz nebenbei werden ein alter Weg und gleich zwei Stiegen wieder ins Bewusstsein und in das touristische Leben zurückgerufen und das sind schließlich auch Grundgedanken unserer IG.
Beim ersten Arbeitseinsatz erfuhr ich dann, dass die Burgfreunde die Burg quasi wieder aufbauen wollten – was natürlich überhaupt nicht realisierbar sein konnte-würde-dürfte … aber NEIN! Jede Hoffnung wird durch die Fortschritte in den Schatten gestellt.

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Arbeitseinsatz bei Porschdorf

Am vergangenen Samstag trafen sich 9 Mitglieder der IG zu einem Wegebau-Einsatz in der Nähe von Porschdorf. Organisiert wurde das Ganze vom Stiegenfreund “Polenztaler”, nicht nur material- und werkzeugtechnisch, sondern auch die Verpflegung und die Aufwärmmöglichkeit – letzteres dringend erforderlich bei Temperaturen von 4°C, frischem Wind und leichtem Regen. Gebaut wurde am “Hornleitenweg” oberhalb des Lachsbachtales (Link zur OSM – Weg hier als “Kirchleite” bezeichnet).

Im ersten Abschnitt wurde ein Stück des alten Wegverlaufes neu angelegt, da dieser über die Jahre durch Bewuchs verschwunden war. Im zweiten Abschnitt wurde in einem kleinen Seitental ein Holzsteg über den kleinen Graben errichtet und der östliche Zugang zusätzlich durch Einbau von Stufen und Wasserableitung versucht zu “entschärfen”, denn dort war es bei der Nässe sehr rutschig gewesen.

Am Ende kamen 75 reparierte Wegmeter zustande, und wir setzten abschließend auch eine kleine Wegmarke mit einer Erinnerung an die fleißigen Helfer. Zudem hatten wir auch die SZ eingeladen, um von unserer Arbeit zu berichten – vielleicht erscheint der Artikel ja dann in den nächsten Tagen tatsächlich auch.

Willkommen in Mordor

Das Thema „Gruselwald“ wurde im vorherigen Blog-Beitrag „Baumartenstreit (2)“ schon angerissen und beschäftigt mich immer noch. Deshalb soll es hier noch mal aufgegriffen werden. Man kann versuchen, das Elend mit Worten zu beschreiben. Es wird beim Versuch bleiben. Hier sollen ein paar Bilder das geschriebene Wort bekräftigen, aber auch die Bilder können das ganze Ausmaß nicht richtig vermitteln. Nur vor Ort kann man sich ein eigenes Bild machen. Aber Vorsicht: Es könnte ein niederschmetterndes Erlebnis werden …

Willkommen in Mordor? Was für eine schreckliche Überschrift! Natürlich verbietet sich der Vergleich des Märchenlandes Sächsische Schweiz mit Tolkiens Mordor, dem „Schwarzen Land“ in Herr der Ringe. Schon deshalb, weil es bei Tolkien in Mordor keine oder kaum Wälder gibt. Trotzdem, als wir am Freitag am Zeughaus vorbei weiter dem Großen Zschand aufwärts folgten, stellte sich bei mir genau diese düstere Stimmung ein, die ich empfand, als im Film Frodo und Sam in Mordor unterwegs waren. Das trübe Wetter mit Getröpfel passte „perfekt“ dazu. Der Anblick des Waldes war einfach nur trostlos und grauenhaft. Auch die Kletterzugänge bleiben zum Teil nicht verschont (Bild 3). Und das ist vermutlich nur der Anfang.


Großer Zschand Großer Zschand Kletterzugang Sommersloch

Nun könnte man wieder die Diskussion entfachen „Was wäre gewesen, wenn … ? Hätte man das nicht durch früheres Eingreifen mildern können?“ und so weiter. Ich ziehe hier einen klaren Strich drunter und sage: Diese Diskussion wäre nun müßig, diese Dinge liegen in der Vergangenheit und sind nicht mehr zu ändern. Es ist jetzt so, wie es ist.

Wichtig ist jetzt, wie es weiter geht und was aus dem Haufen Elend gemacht wird.

Man tut sicher, was man kann. Hut ab vor der Arbeit der Forstleute! Aber man tut auch Dinge, die man nicht tun sollte bzw. man tut Dinge nicht, die man tun sollte:

Einmündung RichterschlüchteAbzweig Kletterzugang SommerslochWarum schafft man die gefällten trockenen Fichtengerippe nicht aus dem Wald, sondern lässt sie an vielen Stellen in den Kahlschlägen neben dem Wanderweg liegen?  Früher hieß es immer: „Das Holz muss schnell aus dem Wald“. Heute nicht mehr? Will man Wanderer abschrecken? Es leben in dieser Gegend auch Menschen, die vom Tourismus leben! Weiterlesen

Baumartenstreit im Nationalpark (2) – die Datenlage

Wie versprochen habe ich ein wenig im Internet recherchiert und bin auf einige interessante Beiträge zum Thema Baumarten und Klimawandel gestoßen – allerdings sind diese teilweise nicht ganz aktuell oder undatiert gewesen. Aber sei es erstmal drum … aus zweien möchte ich hier Auszüge darstellen.

Die erste Untersuchung stammt aus heimatlichen Gefilden von Prof. A. Roloff und B. Grundmann aus Tharandt, verfasst bereits 2008. Angereichert mit ein paar Daten aus der Schriftenreihe des NP.

Hier wurden zum einen Frostresistenz (Winter- und Spätfröste) und zum anderen Trockenresistenz untersucht. Letzteres braucht ja nicht näher erläutert zu werden; Frostresistenz ist aber ebenfalls wichtig, da in unseren Breiten auch künftig durchaus noch Fröste zu erwarten sind, wenn auch vielleicht nur noch selten – aber ein Zitronenbäumchen würde wohl auch einen Nachtfrost von -5°C nicht überstehen. Besonders empfindlich gegen Winterfrost zeigt sich die mediterrane Flaum-Eiche; gegen Spätfröste ist eine ganze Reihe von Bäumen empfindlich, dazu gehören sogar einheimische Arten wie die Rotbuche, die Weißtanne und die Gemeine Esche sowie z.B. Edel-Kastanie (Marone), Walnuss, Wildapfel und -birne, Zerr-Eiche.
Was sagen unsere einheimischen Hauptbaumarten zu Trockenheit? Die Fichte (Anteil in der Sächsischen Schweiz 1995: 46,2%) ist extrem anfällig, das ist bekannt und inzwischen auch zu sehen. Künftig ist sie wohl nur noch in den Kammlagen der Mittelgebirge und vielleicht in den feuchteren Schlüchten des Elbsandsteins zu finden. Sie wächst normalerweise in Lagen von 1200 bis 1700 Meter bei JN > 1000 mm (!) und eher kühlen Temperaturen. Stiel- und Traubeneiche haben tiefe Pfahlwurzeln und sind deshalb gut an trockene Standorte angepasst – sind aber bislang im Elbsandstein nicht so verbreitet (Anteil: 2,8%). Wegen ihrer Lichtbedürftigkeit haben sie einen deutlichen Wachstumsnachteil gegen Buche und Fichte. Auch die Waldkiefer (Anteil: 14,9%) ist sehr trockentolerant – nicht umsonst wachsen in den deutschen „Sandbüchsen“ vorrangig Kiefern und Eichen. Differenziert muss die Rotbuche (Anteil: 11,8%) gesehen werden. Diese wächst auch derzeit schon bestandsbildend außerhalb ihres Optimums, ein weiteres Vordringen auf trockenwarme Kalkstandorte wird beobachtet. Allerdings kann sie längere Trockenphasen nicht tolerieren – wie letztes Jahr an vielen Standorten zu sehen war (JN > 600 mm erforderlich). Perspektivisch wird sie wohl an schon jetzt trockenen Standorten wieder verschwinden. Die Rotbuche ist vor ca. 5800 Jahren aus Südosteuropa eingewandert und die damit die jüngste „heimische“ Baumart.
Zusatzinfo: weitere Baumanteile: Birke 12,9%, sonst. Laubbäume 3,8%, fremde Laubbäume 1,4%, fremde Nadelbäume 6,2%. Quelle: Der Wald im Nationalpark Sächsische Schweiz, Schriftenreihe Heft 7

Aus der Zusammenfassung möchte ich nun die Arten nennen, die sich für eher trockene Standorte qualifizieren. (Die Einteilung nach Feuchte erfolgte in 4 Stufen, ich erwähne hier nur die beiden trockenen.) Für trockene und sehr trockene Standorte – dazu gehören sicher auch viele Flächen im Elbsandsteingebirge – werden als geeignet bezeichnet: Feld- und Spitzahorn, Sandbirke (Pionierbaum), Hainbuche, alle Kiefernarten, Zitterpappel (Pionierbaum), Vogelkirsche (Pionierbaum), Traubeneiche, Robinie, Mehlbeere, Speierling, Elsbeere und Winterlinde.
Für mäßig frische bis mäßig trockene Standorte werden empfohlen: die gerade genannten + Bergahorn, Europ. Lärche, Zirbel-, Schwarz- und Waldkiefer, Traubenkirsche, Roteiche, alle Sorbus-Arten (Vogelbeere & co), Eibe und Sommerlinde.
(kursiv: europäische Arten, aber nicht in Deutschland beheimatet, unterstrichen: amerikanische Arten)
Es müssten also quasi Fichte, Tanne und Rot-Buche komplett ersetzt werden, mithin 58% aller Bäume …

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Auf ein Neues!

endliche Weiten

Allen Siegen- und Wanderfreunden ein erlebnis- und erfolgreiches Neues Jahr! Geht hinaus, sucht und findet und erhaltet damit die Wege in den endlichen Weiten! Nicht aufgeben, auch wenn’s mal eng wird, aber kommt immer gesund wieder heim!

Wir wissen noch nicht, was das Jahr alles bringen wird. Aber für einen Blick in die Zukunft empfehle ich „Die Zukunft der Arten“ von Josef H. Reichholf.

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